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Hostelarbeit und neue Freunde

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Hola meine Lieben, seit einem Monat arbeite ich nun schon im "Hostel Suites Florida“ in Buenos Aires und mittlerweile habe ich mich auch gut an die ungewohnte Situation, die verschiedenen Gäste und vor allem auch an die unterschiedlichen Sprachen gewöhnt.

Arbeit an der Rezeption

Ich arbeite 24 Stunden in der Woche und je nachdem, wie die Stunden aufgeteilt sind, habe ich die restlichen Tage frei. Die Hauptarbeit an der Rezeption besteht darin, Reservierungen der Gäste aufzunehmen, beziehungsweise sie zu verändern, sowie die Check-in und Check-out's durchzuführen mit allem, was dazugehört.

Ansonsten bin ich eigentlich das Mädchen für alles und darf jegliche Fragen der Gäste beantworten und ihre Probleme lösen. Von "Das Licht in meinem Zimmer funktioniert nicht." bis "Wo kann man in der Stadt am besten Feiern gehen?“ ist alles dabei. Gar nicht so einfach, das alles zu beantworten, wenn man, erstens keine Ahnung hat wo dieses und jenes ist, weil man selbst erst seit ein paar Wochen in Buenos Aires wohnt. Und zweitens, weil man teilweise grundsätzlich gar nicht versteht, was die Gäste überhaupt von einem wissen wollen, aufgrund der sprachlichen Barriere.

Sprachliche Missverständnisse

Die Sprache ist ein echt wichtiger Punkt. Wie ich feststellen musste, hat mein doch ziemlich gutes Schulspanisch nicht mal annähernd für die Arbeit an der Rezeption gereicht. Das liegt daran, das es sich schlichtweg um ein komplett anderes Vokabular handelt, welches hier benötigt wird. So erscheint auf einmal die Frage nach Klopapier ("papel higiénico“) wie eine Herkulesaufgabe. Dafür muss man aber auch sagen, dass man nach einmaliger Suche nach der Bedeutung eines Wortes, diese nicht mehr so schnell vergisst.

Durch solche sprachlichen Lücken und Missverständnisse entstehen dabei außerdem auch die besten Geschichten, über die man im Nachhinein einfach nur noch lachen kann. Beispielsweise habe ich einmal eine Koreanerin, die nach einem "Laundry“ (Waschsalon, aber "lan-dri" ausgesprochen) gefragt hat, mit ihrer dreckigen Wäsche in die Bar unter dem Hostel geschickt, da ich davon ausgegangen bin, dass sie einen "Long Drink“ wollte. Zumindest habe ich aber nicht, wie es einem anderen Rezeptionisten zuvor passiert ist, einem Mädchen, welches nach einem "Restroom“ (Badezimmer) gefragt hat, gesagt wir hätten hier direkt neben der Rezeption eine Couch. Er ist davon ausgegangen, sie wolle ein Zimmer ("room") zum Ausruhen ("rest").

Argentinischer Akzent

Mein Spanisch hat sich während meiner Zeit hier aber auch grundsätzlich sehr verbessert. Man redet nach einer gewissen Zeit einfach viel entspannter und muss nicht mehr so viel darüber nachdenken, was man sagen will. Und das, obwohl Buenos Aires wahrlich nicht der beste Ort ist, wenn man ausschließlich auf Spanisch lernen aus ist. Mit dem argentinischen Akzent und der Menge an Brasilianern, die hier zum Urlaub machen oder arbeiten herkommen, muss man echt aufpassen, dass man nicht auch direkt anfängt, "portuñol“, anstelle von "castellano" zu sprechen.

Aber abgesehen von den Brasilianern, die mehr schlecht als recht irgendeine andere Sprache als portugiesisch sprechen, erschwert auch der argentinische Akzent die Kommunikation, weil man die Bedeutung von teils auch bekannten Wörtern nicht richtig zuordnen kann. Aber nach einem Monat Hardcore-Konfrontation mit diesem Umstand, lernt man schnell, auch dem tiefsten Brasilianer die Regeln des Hostels begreiflich zu machen. Und sollte es dann mal doch nicht klappen, hat man zum Glück immer noch tolle Kollegen, die im schlimmsten Fall übernehmen können.

Dementsprechend beginnt mir mittlerweile die Arbeit an der Rezeption, die mir am Anfang noch ordentlich Panik bereitet hat, langsam Spaß zu machen.

Neue Freunde

Jetzt aber zu einem eindeutig erfreulicheren Teil meiner Arbeit. Durch meine Mitarbeit im Hostel lebe ich auch dauerhaft mit anderen Mitarbeitern zusammen in einem Zimmer. Dadurch haben sich schon viele enge Freundschaften geschlossen und eine Gruppe entwickelt, die regelmäßig zusammen was unternimmt. Sei es jetzt weggehen zu einer "Boliche“(Party) in Palermo oder ein gemütliches Zusammensitzen im Aufenthaltsraum, bei welchem wir "Mate“ und "Tereré“ trinken und dazu Gitarre spielen und singen.

Vieles machen wir mittlerweile gemeinsam, wodurch man sich eigentlich nie einsam fühlt oder Heimweh hat. Ich habe hier sogar einen Mitfreiwilligen gefunden, mit dem ich nach meiner Zeit in Buenos Aires durch das Land reisen werde. Schade ist es nur, wenn uns dann einer verlässt und man sich von ihm verabschieden muss. Aber dafür gibt es dann auch immer neue Personen, die man kennen lernt, wodurch es nie langweilig wird.

Auch von der grundsätzlichen Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen hier, aufgrund welcher man sich sofort geborgen und aufgenommen fühlt, könnte ich Lieder singen. Aber davon, wann anders mehr ...

Bis dahin hasta luego,
eure Alina

 

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