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Vom glücklichen Leben ohne Arme und Beine

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Er studiert Wirtschaftswissenschaften, er fährt einen Mercedes-Sprinter und er liebt abenteuerliche Reisen rund um die Welt. Hört sich gut an, ist allerdings eine echte Herausforderung: Janis McDavid wurde ohne Arme und Beine geboren. Für den jungen Mann jedoch kein Grund, sich seinem Schicksal zu fügen. Er tut alles, um ein möglichst normales Leben zu führen. Davon berichtete der 26-jährige im Kulturhaus Würth in Künzelsau und stellte sein Buch vor "Dein bestes Leben. Vom Mut, über sich hinauszuwachsen“. 

Erweiterung seines Körpers

Mit dem, auf seine Bedürfnisse individuell angefertigten, in schickem metallic blau gehaltenen Hightech-Rollstuhl, den er als Erweiterung seines Körpers bezeichnet, bewegt sich McDavid während des Vortrags mit Leichtigkeit über die Bühne. Der zur Bedienung notwendige Joystick versteckt sich dezent unter der linken Achsel. Seine Behinderung realisiert Janis McDavid erstmals mit acht Jahren, als er sich im Hausflur bewusst vor dem Spiegel wahrnimmt. Und er ist geschockt. "Mir gefror das Lächeln, und ich schämte mich. Das zu erleben war ziemlich heftig.“ Dieser Junge hätte überhaupt nichts mehr mit jenem gemein gehabt, wie er sich selbst über die Jahre kennenlernte.

Ganz normaler Erwachsener

Aber Janis kapituliert nicht. Auf seinem Weg, ein möglichst ganz normaler Erwachsener zu werden, seien Eltern und Freunde wichtige Begleiter gewesen. "Du kannst das selbst!“, unterstützen ihn Mutter und Vater zur Selbstständigkeit. Auch die Aussage einer Freundin "Wenn ich mich auf meine Krankheit konzentriere, habe ich ein krankes Leben!“, bringt ihn zum Nachdenken und er kapiert: "Ich musste die Sichtweise ändern, wie ich auf die Welt blickte.“ Ein Erfolgsrezept: Er hat gelernt, vor allem auf die Dinge zu schauen, die er gut kann. "Für mich ist es das Wichtigste, mich so anzunehmen wie ich bin, weil das der einzige Weg für ein zufriedenes Leben ist“, stellt der 26-Jährige überzeugt fest. "Ich komme übrigens an keinem Spiegel mehr vorbei, ohne hineinzuschauen“, sagt er lächelnd. 

Geht nicht gibt's nicht

Seinen Beeinträchtigungen kann er inzwischen durchaus Positives abgewinnen: "Mein Körper bietet großartige Möglichkeiten, mich vor allem zu drücken, was keinen Spaß macht“. Die Spülmaschine auszuräumen, überlässt er gern anderen. Von besonderer Qualität aber sei für den Reiselustigen die enorme Beinfreiheit im Flieger, erheitert er sein gefesseltes Publikum im vollbesetzten Saal.

Heute stellt sich der Willensstarke gerne Projekten, bei denen viele Menschen den Kopf schütteln. Gemäß seinem Motto "Geht nicht, gibt’s nicht“ legt er einfach los und schafft Verblüffendes. Ob er mit seinem Bus im Berufsverkehr um den Arc de Triomphe braust oder wider alle Skepsis ein Auslandssemester in London studiert: Janis McDavid lebt sein bestes Leben.

Berechtigt fragen sich seine Mitmenschen im Alltag, in welcher Form sie ihm Hilfe anbieten können. Klare Ansage: "Ich kann viel mehr, wenn ihr mich nicht behindert!“

 

 

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