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Die andere Seite Patagoniens

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¡Hola mis amigos! Wie bereits angekündigt sind wir jetzt wieder im argentinischen Teil Patagoniens unterwegs. Hier werden wir nun versuchen, uns weiter Richtung Norden hochzuarbeiten.

Großes Eis

Unser erstes Ziel in Patagonien war das Städtchen "El Calafate“. Obwohl uns die Stadt mit ihren ganzen Holzbauten schon allein mit ihrem Schwarzwaldflair überzeugte, war das wahre Highlight der "Perito Moreno“ - Gletscher im Nationalpark Los Glaciares. Von El Calafate aus, konnten wir diesen am Besten erreichen. 

Der 35 Kilometer lange Gletscher gehört zu dem größten Eisfeld der südlichen Hemisphäre direkt nach der Antarktis. Besonders wenn man davor steht konnte man spüren wie gewaltig dieser Gletscher ist, der sich die ganze Zeit ein bisschen verändert. Man hört sogar das Knacken und Krachen des Eises und das laute Donnern, wenn eine Eisscholle dabei war, sich vom Gletscher zu lösen. Ein absolut beeindruckender und surrealer Moment.

Viele Möglichkeiten

Weiter ging es nach "El Chaltén“ - der Wanderhauptstadt Argentiniens. Das 1600 Seelen Dorf liegt in einem kleinen Tal, eingekesselt von mehreren Bergen und Flüssen. Mit dieser Lage bietet es tatsächlich die perfekte Ausgangssituation zum Wandern, da man einfach in jede Himmelsrichtung loslaufen kann und auf irgendwas stoßen wird. Zum Beispiel auf den Chorrillo del Salto (Wasserfall), auf verschiedene miradores (Aussichtspunkte), die Laguna Torre oder auf den Berg, für den das Örtchen bekannt ist – den Fitz Roy. Hier genossen wir dann noch unsere letzten Tage Wandern bevor wir dann wieder in den Norden zogen, um uns anderen Aktivitäten zu widmen. 

Auch hier bewies Patagonien mal wieder, dass es in der Wechselhaftigkeit des Wetters unübertreffbar ist. So hatten wir am ersten Tag wunderschönen Sonnenschein mit schon beinahe sommerlichen Temperaturen, bei welchen es so richtig Spaß machte zum Wasserfall hinzuwandern. Am nächsten Tag folgten aber schon wieder sturmartige Regenfälle und Weltuntergangsstimmung herrschte. 

Sommer zu Winter

Da wir dieses Mal das Glück hatten nicht im Zelt, sondern in unserem schönen beheizten Hostel festzustecken, entschlossen wir uns dazu, den Weltuntergang in eben diesem einfach abzusitzen und auf wieder besseres Wetter abzuwarten. Am nächsten Tag ging es für uns dann wieder los zu der Laguna Torre. Ob das Wetter nun besser war oder nicht, darüber ließ sich streiten. Für mich war die Situation allerdings eindeutig: Schnee ist besser als Regen. 

Und auch wenn man von den eigentlichen Zielen nicht mehr viel erkennen konnte, strahlte das weißbepuderte Land doch wieder eine Schönheit aus, die einen zum Schneeballwerfen und Schneemannbauen bewegte. So schnell kann das hier halt gehen in Patagonien – innerhalb von drei Tagen vom Sommer zum Winter.

Am darauffolgenden Tag verabschiedeten wir uns von dem Dorf und nach einer 24 stündigen Busfahrt kamen wir dann in Bariloche, an der nördlichen Grenze Patagoniens, an. Bei solchen langen Fahrten wird einem dann auch wieder schlagartig bewusst, in welchen Größenverhältnissen man sich hier bewegt, da Südamerika insgesamt einfach ganz andere Dimensionen besitzt. 

