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Youtube-Video alarmiert Polizei

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Die Kriminalpolizei Heilbronn prüft ein Video, das zurzeit in den sozialen Medien die Runde macht. Ein Österreicher hat es bei Youtube hochgeladen. Es zeigt den Mitschnitt eines Telefongesprächs mit einem vermeintlichen Pädophilen aus der Nähe von Heilbronn. Ob das Video echt ist, klärt die Polizei. Sie geht außerdem der Frage nach, inwieweit Straftaten vorliegen. Der Vorgang hinterlässt vorerst Fragen.

Prüfen

Das Video wird in Facebook-Gruppen geteilt und erreicht zahlreiche Nutzer in der Region. Es zeigt nicht nur das Foto eines angeblich pädophilen Mannes, der in der Nähe von Heilbronn leben soll; eine Mobilfunknummer und weitere Details zur Person werden außerdem öffentlich gemacht. Im Polizeipräsidium Heilbronn kennt man das Video. "Wir prüfen, ob es strafrechtliche Relevanz besitzt", sagt Sprecher Frank Belz. Die Kripo geht unter anderem der Frage nach, ob das rund 31 Minuten lange Video das ist, was es vorzugeben scheint, nämlich der Mitschnitt eines Telefonats, in dem sich ein älterer Mann mit einer Zwölfjährigen verabredet. Ist das aufgezeichnete Gespräch vielleicht inszeniert, um viele Menschen zu erreichen und zahlreiche Klicks zu erzielen?

Missbrauch

 Die Untersuchungen der Polizei laufen in alle Richtungen. Noch ist nicht ausgeschlossen, dass das Video tatsächlich die Kontaktaufnahme eines Mannes zu einem Kind zeigt, in der Absicht es sexuell zu missbrauchen – das ist eine Straftat. Es gibt allerdings Ungereimtheiten. "So, wie die Person in dem Video genannt ist, gibt es sie nicht", sagt Polizeisprecher Frank Belz. Die Ermittler haben die angegebene Mobilfunknummer und Namen abgeglichen. Sie passen nicht zusammen. Unklar ist auch, wer die Person auf einem Handyfoto ist, das in dem Video gezeigt wird.
 
Offen ist, ob gegebenenfalls Persönlichkeitsrechte verletzt worden sind.Nach derzeitigem Stand vermutet die Polizei Heilbronn, dass es sich bei dem Video um eine Fälschung handelt. Nutzer, die es auf Facebook teilen, machen sich nicht strafbar, sagt Belz. Vorsehen sollte sich allerdings, wer Kommentare abgibt. Wer beispielsweise zu einer Straftat aufruft oder Hetze betreibt, macht sich strafbar. Die Meinungsfreiheit hat ihre Grenzen.

Aufmerksamkeit

In Österreich sind die Macher dieser Videos bekannt. Sie haben sich im Internet wiederholt als Minderjährige ausgegeben, um mutmaßliche Pädophile anzulocken. Vor tausenden Zusehern im Facebook-Livestream sollen sich die Männer dann rechtfertigen, warum sie sich mit einer Minderjährigen treffen wollten. Die Youtuber erzeugen Aufmerksamkeit im Netz und bei Ermittlern. In einem Fall ersuchte die Staatsanwaltschaft Halle Kollegen in Steyr, gegen einen der Youtuber zu ermitteln, teilt die Staatsanwaltschaft Linz mit.
 
 
 
 
 
 
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