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Hass auf die Schule?

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Uwe Wittwer-Gärttner hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg: "Das ist sowas von hirnlos.“ Hinter den anhaltenden Sachbeschädigungen steckt nach Ansicht des Direktors des Hartmanni-Gymnasiums in Eppingen "reiner Zerstörungswille“. Die Polizei zählt binnen 14 Tagen sechs Sachbeschädigungen rund ums Schulzentrum. Der Schaden liegt weit im fünfstelligen Euro-Bereich. 

Nichts als Zerstörung im Sinn

Die Liste der Vergehen ist lang. Der oder die Täter treiben sich seit dem 2. Juni am Schulzentrum herum. Der Polizei zufolge begehen sie Sachbeschädigungen an der Hardwaldhalle und am Gymnasium; sie werfen eine Baustellenabsperrung auf das Dach eines Fahrradständers hinter der Stadthalle; sie schlagen die Scheiben an einem Wartehäuschen an der Bushaltestelle ein; mit einer Steinschleuder demolieren sie am Gymnasium die Glastür eines Eingangs; mit Verbundsteinen zerstören sie sechs Fenster.

Aufgeklärt ist eine Tat Ende Mai an der Selma-Rosenfeld-Realschule. Dort sind der Polizei zufolge straf-unmündige Kinder verantwortlich. Um den oder die Täter für die übrigen Zerstörungen zu erwischen, fährt die Polizei verstärkt Streife und unternimmt weitere Schritte. Welche genau das sind, bleibt geheim, damit sich der oder die Täter nicht darauf einstellen.

Sachbeschädigungen und Einbrüche an Schulen gibt es immer wieder. "Eine spezifische Häufigkeit kann ich im Moment nicht feststellen“, sagt Wolfgang Seibold, Leiter des  Staatlichen Schulamts Heilbronn , mit Blick auf vergleichbare Vorfälle im Stadt- und Landkreis. Da die Täter üblicherweise nachts zuschlagen, ist es schwer, ihnen auf die Schliche zu kommen. "Bewegungsmelder an Schulen wären eine Idee“, nennt Seibold eine Möglichkeit, Täter von ihrem Vorhaben abzuhalten.

"Man sollte das nicht verharmlosen“, mahnt Sönke Brenner, Sprecher der Eppinger Stadtverwaltung. Gegen derartige Gebäudeschäden sei die Stadt versichert, sagt er. Letztlich aber zahle die Allgemeinheit die Schäden. "Wir werden mit den drei Schulleitungen am Berliner Ring ins Gespräch gehen“, kündigt Brenner an. Dabei solle über mögliche Vorkehrungen gesprochen werden. "Auch in den Stadtteilen kommt es in den Kindergärten und Grundschulen immer wieder zu Einbrüchen und Sachbeschädigungen“, sagt Brenner.

Mehr Überwachung im Gespräch

Bewegungsmelder sieht Sönke Brenner skeptisch. Das weitläufige Areal und die vielen Zugänge zu den jeweiligen Schulen ließen diese wohl ins Leere laufen, befürchtet er. Überwachungskameras? Das sei rechtlich nicht so ohne Weiteres durchsetzbar, meint Brenner und erinnert an die Diskussionen, als Ittlingen vor einigen Jahren mit der Installation von Videokameras auf dem Friedhof gegen die Blumendiebe mobil machte. Sogar der Datenschutzbeauftragte des Landes meldete sich in der Angelegenheit zu Wort.

Uwe Wittwer-Gärttner nimmt einen klaren Standpunkt ein: Videoüberwachung – "ich bin absolut dafür“, sagt der Leiter des Gymnasiums. Was die Unbekannten antreibt, wiederholt Türen und Fenster zu demolieren oder sonstige Sachen zu zerstören, das kann er sich nicht erklären. "Hass gegen die Schule? Aggressionen?“

Sorgen macht sich der Schulleiter, dass jemand auf die Idee kommen könnte, dass neue Kunstprojekt, Skulpturen auf dem Pausenhof, zu zerstören.

Von den andauernden Sachbeschädigungen im Laufe der Jahre hat der Leiter des Hartmanni-Gymnasiums die Nase voll. Videokameras hält er für denkbar. In Berlin, erzählt Wittwer-Gärttner, seien Schulen sogar mit Zäunen gesichert, und Schüler kämen nur mit einem Ausweis durch die Einlasskontrolle. "Ich hoffe, dass es hier soweit nicht kommt.“

 

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