Loyale Tiere

Da wir mittlerweile nach ein wenig Abwechslung vom ganzen Wandern suchten, setzten wir eine Fahrrad- und Raftingtour an. Die Fahrräder liehen wir uns am Anfang des "Circuito chico“ (kleine Rundfahrt) aus. Dann ging das radeln über Berg und Tal schon los. Dabei konnte man regelmäßig an verschiedenen Aussichtsplattformen, Bergen und Seen stoppen, um einfach den Blick und das schöne Wetter zu genießen. Begleitet wurden wir auf unserer gesamten Fahrradtour von einem lebensmüden und gemeingefährlichen Hund, wie man es hier standardmäßig auf jeglichen Wanderungen üblich war. 

Dieser hatte leider die Angewohnheit uns nicht mehr von der Seite weichen zu wollen und vorzugsweise vor die Reifen zu springen und sitzen zu bleiben, wenn man ihm bergabwärts zu schnell wurde. Da wundert es mich auch gar nicht, dass es irgendwann zum unvermeidlichen kam und ich bei voller Fahrt den Berg runter auf der Flucht vor dem Hund vom Fahrrad stürzte, nur um dann von ihm wieder eingeholt zu werden. Sind eben sehr loyale Tiere diese Hunde …

Zauber verflogen?

Unsere Raftingfahrt über den Rio Manso verlief dagegen richtig ruhig und entspannt. Wie wir im Nachhinein erfuhren, war diese Raftingfahrt ein Rafting für die ganze Familie, wodurch wir auch einen circa sechsjährigen Jungen bei uns im Boot sitzen hatten. Entsprechend leicht und langsam wurde die Fahrt auch gehalten. Es war nichtsdestotrotz ein schöner Bootsausflug, in welchem man das Boot mit seinen eigenen Paddeln steuerte und als Team zusammenarbeite. Außerdem wurde man auch mit einem wunderschönen Ausblick auf die Natur belohnt.

Mehr von der vielfältigen Natur um Bariloche herum konnten wir noch auf zwei weiteren Ausflügen genießen, die wir uns in der Stadt gebucht haben: einmal zum Cerro Tronador (Berg im Nationalpark) und einmal zu der Sieben-Seen- Route bis zu dem Örtchen San Martin de los Andes. Auf der "Cerro Tronador“-Tour gab es dann wieder die volle Dröhnung Nationalpark mit Bergseen, Inseln, Flüssen und Gipfeln. 

Jeder Nationalpark für sich ist wirklich überwältigend schön hier unten in Patagonien, aber ehrlich gesagt gleichen sich langsam alle in unseren Augen, wodurch der Zauber ein wenig verloren geht. Das einzige wirklich besondere was wir auf dieser Tour gesehen haben, war der "schwarze Gletscher“, der aufgrund von Gesteinseinlagerungen entstanden ist. 

Süßes Fest

Die Sieben-Seen-Tour verlief ähnlich: Jeder einzelne für sich wunderschön, im Endeffekt aber doch wieder irgendwie gleich. Trotzdem habe ich jeden einzelnen Ausstieg an einem neuen See genossen, sowie auch den entspannten Nachmittag in dem malerischen Städtchen San Martin de los Andes.

Mein persönliches Highlight aber war das viertägige Schokofest, welches zu Ehren der Osterfeiertage in Bariloche gefeiert wurde. Dabei wurde die gesamte Fußgängezone mit riesigen bunten Eiern geschmückt und sogar ein Haus nur aus Schokolade errichtet. Eine 200 Meter lange Schokotafel wurde auch in Zusammenarbeit verschiedener großer Schokolaterien zur Schau gestellt. Das war ein wahrhaft süßes Fest für alle Schleckermäuler unter uns. 

Auf alte Pfade

Im Rückblick auf den ganzen südlichen Teil Südamerikas kann ich nur sagen, dass es eine absolut wunderschöne Zeit war, die ich dort verbringen durfte. Ich kann diese Reise jedem ans Herz legen. Trotzdem freue ich mich jetzt wieder in den sehr kulturgeprägten Norden zu kommen, wo man mal wieder was anderes sehen und machen kann.

Besos,
Alina

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