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Stadt will kein Street-Art-Festival

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Straßenmaler sollten am 11. und 12. August 2018 in der Heilbronner Innenstadt zu Gast sein. An diesen beiden Tagen wollten die Künstler in der Oberen und Unteren Neckarstraße bunte Kunstwerke aus Kreide auf den Asphalt zaubern. Organisiert hätten das Street-Art-Festival in 3D die Gastronomen der Neckarmeile. Derartige Kunst-Events finden unter anderem in Wilhelmshaven, Kopenhagen, Montreal und Ibiza statt.

Doch daraus wird nichts. Die Stadtverwaltung erteilte keine Genehmigung. "Die Obere und Untere Neckarstraße wurde mit einem hochwertigen Pflasterbelag ausgebaut, um einen hohen Standard zu erhalten. Dieser Standard soll auch künftig erhalten bleiben. Die Farbe setzt sich im offenporigen Material des Pflasterbelags fest und würde lange Zeit nach der Veranstaltung unschön aussehen", schreibt Oskar Stang vom Amt für öffentliche Ordnung. Abschließend folgt der Nachsatz: "Wir haben in letzter Zeit schon mehrere Straßenmalereien, auch in 3D-Kunst, im Bereich der Fußgängerzonen abgelehnt."

Graue Pflastersteine

Der Frust bei den Organisatoren sitzt tief. "Keiner kommt doch nach Heilbronn wegen der grauen Pflastersteine", kritisieren die Neckarmeilen-Wirtesprecher Annette Koeberlin und Thomas Aurich die Verwaltung. Vom Anspruch einer jungen, modernen und fröhlichen Stadt sei Heilbronn weit entfernt, urteilt die stellvertretende Direktorin des Mercure Hotels am Bollwerksturm. Für Aurich, Gastronom und CDU-Stadtrat, steht fest: "Heilbronn macht aus der Neckarmeile die Allee. Architektenglück par excellence. Nur keine Menschen, die mit den Füßen dafür abstimmen." In einer verkrusteten Stadt, die nur noch Augen für die Buga habe, komme der Spaßfaktor eindeutig zu kurz.

"Ich fühle mich von der Verwaltung allein gelassen", klagt Matthias Kern mit Blick auf das gerade stattfindende Seefest. Der Laube-Geschäftsführer wünscht sich eine bessere Kommunikation und führt als Negativbeispiel an: "Die Ämter haben eine Ortsbegehung für das Seefest vorgenommen, ohne dass ich darüber informiert wurde."

Lange Bearbeitungszeit

Als weiteres Problem hat Kern die lange Bearbeitungsdauer ausgemacht. Dazu Thomas Aurich: "Das Street-Art-Festival haben wir im Januar bei der Stadt beantragt, jetzt kam die Absage." "Wir brauchen einen externen Moderator, der zwischen der Buga, der Gastronomie und Veranstaltern vermittelt", lautet eine Forderung von Kern.

Die steigenden Kosten für die Umsetzung von Verkehrs- und Sicherheitsauflagen sind ein weiteres Problem. "Was wir in punkto Sicherheit unternehmen, kostet viel Geld, ist aber nur von kosmetischer Natur", sagt Kern. Um die Sicherheit bei Festen zu gewährleisten, regt der Heilbronner CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Throm in einer Mitteilung an, die Stadt soll Betonpoller anschaffen und sie Veranstaltern kostenlos zur Verfügung stellen.

Kritik abgewehrt

"Es ist nicht so, dass die Stadt Veranstaltungen erschwert oder Veranstalter willentlich behindert. Insofern muss ich die pauschale Kritik klar zurückweisen", sagt Rathaus-Sprecher Dr. Anton Knittel. Im Übrigen habe Sicherheit ihren Preis, und es gehöre zur Ehrlichkeit, dieses bei Festen zu kommunizieren und nicht pauschal auf die Verwaltung zu verweisen. Zur Street-Art-Absage sagte Knittel: "Es ist ein Unterschied, ob ich Street-Art auf Asphalt mache oder auf einem Pflasterbelag mit Radverkehr und Fußgängern."

 

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