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Von Damaskus nach Heilbronn

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Die Flüchtlinge sind längst in Heilbronn angekommen, doch viele Einheimische haben wenig oder gar keinen Kontakt zu Asylbewerbern – und umgekehrt. Wie empfinden die geflüchteten Menschen ihre neue Heimat, was denken sie über Heilbronn und die Heilbronner? Stimme -Hospitant Emad Almansour schildert seine Eindrücke.

Berufswunsch

Der 22-jährige Syrer ist vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen und lebt in einer Wohngemeinschaft mit zwei Studenten aus Kamerun in Böckingen. Nachdem sein Asylantrag im vergangenen Jahr bewilligt wurde, möchte Emad Almansour nun Journalismus studieren. 

Unterschiede

"Die Meinungen der Flüchtlinge über Heilbronn sind sehr unterschiedlich“, sagt der junge Syrer. "Manche, die ich kenne, finden die Stadt sehr schön und ruhig.“ Die Mehrheit aber, zu der sich auch Emad zählt, würde lieber in einer großen Stadt leben, wo es mehr Aktionen und Veranstaltungen gibt. Heilbronn findet er "langweilig“. Emad vermisst vor allem Straßenfeste und Partys, wie er sie in Leipzig und Berlin erlebt hat. 

Sprachhürden

Was Emad und seinen arabischen Bekannten besonders zu schaffen macht, ist die "komische Sprache“. "Viele Leute hier sprechen nicht hochdeutsch, sondern schwäbisch“, sagt er. Das mache es sehr schwierig, neue Leute kennenzulernen und deutsche Freunde zu finden. "Andererseits gibt es auch viele nette Menschen, die Flüchtlingen geholfen haben“, betont der Syrer, dessen Familie in Damaskus lebt. Vor allem die engagierten Asyl-Freundeskreise hätten es den Flüchtlingen deutlich erleichtert, sich zu integrieren. 

Heimweh

Fast heimisch fühlen sich Emad und seine Bekannten in den arabischen Geschäften in Heilbronn. "Wenn man sie besucht, hört man arabische Musik und kann die orientalische Atmosphäre erleben“, schwärmt der 22-Jährige. Emad kauft dort alles, was er so braucht, vor allem aber orientalische Süßigkeiten und das dünne arabische Brot. "Wir fühlen uns wohl, wenn wir die arabischen Läden besuchen und bekommen manchmal richtig Heimweh, weil sie uns an unsere Heimatländer erinnern“, sagt er.

Mädchen

Als schwierig empfinden es viele Flüchtlinge, junge Frauen kennenzulernen. "Vielleicht haben die deutschen Mädchen Angst vor uns Arabern?“, fragt sich Emad. Es mangelt auch an Gelegenheiten, in der Disco war er noch nie. "Einmal war ich in der Gartenlaube. Da bin ich nach einer halben Stunde wieder gegangen, weil ich ganz alleine war“, berichtet er. Emad hofft, dass die Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht einfacher wird, wenn er besser deutsch spricht – "vielleicht sogar schwäbisch?“, lacht er. Vielleicht müssten die Flüchtlinge auch erst die Denkweise der deutschen Frauen besser verstehen, meint er. Aber das klappe jeden Tag besser. 

 

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