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Menschen und Traditionen

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Hola meine Lieben, hier in Argentinien läuft alles ein bisschen anders. Es ist zwar kein kompletter Kulturschock, wie ich es erwartet habe - das kann aber auch daran liegen, dass ich im Moment noch in einer Großstadt lebe, anstatt auf dem richtigen Land. Anders ticken tun die Menschen aber trotzdem.

Argentinischer Lebensstil

Es ist alles viel entspannter und gemütlicher hier. Das gefällt mir eigentlich ziemlich gut, meistens zumindest. Manchmal geht es einem aber auch echt auf die Nerven. Dadurch sind nämlich deutsche Werte, wie Pünktlichkeit und ein geregelter Ablauf, praktisch zum Scheitern verurteilt. So wird auch schnell mal aus "Wir müssen um 11 Uhr dort sein“ , "Wir gehen erst um 11.30 los".

Durch die Entspanntheit sind die Menschen aber auch viel herzlicher und hilfsbereiter. Man wird standardmäßig immer mit einem Kuss auf die Wange und einer Frage nach seinem Befinden begrüßt. Auch sonst versuchen einem alle, so gut wie möglich zu helfen. Es kam auch schon vor, dass mir spontan Schuhe geschenkt wurden, als meine kaputt gegangen sind. Zu diesem Vorfall aber wann anders mehr.

Nur im Straßenverkehr merkt man nicht viel von dieser Entspanntheit, die die Argentinier sonst an den Tag legen. Dort fahren sie nämlich in meinen Augen wie die reinsten Verrückten, wodurch schnell auch mal aus einer fünfspurigen Straße eine siebenspurige wird. Dementsprechend versuche ich das Auto fahren hier auch tunlichst zu vermeiden und steige lieber auf öffentliche Verkehrsmittel wie den Bus und das Taxi um.

Mate trinken

Genauso werden viele Sachen geteilt ohne überhaupt darüber nachzudenken, so auch das Nationalgetränk der Argentinier Mate. Mate ist ein bitterer, traditioneller Tee, bei welchem das Matekraut Yerba in einem bearbeiteten Kürbisgefäß mit heißem Wasser aufgefüllt und durch einen Metallstrohhalm ("bombilla") getrunken wird. Der Mate wird dabei meistens in einer großen Runde getrunken und weitergegeben, bis jeder was davon hatte.

Für die brasilianische, süße und kalte Version von Mate ("tereré") habe ich mir mittlerweile sogar einen eigenen Kürbis gekauft. Beim Mate- und Tererétrinken geht es aber sowieso mehr um das Zusammensitzen und Unterhalten mit den Freunden als um das Getränk an sich, obwohl dieses auch ziemlich lecker schmeckt.

Das Asado-Essen

Ein anderes gesellschaftliches Ereignis stellt das Asado-Essen dar. Dabei grillt ein Asador in stundenlanger Feinstarbeit einen ganzen Berg von Fleisch für seine Gruppe. Dafür wird oft gerne ein gesamter Tag verwendet. Dementsprechend sind die Argentinier auch zurecht sehr stolz auf ihr Fleisch und haben den mit höchsten pro Kopf Verbrauch an Fleisch auf der Welt. Die Suche nach Beilagen gestaltet sich folglich schwierig, besonders wenn nur Männer anwesend sind.

Nationalgericht Empanadas

Ein anderes Nationalgericht der Argentinier sind die Empanadas. Das sind kleine Teigtaschen, die entweder im Ofen oder in der Friteuse zubereitet werden und mit Hackfleisch, Hühnchen oder Gemüse gefüllt sind. Sie sind ein Must-eat auf jeder Argentinienreise und ein leckerer Snack für Zwischendurch, den man an praktisch jeder Ecke bekommen kann.

Tango auf der Straße

Weg vom Essen sind die Argentinier besonders für ihren Tango bekannt. Der Tanz, der ursprünglich aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires kommt, ist mittlerweile im ganzen Land populär geworden. Regelmäßig sieht man hier die Leute einfach auf der Straße oder in Restaurants Tango tanzen. Der melancholisch emotionale Tanz hat hier schlichtweg Kultstatus angenommen, auch außerhalb des Armenbezirks La Boca.

Dementsprechend halte ich auch einen Besuch einer richtigen Tango-Show für unerlässlich, wenn man einen Trip nach Buenos Aires plant. Dieser ist das zusätzliche Geld meiner Meinung nach absolut wert. Einen meiner bisher schönsten Abende in Buenos Aires habe ich bei einer solcher Tango-Show verbracht.

Stolz auf Fußball

Besonders stolz sind die Argentinier auch auf ihren Fußball und ihr Idol aus alten Zeiten - Maradonna. Dabei scheuen sie auch keinen Streit mit Brasilianern, wer besser gewesen sei - Maradonna oder Pelé. Bei Interesse kann man sich ein Spiel der ansässigen Fußballmannschaft La Boca Junior in dem Stadion La Bombonera in La Boca anschauen. Da aber jeder stolze Deutsche weiß, dass es den besten Fußball sowieso in Deutschland gibt, habe ich mir den Besuch eines Spieles hier gespart. ;))

In dem Sinne: Hasta luego,
Eure Alina

 

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