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Informatikfans aufgepasst

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"Es wird spannend", sagt Benjamin Weber. Der Informatiklehrer des Eppinger Hartmanni-Gymnasiums (HGE) freut sich auf das neue Profilfach IMP, das ab September voraussichtlich an 18 Schulen im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums Stuttgart angeboten wird. Eppingen hat die Zusage bereits: Achtklässler können sich künftig für Informatik-Mathematik-Physik entscheiden, das vierstündig in den Stufen acht bis zehn unterrichtet wird. Zur Auswahl stehen am HGE außerdem Spanisch, Französisch oder Naturwissenschaft und Technik (NWT).

Die Begeisterung ist groß

Das Interesse am neuen Fach war schon vor der Genehmigung groß. "Es gibt Schüler, die sich davon begeistern lassen", weiß Informatiklehrer Alexander Berchtold. 15 Mädchen und Jungen haben IMP gewählt, nachdem sie bereits in Klasse sieben Informatikunterricht haben. Der sei allerdings nur rudimentär, sagt Benjamin Weber. Die Vertiefung erfolge ab Klasse acht im Profilfach. Dann werden die einzelnen Bereiche getrennt gelehrt: Zwei Stunden Informatik und je eine Stunde Mathematik und Physik stehen für IMP zusätzlich auf dem Stundenplan. In den folgenden Jahren wechselt jeweils das Leitfach. "Die Fächer bleiben erkennbar“, erklärt Physiklehrer Georg Kirchgeßner. Auch wenn die Bereiche Bezug aufeinander nehmen.

Was die Schüler mitbringen müssen 

Wer sich für IMP entscheidet, sollte analytisches Denken und Spaß am Knobeln mitbringen, sagen die Fachlehrer. Es sei eine Gedankenschule, erklärt Weber, durchaus alltagsrelevant, auch wenn es eher um die Logik hinter den Aufgaben als um Anwendungsbeispiele gehe. Ein Schüler sollte dafür den notwendigen Biss mitbringen und das Interesse an den Zusammenhängen. Das Fach sei weniger experimentell als das bestehende NWT. "Das Fachwissen steht im Vordergrund“, so Kirchgeßner.
 
Schulleiter Uwe Wittwer-Gärttner sieht in dem "anspruchsvollen Programm“ eine Erweiterung des Bildungsangebots auch für begabtere Schüler: "Wir bieten eine Spezifizierung.“ Die Differenzierung sei sinnvoll, beispielsweise komme so auch Astronomie auf den Stundenplan. "Das Interesse bei den Schülern ist da“, sagt Alexander Berchtold. Mit den vermittelten Grundlagen stehe jedem die Wirtschaft offen, ist Georg Kirchgeßner überzeugt. Das neue Fach sei eine logische Weiterentwicklung des bestehenden Unterrichts. Der sieht Medienbildung in Klasse fünf und sechs vor sowie seit diesem Jahr Informatik in Klasse sieben. "Der Bildungsplan muss die Zeit abbilden“, sagt der Physik-Fachberater. Dazu gehöre Informatik, was nicht nur Betriebe immer wieder einfordern. Auch Hochschulen wünschen sich besser ausgebildete Abiturienten.

Mathematik und Physik bleiben Pflicht 

Mathematik und Physik sind weiterhin für alle Schüler Pflicht, das Profil kommt oben drauf. Wer IMP wählt, habe im normalen Unterricht keinen Vorteil, betont Weber. Die Inhalte seien verschieden und im Bildungsplan festgeschrieben. Als Vorbereitung für den Informatikstoff in der Oberstufe wird weiterhin eine AG in Klasse zehn angeboten. Die Einrichtung des neuen Profilfachs haben Lehrer und Schulkonferenz gemeinsam beschlossen. "Alle Gremien waren beteiligt“, betont der Schulleiter. Auch der Gemeinderat hatte dem Antrag der Schule zugestimmt.
 
Damit gehört Eppingen zu den ersten Schulen im Land, die das Fach anbieten, weitere sollen 2019 folgen. Die Ressourcen sind bereits vorhanden, Investitionen seien nicht nötig, so die Schule. Das Gymnasium verfügt über ausreichend Lehrer und Fachräume.
 
 
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