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Wüste aus Salz

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¡Hola meine Freunde! Heute waren die wohl drei schönsten Tage unserer gesamten Rundreise durch Südamerika, in Bolivien. Im kleinen Dörfchen San Pedro de Atacama in Chile hatten wir uns eine dreitägige Tour durch die Salzwüste Boliviens gebucht, die in Uyuni geendet hat.

Alles geplant

Freitag morgens wurden wir dann in einem Bus von unserem Hostel abgeholt und dann hat es schon begonnen, das 3-Tage-Luxuspaket. Nachdem wir über die chilenisch-bolivianische Grenze gewechselt sind, wurden wir samt unserem Gepäck in einen Jeep umgesetzt und ab dann morgens bis abends von unserem Guide / Jeepfahrer bemuttert.

Wir hatten dreimal täglich eine richtige Mahlzeit mit Tee und Snacks zwischendurch, für Hostel- und Hotelunterkunft war bereits gesorgt und für jeglichen Transport, zwischen den einzelnen Zielen auf unserer Route, stand unser Guide stets bereit. Es war traumhaft! Wir mussten uns in diesen drei Tagen einfach um gar nichts kümmern, weil bereits alles geplant und organisiert war, wodurch die verschiedenen Ziele entspannt genossen werden konnten. Nach Monaten der ständigen Planung um Transport, Unterkunft und Ernährung weiß man so einen Luxus auf einmal sehr zu schätzen.

Bunte Gewässer

Am ersten Tag ging es für uns in ein Nationalreservat, in welchem wir verschiedene Lagunen sahen, unter anderem die "Laguna Verde“ (grüne Lagune) und "Laguna Blanca“ (weiße Lagune). Aber mit Abstand am beeindruckendsten war die "Laguna Colorado“ (farbige Lagune). Diese war hauptsächlich rot, dazwischen aber mit braunen und weißen Streifen durchzogen. Habt ihr schon einmal eine rote Lagune gesehen?

Ich hatte es vorher auf jeden Fall nicht und dementsprechend war dieser Anblick atemberaubend. Im Wasser standen außerdem ganz viele Flamingos, deren rosarotes Gefieder mit der Farbe des Wassers verschmolz. Einfach superschön!

Zusätzlich hatten wir auch mehrere Geysire gesehen und zu meiner großen Freude gab es auch wieder heiße Quellen. Da wir die Kälte auf nun 5 000 Höhenmetern schon wieder unterschätzt hatten, musste es nicht zweimal gesagt sein, dass wir auch hier baden durften. Hierbei waren auch schnell die Handschuhe aus "Torres del Paine“ wieder am Start.

Tee gegen Übelkeit

Auch die Höhenkrankheit wurde schlimmer, obwohl ich selbst noch vergleichsweise gut davongekommen bin. Während anderen ziemlich schlecht und schwindelig geworden ist, konnte ich nur plötzlich, nach einem kleinen Hügelaufstieg, meinen eigenen Herzschlag in den Ohren pochen hören. Trotz des Wissens, woher dieser Zustand kommt, fühlt man sich in solchen Situationen doch sehr unsportlich und aus der Form geraten.

Jedenfalls bekamen wir dann noch einen Tee mit Coca-Blättern, der hier in Bolivien sehr beliebt ist und gegen die Höhenkrankheit helfen sollte. Vielleicht ist er hier aber auch nur so beliebt, weil er schnell abhängig macht: Aus dem Extrakt der Coca-Blättern wird nämlich Kokain hergestellt. Deswegen blieb es für uns nur bei einem Tee zum Probieren, danach ließen wir es gut sein. 

Wagemutig

Der zweite Tag stand im Namen der Felsformationen und Steingebilde. Neben dem "copa del mundo“ (Fußball-Worldcup-Pokal), gab es noch ein Felskamel und einen Steinbaum zu sehen. Außerdem wurden wir von unserem Guide zu der "Calle perdida“ (verlorene Straße) gefahren. Diese ist ein Weg zwischen riesigen, schätzungsweise bis zu 50 Meter hohen Felsformationen, auf welche wir hinaufklettern durften. Hier fiel uns noch eine weitere Sache auf: In Bolivien gibt es keine Sicherheitseinschränkungen - absolut keine.

