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Wie dreckig ist die Luft in Heilbronn?

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Feinstaub ist nicht nur ein Stuttgarter Problem. In einer verkehrsreichen und industriell starken Stadt wie Heilbronn ist die Luft nicht alpenrein sauber – besonders jetzt, zur Feinstaubsaison zwischen Oktober und April. In einem Projekt misst die Heilbronner Stimme an ausgewählten Standorten mit 15 selbstgebauten Geräten, wie dreckig es vor Heilbronner Haustüren ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist Feinstaub?

Feinstaub besteht aus Partikeln, die kleiner sind als zehn Mikrometer – etwa ein Zehntel des Durchmessers eines Haares. Diese Teilchen sinken nicht sofort zu Boden, sondern halten sich in der Atmosphäre und können über weite Strecken transportiert werden. Das Umweltbundesamt teilt Feinstaub, englisch Particulate Matter genannt, in drei Fraktionen ein: Partikel bis zehn Mikrometer (PM10), bis 2,5 Mikrometer (PM2,5) und ultrafeine Partikel bis 0,1 Mikrometer (PM0,1).

Wie entsteht Feinstaub?

Vor allem Verbrennungsmotoren blasen die winzigen Teilchen in die Luft. Im Straßenverkehr entsteht Feinstaub auch durch Bremsen-, Reifenabrieb und Aufwirbelungen. Zu Emittenten zählen zudem Kraft- und Fernheizwerke oder Öfen und Heizungen in Wohnhäusern. Auch durch Industrie und Landwirtschaft gelangt der Staub in die Luft.

Macht Feinstaub krank?

Je feiner der Staub, desto schädlicher ist er. Wenn die Partikel nicht in der Nase oder den oberen Atemwegen aus der Luft gefiltert werden, gelangen sie tiefer in den Körper. PM2,5 können bis in die Lunge vordringen, ultrafeine PM0,1 gar bis in den Blutkreislauf. Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems können folgen.

Wo wird in Heilbronn gemessen?

Die Landesanstalt für Umwelt, Messung und Naturschutz (LUBW) misst seit den 1970ern im ganzen Land, wie viel Feinstaub sich in der Luft befindet. Auch in Heilbronn stehen zwei Stationen: Eine in der vielbefahrenen Weinsberger Straße, die vor allem die Belastung durch den Verkehr misst, und eine in der Hans-Rießer-Straße im Norden der Stadt, wo die Werte die allgemeine städtische Belastung (ohne viel Verkehr) darstellen sollen.

Was sagen die Werte der LUBW?

In der Weinsberger Straße war die Feinstaubbelastung im vergangenen Jahr an neun Tagen zwar höher als erlaubt – Heilbronn bewegt sich damit aber noch im grünen Bereich, denn das Tagesmittel von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) Luft darf europaweit übers Jahr verteilt an 35 Tagen überschritten werden. Die Grafik zeigt, dass die Feinstaubbelastung seit 2013 zurückgeht. Die Werte der Station in der Hans-Rießer-Straße bewegen sich seit Jahren im erlaubten Bereich. Hier gab es 2016 nur drei Überschreitungstage.

Dann ist ja alles gut, oder?

Die Stimme schaut sich die Belastung über die Feinstaubsaison genau an, indem sie mit 15 Geräten in der Fläche misst – und zwar direkt an Hauptverkehrsachsen, in Wohngegenden, wo viel mit Holz geheizt wird, und in der Innenstadt. Inwieweit sich die Messwerte mit denen der LUBW-Stationen decken, beobachten wir bis zum Frühjahr

Wie misst die Stimme Feinstaub?

Mit kleinen Geräten, die sich jeder selbst bauen kann. Die Komponenten kann man im Baumarkt und im Internet für rund 60 Euro kaufen. Im Wesentlichen bestehen die Geräte aus Sensor und Minicomputer, die die Werte aus der Luft auslesen und an die Server schicken. Dort werden Werte von Messgeräten aus der ganzen Welt gesammelt. Wir greifen die Heilbronner Daten ab und stellen sie detailliert  dar. Zudem analysieren wir die Werte wöchentlich

Wie verlässlich messen die Geräte?

Die Sensoren sind viel einfacher als die teuren LUBW-Stationen. Eine Studie der Landesanstalt hat aber ergeben, dass die Do-It-Yourself-Geräte zufriedenstellende Werte liefern. Probleme haben sie bei besonders kalter und feuchter Umgebungsluft. Daher beziehen wir bei der Analyse das Wetter und die Höhe ein, in der die Geräte aufgehängt werden und beschreiben Tendenzen.

Wie können Sie mithelfen?

In Stuttgart messen mittlerweile mehr als 300 selbstgebaute Geräte die Feinstaubbelastung. In Heilbronn wird das Netz gerade erst aufgebaut. Als die Stimme begonnen hat, Sensoren im Stadtgebiet zu verteilen, waren ein paar schon vorhanden. Wenn Sie auf der Karte sehen, dass in Ihrem Wohngebiet noch ein Messgerät fehlt und eines aufhängen möchten,  melden Sie sich unter feinstaub@stimme.de. Die Geräte müssen ständig mit Strom versorgt werden und via WLAN mit dem Internet verbunden sein. Die Bastelanleitung

 

 

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