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Alles außer Abriss kostet fast 20 Millionen Euro

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Welches Angebot bleibt für ältere Menschen? Warum baut man kein Freibad? Wohin gehen Familien mit Kindern, wenn das Spaßbad abgerissen wird? Einen Tag nachdem die Stadt Neckarsulm drei Varianten zur Zukunft des Aquatolls benannt hat, über die der Gemeinderat am 17. Mai entscheiden soll, gibt es viele Fragen – und noch mehr Meinungen. Fast 200 Mal wird der Heilbronner Stimme -Beitrag bei Facebook kommentiert. Viele Leser nutzen den Kontakt zur Redaktion. Ein einheitliches Bild ergibt sich nicht – das zeigt auch eine Straßenumfrage. Die Reaktionen reichen von Bedauern bis Schulterzucken

Verschiedene Meinungen

Christa Noller nennt das Aquatoll für Kinder und Familien unverzichtbar. "Der Abriss wäre ein Verlust, das Aquatoll ist ein Aushängeschild.“ Sanieren, das würde sich die Erlenbacherin wünschen. Auch Erich Heiß aus Möckmühl ist ein Freund des Bades. Er nutzt das Angebot regelmäßig – und gern. Christa Baumann beklagt eine fehlende Alternative für ältere Menschen. "Man sollte das alte Aquatoll abreißen“, meint dagegen Erich Werner aus Oedheim. Stattdessen würde er ein Bewegungszentrum wie das der TSG in Heilbronn bauen. „Das ließe sich gut bewirtschaften.“ Finanziell neben Sinsheim zu bestehen, hält er für schwierig. Ein Bad sei besser als ein Fitnesszentrum, meint Stephan Kienle. Der 51-Jährige arbeitet bei Fujitsu-TDS in Neckarsulm. Früher sei er häufig mit den Kindern im Aquatoll gewesen. Heute besucht er "fast jede Woche“ das Freizeitbad. Dass es verschwinden könnte, löst jedoch keinen Sturm der Entrüstung bei ihm aus.

Abriss?

Am Mittwoch teilt die Stadt die Kosten für die drei Zukunftsvarianten mit: bis zu 19 Millionen Euro. Zieht man den einstelligen Millionenbetrag ab, mit dem die Schwarz-Gruppe den Bau des Fitness-Centers unterstützen würde, verbleibt trotzdem ein zweistelliger Millionenbetrag bei der Stadt. "Das einzige, was wirklich eine Entlastung bringt, ist, das Erlebnisbad und die Sauna abzureißen“, erklärt Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig dazu. "Deshalb haben wir uns ja so schwer getan. Einen Königsweg gibt es nicht.“ Die zukunftsträchtigste Option bleibe für ihn, das Erlebnisbad abzureißen und ein Fitness- und Gesundheits-Center zu bauen. Darin sieht er das schlüssigste Gesamtkonzept. Das Angebot der Schwarz-Gruppe sei auf Initiative der Stadt entstanden. "Es gibt durchaus auch Interesse von anderen Firmen, wenn das Konzept steht“, sagt Hertwig. Die Zusage für eine Einmalzahlung für ein Fitness-Center bestätigt die Schwarz-Gruppe. Die tatsächliche Gestaltung sei aber Sache der Stadt Neckarsulm. Ein Fitness-Center auf dem Schwarz-Gelände oder an anderer Stelle müsste das Unternehmen dann prüfen, falls sich der Gemeinderat gegen die Pläne entscheidet.

Ungewissheit

"Wir haben das Bad damals aus Imagegründen gebaut“, sagt Dr. Erhard Klotz, von 1967 bis 1992 Stadtoberhaupt von Neckarsulm. "Ich habe vollstes Verständnis für die schwierige Situation. “Auch dafür, dass die Stadt angesichts der Finanzen über einen Abriss nachdenke. "Ich möchte mir kein Urteil erlauben“, betont der 79-Jährige. Eine Entscheidung müssten die politisch Aktiven treffen. Für ein weiteres Fitnessstudio sieht Michaela Schwabe keinen Bedarf. Die 32-Jährige Neckarsulmerin würde das Bad behalten. "Ein Freibad fehlt den Neckarsulmern“, stellt Angelika Schmiegel fest. Es wäre schön, wenn das Bad erhalten bliebe, sagt auch Heinz Willigalla aus Neckarsulm. Für ihn hat das Aquatoll immer noch Zugkraft. Davon profitierten auch Gastronomie und Geschäfte der Stadt. Übrigens: Ein Vorbild für das unternehmerische Engagement gibt es bereits in der Region. Vor wenigen Wochen hat sich Reinhold Würth bereit erklärt, die Sanierung des Solebads in Niedernhall mit 1,5 Millionen Euro zu unterstützen.

Varianten eins bis drei

Am 17. Mai soll der Neckarsulmer Gemeinderat über die Zukunft des Aquatolls entscheiden, drei Varianten stehen im Raum: Ein Komplettabriss von Erlebnisbad und Sauna würde rund drei Millionen Euro kosten, so die Information der Stadtverwaltung. Bei einer Sanierung von Erlebnisbad und Sauna mit Neubau eines Fitness-Center sind rund 19 Millionen Euro kalkuliert. Von einem ebenso hohen Betrag geht die Stadt aus, wenn das Erlebnisbad abgerissen, aber die Sauna saniert und ein Fitness-Center gebaut wird. Der Unterschied liegt hier nur in den Umbau- beziehungsweise Sanierungskosten für Eingang und Umkleidebereich. Die finanzielle Unterstützung durch die Schwarz-Gruppe für das Fitness-Center ist noch nicht abgezogen. jun

 


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