In Deutschland wären wir für solche Kletteraktionen, zu denen wir hier ermutigt wurden, höchstwahrscheinlich schon 50-mal verurteilt worden. Man musste also SEHR stark aufpassen, was man machte und sich selbst zutraute, da hier ein falscher Schritt böse enden konnte. Zum Glück haben alle Tourteilnehmer gegenseitig auf sich aufgepasst und geholfen, sodass am Ende auch jeder wieder heil unten angekommen ist.

Panoramablick

Dafür war der Ausblick, den man von oben hatte, es aber in jedem Fall wert gewesen und ein ziemlicher Adrenalinkick. Dies ist wahrlich nichts für Personen mit schwachen Nerven, für Abenteurer und Adrenalin-Junkies dafür das genau Richtige. Außerdem sind wir noch zu einem Canyon und einer schwarzen Lagune gefahren, wo wir wieder bei beiden bis an den äußersten Rand heranklettern durften. Ein über allen Maßen außergewöhnliches und abenteuerliches Erlebnis, welches man allerdings doch mit Vorsicht und Vernunft genießen sollte.

Geschlafen hatten wir in dieser Nacht in einem Salzhotel und dieser Name war Programm – Bettgestell, Wände und Tische bestanden nämlich komplett aus Salz. Vor dem Hotel befand sich sogar ein kleiner Salzkaktus, an dem sicherlich nicht nur eine Person spaßeshalber geleckt hat. Aber wer kann auch schon behaupten, er hätte das Essen in seinem Hotel mit den Wänden nachgewürzt?

Spiegel aus Salz

Das bahnbrechende Highlight der Reise war allerdings der letzte Tag, als es dann endlich in die "Salar de Uyuni“, die größte Salzwüste der Erde, ging. Dafür sind wir um halb fünf morgens aufgestanden, um bei Sonnenaufgang in den Salzfeldern zu stehen. Wir waren müde, es war unglaublich kalt und wir zitterten wie Espenlaub, aber Gott behüte: Es war jeden einzelnen Frostschüttler wert.

Aufgrund eines vorherigen Regens war ein Teil des Bodens der Salzwüste komplett nass gewesen. Dieser Teil der Salzwüste hat sich darauf in einen natürlichen Spiegel verwandelt. Wodurch wir den gesamten Sonnenaufgang, in seiner schrillen Farbenpracht, in doppelter Ausfertigung betrachten durften. Ich habe ungelogen noch nie so etwas Schönes in meinem Leben gesehen. Es war perfekt. Und wir haben gleich ZWEI Sonnen aufgehen sehen. Dies ist echt eine der Sachen, die man selbst gesehen haben muss.

Später, als es dann endlich wieder wärmer war (die Temperaturen ändern sich in Bolivien gefühlt im Minutentakt), kamen wir in einem anderen Teil der 11 000 km langen Salzwüste an, die nichts von dem Wasser abbekommen hatte. Diese war dann eine einzige weiße Fläche. Wüsste man nicht, dass es Salz ist, hätte man glatt denken können, man stände in der Antarktis. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen verschiedene, witzige Perspektivbilder zu schießen, die durch die weiße Fläche auch super aussahen. 

No risk, no fun

Unterbrochen wurde die Salzwüste nur einmal durch eine Kaktusinsel. Diese Insel stand wahrhaftig wie eine Oase mitten im Nirgendwo der Wüste. Von dieser aus hatten wir dann nochmal einen fantastischen Ausblick über die gesamte Umgebung. Auf unserem Weg zur Stadt Uyuni, wo wir mit unserem gesamten Gepäck rausgelassen wurden, kamen wir noch an dem ersten Salzhotel mitten in der Wüste, einem Dorfmarkt mit vielen kleinen Salzsouvenirs und einem Eisenbahnfriedhof vorbei. Auf die alten Eisenbahnen sind wir dann natürlich auch wieder hochgeklettert. Die bolivianische Entspanntheit und das bolivianische Sicherheitsverständnis lassen übrigens erneut grüßen. Aber hey - no risk, no fun.

Diese drei Tage im Jeep waren auf jeden Fall eine ganz andere Art, um von A nach B zu kommen, und bestimmt auch nicht die schlechteste. Ich wäre 100-prozentig sofort nochmal bei dieser Art von Tour dabei, falls es sich wieder anbieten sollte. Aber das ist jetzt erstmal alles noch Zukunftsmusik.


Hasta luego,
Alina

 

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