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Vielfältige Atacama-Wüste

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¡Hola mis amigos! Die letzten Tage waren wir in der Atacama-Wüste von Chile auf 3500 Höhenmeter. Eins muss man dabei wirklich sagen: Ich bin absolut froh, dass wir im südamerikanischen Ende vom Herbst hier waren und nicht im richtigen Sommer. Die Hitze war nämlich teilweise unerträglich. Da will ich gar nicht so genau wissen, wie es hier im Hochsommer mit 40 Grad Celsius im Schatten aussieht. Besonders, da die Höhe der Kondition schon ordentlich zugesetzt hat.

Anstrengende Radtour

Gelebt haben wir im kleinen Dorf "San Pedro de Atacama“, von wo aus unsere ganzen Touren starteten. Als erstes stand eine Fahrradtour durch die "Valle de la luna“ (Mondtal) an. Wenn man dieser Strecke entlangradelt, versteht man auch schnell, woher das Tal seinen Namen hat. Man hat nämlich tatsächlich das Gefühl, als würde man durch eine Mondlandschaft fahren.

Mit den riesigen Dünen, Salzminen und Steinkonstruktionen sieht es einfach irgendwie überirdisch und surreal aus. Alles andere als surreal hingegen, war die Anstrengung, die man aufbringen musste, um das Fahrrad bei Mittagshitze über Sand- und Schotterwege zu manövrieren, ohne dabei wegzurutschen. Da wundert es einen auch nicht, dass man es am nächsten Tag in allen Gliedern gespürt hat. Aber hat ja auch schließlich niemand behauptet, so eine Mondwanderung wäre leicht.

Warme Fontänen 

Unser zweiter Ausflug ging zu den "Geyser del Tatio“. Diese bilden das drittgrößte Geysirfeld, welches auf der Erde existiert. Ein beindruckender Anblick, so einen Geysir auch mal in Realität zu sehen und nicht nur im Film. Vor allem, wenn man dann auf einen Schlag so viele Geysire mit unterschiedlichen Ausbruchsarten direkt nebeneinander sieht.

Die Hitze, die wir am Tag zuvor unterschätzt hatten, haben wir diesmal allerdings mehr als deutlich überschätzt. Nach den vorherigen Erfahrungen haben wir uns nämlich entsprechend leicht angezogen. So kam es dazu, dass wir auf einmal, teilweise nur mit kurzer Hose, auf 4 500 Höhenmetern und -4 Grad Celsius dastanden und froren wie Eiskugeln. Es war nicht schön… 

Was dagegen aber sehr schön war: Die Tatsache, dass es neben einem zweiten Geysirfeld eine heiße Quelle gab, die von der klirrenden Kälte auf wohlige Temperaturen hochheizte. Selbsterklärend, wie schnell wir in dieser waren, um uns wieder ein bisschen aufzuwärmen und in Fingern und Zehen wieder Gefühl zu bekommen.

Schwimmen und Klettern

Leider mussten wir nach spätestens 20 Minuten raus aus der Quelle, da der enthaltene Schwefelgehalt sonst für die Haut zu gefährlich wird. Diese 20 Minuten haben wir dafür aber mehr als ausgiebig genossen. Es ist eben etwas absolut Besonderes, in so einer Geysirquelle zu schwimmen.

Nach den Geysiren gingen wir dann noch weiter zur "Valle del Cactus“ (Kaktustal). Durch dieses haben wir dann halb Trekking, halb Canyoning gemacht, bis wir im Tal angekommen sind. Dabei sind wir entlang des Flusses an Steinwänden geklettert und entlang balanciert, um nicht ins Wasser zu fallen. Es hat auf jeden Fall super Spaß gemacht und seitdem steht ein richtiges Canyoning auch weit oben auf meiner persönlichen Bucket-Liste. Umgeben wurden wir dabei die ganze Zeit von riesigen Kakteen, die teilweise bis zu 7 Meter hoch waren. Aber Vorsicht mit den Stacheln; die sind nämlich spitz.

Kein Vergleich

Zum krönenden Abschluss unseres gesamten Chile-Aufenthaltes haben wir uns dann noch an Sandboarding versucht. Dafür sind wir in die "Valle de la Muerte“ (Todestal) gefahren und eine riesige Düne raufgestiefelt. Meinen Begleitern zu Folge ist das Sandboarding komplett anders als das Snowboarding, da der Sand unterschiedlich reagiert als der Schnee. Da ich selbst allerdings noch nie auf einem Snowboard gestanden, geschweige denn gefahren bin, war mir das ziemlich egal.

Nach anfänglichen Zweifeln habe ich mich dann auch getraut, die Dünen runterzufahren, und es hat extrem Spaß gemacht. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich vergleichsweise selten gestürzt. Und ist es dann doch einmal passiert, war das überhaupt nicht schlimm, weil der Sand einen sanft auffing und kein bisschen weh tat. So hat das Fahren dann auch gleich viel mehr Spaß gemacht, denn man musste sich keine Sorgen mehr über mögliche Verletzungen machen.

Schöner Abschied

Der einzige Haken: War man unten angekommen, durfte man die gesamte Düne mit schweren Stiefeln und Board wieder hochwandern. Wer schon mal so einen Berg von Sand hochgelaufen ist, weiß, dass das kein Spaß ist. So kam es dann auch, dass wir nach zwei Stunden bei Sonnenuntergang zwar allesamt mit den Kräften am Ende, aber dafür überglücklich und euphorisch waren.

Für uns war das auf jeden Fall ein perfekter Abschied von Chile. Nun heißt es aber endgültig "Tschüss Chile“ und "Hallo Bolivien“. Ich bin mir sicher, dass wir auch hier in Bolivien überragende und atemberaubende Erlebnisse machen werden. Bis dahin:

Hasta luego,
Alina

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