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Tabletklasse statt Rumgekritzel

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Am Wirtschaftsgymnasium (WG) der Andreas-Schneider-Schule Heilbronn zählen handgeschriebene Unterlagen auf Papier zu einer aussterbenden Spezies. Seit eineinhalb Jahren ist die Landkreis-Berufsschule eine Projektschule mit einer Tabletklasse. Die Schule hat allen Schülern dieser Klasse einheitliche Tablets samt Tastatur und Stift zur Verfügung gestellt. Sie machen durchweg gute Erfahrungen.

Schneller Austausch im Klassenzimmer

"Meine Schrift ist nicht die schönste. Außerdem bekomme ich durch das Medium eine bessere Struktur“, sagt Alexander Ott. Dafür sorgt zum Beispiel ein Ordnungssystem, bei dem man für jedes Fach einen extra Reiter belegt. "Vor allem die Gruppenarbeiten haben sich verändert“, erzählt André Ibrahim. Power-Point-Präsentationen lassen sich viel einfacher und schneller in einer Schülergruppe austauschen und bearbeiten.

Ideal sind die Tablets zum Beispiel beim Nutzen von Tutorials. "Mathe-Aufgaben kann man sich auf diese Weise bequem zu Hause in Youtube noch einmal anschauen“, sagt Thomas Cleesattel. Er ist der Lehrer der Tabletklasse und pädagogischer Leiter dieses Projekts. Er nennt ein weiteres Beispiel: "Einen fallenden Ball oder den Bremsweg eines Autos kann ich mir im Tutorial anschauen und berechnen.“ Außer für Naturwissenschaften bieten sich die Tablets auch für Sprachen an. "In Englisch gibt es eine Plattform fürs Lernen von Vokabeln und Stoff mit Abwechslung“, meint Lea Egner

Einige Schüler benutzen zumindest in Fächern wie Mathematik parallel noch Aufschriebe auf Papier. Das ist ihnen freigestellt. Und auf gedruckte Literatur können sie derzeit noch nicht verzichten. "Schulbücher werden von den Verlagen in der Regel noch nicht digital zur Verfügung gestellt“, weiß Cleesattel. Vor allem Verlage, die die beruflichen Bereiche abdecken, seien im Vergleich zu den allgemeinbildenden noch hinterher.

Kompetenz der Lehrer entscheidend

Cleesattel ist überzeugt: "Der Medien- und Methodenkompetenzgewinn bei den Schülern ist enorm. Wir können eine neue Lernkultur schaffen.“ Es lernen aber nicht nur die Schüler. Auch das Lehrpersonal entwickelt sich mit. "Wir haben inzwischen eine technische Betreuungsstunde eingerichtet, weil der Bedarf vorhanden ist“, sagt WG-Abteilungsleiterin Kerstin Horn.

Eine Lehrerin bietet einmal pro Woche für eine Stunde technische Hilfe an. Horn: "Das können wir auch anderen Schulen empfehlen, die sich auf den Weg machen.“ Auch Cleesattel hat dazugelernt: "Ich habe den Schülern zu viel Hilfestellung mit zu vielen Quellen gegeben.“ Nun lässt er sie selbständiger arbeiten. Kerstin Horn stellt sich oft die Frage nach der Balance: "Die Tablets sollen schließlich unterrichtsunterstützend eingesetzt werden. Wir dürfen nicht zu viel draufpacken.“

Die Lehrer setzen das Medium allerdings noch recht unterschiedlich im Unterricht ein. "Die Lehrerfortbildung ist der Knackpunkt“, hat Schulleiter Dieter Arweiler dabei festgestellt. 

 

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