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Krafttraining statt Tanzen

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Wer Marie-Claire Rautenberg auf der Straße begegnet, würde in ihr wohl nicht auf Anhieb eine Bodybuilderin erkennen. Eher unscheinbar wirkt die 20-jährige Krautheimerin in ihrer schwarzen Jacke. Dass in den Muskeln, die sich darunter verbergen, jedoch eine Menge hartes Training steckt, bewies in diesem Frühjahr ihr Erfolg bei der baden-württembergischen Landesmeisterschaft in Schorndorf. Dort sicherte sie sich den zweiten Platz und die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften.

In der Region unangefochten

Darüber, dass es beim bundesweiten Wettbewerb nicht so gut lief, ist Rautenberg nicht traurig. "Ich persönlich war mit meiner Form zufrieden und mein Coach auch. Die Nervosität hat mir einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Von 18 Athletinnen in ihrer Kategorie schaffte sie es am Ende unter die besten 15. "Mein Ziel war es, in die Top sechs zu kommen. Aber dann probieren wir es eben nächstes Jahr einfach noch mal.“

Zumindest im Landkreis ist Marie-Claire Rautenberg schon jetzt einsame Spitze. "In Hohenlohe gibt es nicht so viele Bodybuilderinnen, glaube ich. Ich selbst habe noch keine andere getroffen.“ Auch von anderen Hohenloher Teilnehmerinnen bei deutschen Meisterschaften hat Rautenberg nichts gehört. "Aber ich glaube nicht, dass das schon mal jemand von hier geschafft hat.“

Für sie selbst führte der Weg zum Bodybuilding über eine ganze Reihe anderer Sportarten. "Früher habe ich zehn Jahre lang Ballett getanzt. Außerdem bin ich sehr lange geritten, weil meine Cousinen Pferde haben.“ Auch Volleyball habe sie eine Zeitlang gespielt.

"Dafür, dass ich mich letztendlich fürs Bodybuilding entschieden habe, gab es am Anfang einen eigentlich ziemlich dummen Anstoß“, blickt Rautenberg auf die Anfänge ihrer sportlichen Karriere zurück. "Ich stand mal auf jemanden und habe mitbekommen, dass derjenige den Sport mag und ausübt. Da habe ich gedacht: Okay, wenn das dem so gefällt, dann probiere ich das halt auch mal.“ Nachdem sie sich zwei, drei Mal im Fitness-Studio verausgabt hatte, habe es ihr aber so viel Spaß gemacht, dass sie das Bodybuilding anschließend für sich selbst und nicht für andere gemacht habe. Ihr damaliger Schwarm ist trotzdem ihr Freund geworden.

Pause mit Fast Food

Fünf Mal pro Woche trainiert Rautenberg mit ihrem Coach Paul Poloczek im Öhringer Powerhouse Gym Kraft und vier Mal Ausdauer. "Ich versuche aber, mir mindestens einen Tag komplett frei zu nehmen, um wieder zu Kräften zu kommen. Wenn man immer unter Spannung steht, dann ist es auch nichts.“

Ihr letzter Wettkampf für diese Saison liegt hinter ihr – einem Ernährungsplan folgt sie aber weiterhin. "Da stehen unverarbeitete Lebensmittel ganz oben auf der Liste, und ich koche auch immer selbst. Aber im Moment gönne ich mir auch mal Ausnahmen, wie eine Pizza oder ein Eis, was während der Wettkampfvorbereitung nicht drin ist.“ Die geht für sie im kommenden Januar wieder los.

Sieben Juroren entscheiden bei Wettkämpfen über Sieger und Verlierer. Die Gesichtspunkte, die sie zur Beurteilung heranziehen, kennt Rautenberg genau. "Die Mädels, die dann mit dir oben auf der Bühne stehen, sind alle gut trainiert und haben tolle Körper. Da muss man irgendwie hervorstechen, und dafür braucht man das gewisse Etwas.“ Das könne eine besonders ausgeprägte Muskulatur oder ein ansprechender Gesamteindruck sein.

Muskeln sind schön

Bei den Wettkämpfen mit dabei sind oft Rautenbergs Eltern und ihre beiden Brüder. Besonders gerührt habe sie die Unterstützung bei der deutschen Meisterschaft in Wiesloch. "Da haben sie ursprünglich gesagt, dass sie nicht mitkommen. Als sie mich dann dort überrascht haben, habe ich mich riesig gefreut.“

Ihr Schönheitsideal habe sich in den drei Jahren, seit denen sie den Sport betreibt, grundlegend verändert, verrät die Krautheimerin, die fernab des Fitness-Studios Mathematik und Biologie auf Lehramt studiert. "Am Anfang wollte ich wirklich nur so aussehen wie ein Victoria Secret-Model, schlank und mit flachem Bauch. Mit der Zeit fand ich die Muskulatur aber immer schöner, deswegen habe ich schließlich mit dem Krafttraining angefangen.“

 

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