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Highlights für Tüftler

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Habt ihr euch schon mal gefragt, warum am Donnerstagabend das Heilbronner Wollhaus in verschiedenen Farben leuchtet? Dahinter steckt das Team von "Code for Heilbronn“. Die "Initiative Coding“ ist in ganz Deutschland, ja sogar international, aktiv. In der Region findet das Ganze im Co-Working-Space Heilbronn statt, der sich seit etwa zwei Jahren über die fünfte und sechste Etage des Wollhauses erstreckt. Welch coole Räumlichkeit. Zwei der Mitbegründer des Coworking-Spaces in Heilbronn, Felix Ebert und Adrian Stabiszewski, halten die Coding-Abende dort jeden Donnerstagabend ehrenamtlich ab.

Verschiedene Typen

Beim offiziellen Beginn um 18 Uhr sind schon einige Schüler, Studenten und auch junge Berufstätige dort. "Generell kann man auch schon etwas früher kommen“, sagt Leandro Späth. "Es ist eigentlich immer jemand da.“ Der 19-Jährige ist Student der Angewandten Informatik im ersten Semester und seit einem dreiviertel Jahr dabei. Über einen Freund, der die Initiative über die Webseite Meetup.com/codeforhn entdeckt hatte und ihm davon vorschwärmte, kam er dazu. Dass der Jüngste zwölf Jahre alt ist, aber auch schon Rentner dabei waren, ergänzt der 28-jährige Organisator Felix Ebert.

Sehenswert sind die bereits erwähnten LED-Lämpchen auf den Fenstersimsen im sechsten Stock des Wollhauses. Sie leuchten nachts in allen Farben und werden über einen Computer gesteuert. Beeindruckend, an was alles getüftelt wird, und wie viel Erfindergeist in der Luft liegt. Trotzdem ist die Atmosphäre entspannt, kein Leistungsdruck, jeder probiert sich einfach aus. Wenn man mal nicht weiter weiß, hilft man sich untereinander.

Weitere Projekte

Der Buga-Farmbot (siehe unten) ist zur Zeit unbestritten das größte Projekt. Code for Heilbronn wurde für dieses innovative Projekt mit dem "Code Week Award“ ausgezeichnet, der mit 5000 Euro Preisgeld dotiert ist. Damit konnte dringend benötigtes Zubehör angeschafft werden. Es reichte auch noch für jede Menge kleinteilige Hardware, die vier Schränke füllt und allen zur freien Verfügung für Projekte steht. Zusätzlich gibt es dort schnelles Internet, Hardware wie Arduino, Elektromotoren, 3D-Drucker und Fachbücher.

Ein weiteres Projekt ist "Mate Light“. Zwölf Kästen von dem "IT-Getränk schlechthin“, wie Leonardo Späth sagt, haben sie schon. 56 Kästen sollen es insgesamt werden. Daraus will das Team eine große leuchtende Wand bauen. Einige der Getränkekästen haben sie schon zum Leuchten gebracht. Beim Anschließen und Verkabeln tauchen immer wieder kleinere Probleme auf, die sie mit viel Spaß und Gelächter zusammen lösen.

Auch Schüler Nils Kicherer baut an einer Leuchte, die man über den Laptop steuern kann. Nebensitzer Julian Vogel tüftelt an einem Temperatursensor. Schüler Leon Hellmich programmiert derweil einen Chat.
Das Betätigungsfeld bei Code for Heilbronn ist breit und umfasst neben Programmieren und Technischem,
wie dem Verkabeln von Elektronik, auch Tätigkeiten wie das Zurechtsägen von Holzplatten für den Buga-Farmbot-Prototyp. Vielfalt streben sie auch bei den Teilnehmern an, sagt Felix Ebert. Sie wollen ein Treffpunkt für Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts, jeder Nationalität und jeder Religion sein. Anfänger ohne
Vorkenntnisse sind genauso willkommen wie Programmier- oder Technikprofis.

Pizza-Chat

Um 19 Uhr muss als Nervennahrung Pizza her. Bei so vielen Technikbegeisterten auf einem Fleck gibt es dafür einen extra Pizza-Chat, über den unter den Anwesenden per Tastendruck ermittelt wird, wie viel Nachfrage besteht. Ein Getränkekühlschrank für Durstige steht auch bereit. Offiziell geht der Coding-Abend bis 22 Uhr, es kommt aber durchaus vor, dass vier bis fünf Leute noch um 1 oder 2 Uhr nachts an ihren Projekten tüfteln,
verrät Leandro. 

Der Buga-Farmbot

Der "farmbot genesis“, ein Open-Source-Projekt einer amerikanischen Firma, wird für die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn nachgebaut. Der Roboter soll Pflanzen gießen, düngen und deren Wachstum dokumentieren. Er soll eine Vision dafür liefern, wie Maschinen Selbstversorger beim Anbau von Obst und Gemüse stark unterstützen können. Die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH (Buga) unterstützt das Projekt offiziell. Der Farmbot wird auf dem Bundesgartenschaugelände präsentiert werden.

Vielerlei Tätigkeiten fallen bei dem Projekt an: Aufbau und Steuerung des Rahmens auf Schienen mit Arduino und Schrittmotoren, Software für die Ermittlung des Wasserbedarfs über offene Wetterdaten und Sensoren, automatische Messung der Bodenfeuchtigkeit und Programmierung eines Twitter-Bots. Mitte 2015 wurde es vorgestellt und begonnen.

Für die Umsetzung des Projekts wurde von der Technologiestiftung Berlin und der Universität der Künste Berlin der "Code Week Award“ verliehen, verbunden mit einer Förderung von Samsung. Neben dem Aufbau und der Programmierung des Farmbots ist es erklärtes Ziel, spielerisch mit anderen zu lernen und für Technik zu begeistern.

Weitere Informationen unter www.codefor.de/heilbronn

 

 

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