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Ushuaia - Am Ende der Welt

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¡Hola meine Lieben! Am Ende der Welt - genauer gesagt in Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens, ging für mich nun meine Rundreise los und zwar mit einem Knall. In meinen Augen ist Ushuaia der perfekte Ausgangspunkt für eine Reise durch Südamerika. Warum das so ist, erzähl ich euch jetzt. 

Der Nationalpark 

Begonnen haben wir mit dem Parque nacional tierra del fuego. Dieser Nationalpark vereint einfach alles, was Ushuaia zu bieten hat. Hohe Berge, grüne Lagunen und ewig lange Seen und Flüsse. Und egal wo du hingehst. Es bietet sich einem immer wieder ein neues, atemberaubendes Panorama. Da kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es ist auch für jede Schwierigkeitsstufe was dabei, sodass jeder das richtige Ziel für sich ansteuern kann. 

Dabei bedeutet allerdings die Schwierigkeitsstufe "Mittel“ schon, dass man sich durch einen Wald schlagen, über Steine klettern und durch Schlamm waten durfte. Gerade an diesen Adventure-Wegen haben wir besonderes gefallen gefunden. Dadurch haben sich die Wanderungen für die nächsten Tage schon beinahe von selbst geplant. Sollte man allerdings nur einen einzigen Tag in Ushuaia haben, ist der Nationalpark das absolut richtige Ziel.

Das Bergsteigergefühl 

Von den mittleren Wanderstrecken sind wir am nächsten Tag direkt zu den schwierigen übergegangen. Das Ziel war diesmal also der "Glacier Matrial“. Eine Sache vorab: Einen 825 Meter hohen Berg zu erklimmen ist absolut nicht ohne und geht doch sehr an die Kraftreserven. Vor allem meine Oberschenkelmuskulatur und Kondition hat darunter gelitten … sehr gelitten. Aber all diese Strapazen waren es absolut wert gewesen, als wir nach elf Kilometern bergauf, endlich angekommen waren.  

Die letzten 30 Meter bergauf zum Gletscher waren, aufgrund einer praktisch senkrechten Felswand, nur mit richtiger Wanderausrüstung bezwingbar. Nicht dass wir es nicht versucht hätten, aber im Endeffekt hat dann doch der Überlebensinstinkt triumphiert. Nichtsdestotrotz hatten wir das Eis erreicht, da eine kleine Eisscholle vom Gletscher abgebrochen war. Wir waren mehr als nur von Stolz erfüllt, hier tatsächlich angekommen zu sein. 

Außerdem hatte man einen atemberaubenden Überblick über die gesamte Landschaft und über die Stadt Ushuaia, die auf einmal ganz klein dort unten im Tal wirkte, von wo aus wir gestartet waren. Sowas zu sehen, zu sehen wie weit man es aus eigener Körperkraft geschafft hat, ja, das muss das Gefühl sein, das jeglichen Bergsteiger und Wanderer antreibt, einen noch höheren und höheren Berg zu erklimmen. Es war schlichtweg überwältigend.

Eisige Kälte?

Die nächste Wanderung führte uns zur "Laguna Esmeralda“. Nach dem voran gegangenen Tag, zu meiner Freude wieder nur eine mittlere Wanderstrecke, die größtenteils im Tal blieb. Das bedeutete allerdings auch, dass es wieder ein absolute Adventure-Strecke war, Bäume, Wurzeln und Schlamm inklusive. Sauber blieb da nichts lange, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass es in Ushuaia mindestens einmal am Tag regnet. Das Wetter wechselt allgemein gefühlt im Zehn-Minuten-Takt zwischen herrlichem Sonnenschein, heftigem Wind und mal mehr oder weniger starken Regengüssen. 

Man muss also immer auf alles vorbereitet sein. Nur eine Sache blieb aus: die eisige Kälte, vor der  uns alle gewarnt haben. Nicht mal direkt neben dem Gletscher, war es so eisig, wie es alle Südamerikaner dargestellt haben, geschweige denn im Tal. Einen Großteil der Strecke zur Lagune habe ich nur im Langarmshirt und Leggings absolviert. Gefroren habe ich dabei trotz meiner Frostbeulenmentalität nicht.

Perfekte Lagune

Das lag möglicherweise aber auch daran, dass ich meine ganze Konzentration auf den herausfordernden Weg legen musste, um mir nicht die Beine zu brechen oder im Schlamm stecken zu bleiben. Das ist nämlich mehrfach beinahe passiert, als man im Moor auf einmal eingebrochen ist und knöcheltief im Schlamm stand. 

Frei nachdem Prinzip "Der Weg ist das Ziel“, hatten wir uns aber einen unglaublichen Spaß daraus gemacht, uns aus solchen wortwörtlichen „Drecks“-Situationen wieder zu befreien. So kamen wir dann doch irgendwann an einem Ort an, der so schön ist, dass man seinen eigenen Augen nicht glauben kann.

In diesem Fall war es die perfekt babyblaue Lagune, die zwischen mehreren Bergen eingekesselt war und eine Kulisse der Makellosigkeit bietet. Ein einfach überwältigend schöner Anblick nach einer überwältigend abenteuerlichen und witzigen Wanderung. Ein rundum gelungener Tag.

Aufregende Kanalfahrt 

Nach 3 Tagen des Durchwanderns haben wir uns nun auch eine Pause gegönnt und sind mit dem Boot raus auf den Beagle Kanal gefahren, von welchem aus man wieder ein wunderschönes Panorama genießen konnte. Aber das Highlight der Tour war die Tier- und Pflanzenwelt, die sich auf die kleinen Inseln in Mitten des Beagle Kanals verteilte. 

Wir kamen an einigen Inseln vorbei, die komplett von Seelöwen und Kormoranen übersät waren. Ich persönlich habe noch nie zuvor so viel Seelöwen auf einem einzigen Fleck gesehen. Vermutlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis ich so einen Anblick wieder zu Gesicht bekomme. Außerdem haben wir einen Wal gesehen, welcher an der Oberfläche entlang geschwommen ist. Wir konnten beobachten, wie er immer wieder ab- und auftauchte, um Luft zu holen. Ein unglaublich großartiges Gefühl, solch ein majestätisches Tier in freier Wildbahn zu sehen. 

Weitere Ziele

Auch am südlichsten Leuchtturm Argentiniens kamen wir vorbeigefahren. Zum Abschluss sind wir dann noch auf der Insel Bridges an Land gegangen, auf welcher uns ein Guide über die Besonderheit der Pflanzenwelt in Ushuaia und auf dem Beagle Kanal mehr erzählt hat. Und da die gesamte Insel praktisch wie eine einzige riesige Pflanze aussieht, gab es da auch einiges interessantes zu berichten, worauf man vorher gar nicht geachtet hat.

Für mich geht es nun weiter nach Punta Arenas, auf die chilenische Seite Patagoniens, wo weitere Wanderungen und Erlebnisse auf mich warten. Wenn es ab jetzt so weiter geht wie es begonnen hat, werden es auf jeden Fall zwei atemberaubende Monate werden, in welchen ich reise. Dabei halte ich euch natürlich auch immer auf dem neuesten Stand.

Besos,
Alina

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