Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Fiesta in Brasilien

Übersicht

Olá meus amigos! Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, von dem ich nicht dachte, dass er sich dieses Jahr noch erfüllen würde: Wir waren in Brasilien – im Land des Samba, Fiesta, Karneval… und noch mehr Fiesta! Im Gegensatz zu den anderen Ländern Südamerikas spricht man hier allerdings Portugiesisch und nicht Spanisch.

Gute Verständigung

Spreche ich Portugiesisch? Nein. War mir das egal? Ja, im Großen und Ganzen schon. Gracias a Dios sind sich Spanisch und Portugiesisch so ähnlich, dass wir zumindest den allgemeinen Sinn verstehen konnten, wenn man mit uns geredet hat. Im Grunde ist es ganz einfach: Das was gleich klingt, wird verschieden geschrieben ("Hola“ spanisch – "Olá“ portugiesisch) und das was gleich geschrieben wird, wird verschieden ausgesprochen (día – in spanisch mit "d“, in portugiesisch mit "dsch“ am Anfang). Hat man das erstmal verinnerlicht, kommt man ganz gut zurecht... Okay, so einfach war es dann doch nicht, aber die Leute versuchen einem immerhin entgegen zukommen, wenn man sich Mühe gibt, und im schlimmsten Fall gibt es ja immer noch Google Übersetzer.

Als erstes ging es für uns nach São Paulo - in das kulturelle Zentrum Brasiliens. Wenn wir jetzt sowieso schon von Kultur und Fiesta sprechen, dann bleiben wir auch gleich dabei. Durch mehr Glück als Verstand haben wir es nämlich geschafft in das Event des Jahres in São Paulo reinzustolpern, ohne überhaupt zu wissen, dass dieses existiert: Die Virada Cultural.

Exotische Musikrichtungen

Die Virada ist ein 24h-Festival, in dem auf über 50, in der gesamten Stadt verteilten, Bühnen verschiedene Sänger kostenlos performen. Dabei treten sowohl lokale Künstler auf, wie eine Rezeptionistin aus unserem Hostel, die dafür extra interviewt wurde (wir wurden auch Teil dieses Interviews), aber auch richtige Superstars in Brasilien, wie Anitta und Pablo Vittar.

Die Musikszene in Brasilien ist wie eine eigene kleine Welt mit ihren lokalen Musikstilen, wie brasilianischer Funk und Sertanejo. Die Menschen hier lieben ihre Musik und Sänger, und hören auch hauptsächlich diese. Andere eher wenig, was auch daran liegt, dass der Großteil der Bevölkerung ausschließlich portugiesisch spricht. Umgekehrt ist die brasilianische Musik im Rest der Welt eher unbekannt - zu meiner Trauer. In Südamerika habe ich nämlich diesen Musikstil lieben gelernt, wodurch das "Anitta Konzert“ zum absoluten Highlight meiner gesamten bisherigen Reise wurde.

Tausende Menschen auf einem Fleck, begeistert mitsingend und tanzend, und einfach nur glücklich, dass sie einen ihrer nationalen Superstars live singen hören können. Auch nach dem Ende des Konzerts tanzten wir noch stundenlang auf den Straßen São Paulos, zwischendurch auch im strömenden Regen. Das ist das brasilianische Fiesta-Feeling wie es leibt und lebt.

Brasilianische Köstlichkeiten

Da wir uns bereits im kulturellen Zentrum Brasiliens befanden, stand für uns auch eine Food-Tour auf dem Plan. In dieser bekamen wir brasilianische Köstlichkeiten wie Açai-Eis, Coxinha und Brigadeiros zum Probieren. Ich glaube, ich könnte mich einmal durch die gesamte brasilianische Küche schlemmen. Es ist nämlich unglaublich lecker. Besonders für Schleckermäuler, die es gerne süß mögen.

Weiter ging es nach Rio de Janeiro. Oh du schönes, gefährliches Rio. Den Gerüchten nach wird jeder dritte Tourist auf irgendeine Art und Weise bestohlen oder ausgeraubt. Ich bereue es aber trotzdem nicht, nach Rio gekommen zu sein. So groß wie nämlich die Schattenseiten sind, so beeindruckend sind auch die Sonnenseiten. Besonders gefallen hat mir der Ausblick, den man vom Zuckerhut aus hatte. Man konnte gefühlt von allen Seiten Ozean oder Hafen sehen.

Berge und Strände

Mit einer Seilbahn sind wir den Zuckerhut hochgefahren, da es unmöglich ist am Berg entlangzulaufen. Das war mal wieder ein Transport der anderen Art, der die Sache erst so richtig interessant macht. Aber auch der Ausblick auf die Stadt vom Berg Corcovado ist nicht zu unterschätzen. Leider ist auch hier die Sicht nicht ideal, da diese Großstadt unter Smog-Problemen leidet, wenn auch nicht so sehr wie beispielsweise Santiago de Chile. Aber die Hauptattraktion auf dem Berg Corcovado ist ja auch schließlich nicht der Ausblick, sondern der gigantische Christo Redentor - die größte Christusstatue der Welt. Diese ist tatsächlich ein "must see" bei einem Rio de Janeiro-Besuch.

Rio ist aber noch für viel mehr bekannt als nur für seine Berge. Die wunderschönen Sandstrände darf man dabei nicht vergessen, vor allem nicht die berühmte Copacabana. Direkt neben der Copacabana gibt es noch den kleineren Ipanema-Strand, der zwar nicht so bekannt, aber mindestens genauso schön ist. Hier haben wir uns dann mal wieder einen richtig schönen Urlaubstag gegönnt, an dem wir einfach nur am Strand gelegen sind und nichts gemacht haben. Nach fast zwei Monaten reisen, während man immer auf dem Sprung zum nächsten Ziel ist, fühlt sich sowas mal wieder richtig gut an.

Feiern in Rio

Und dann kommt natürlich noch das berühmt-berüchtigte Nachtleben Rio’s. Während im Rest Brasiliens die Fiesta hauptsächlich am Wochenende startet, sind die Cariocas (Name der Einwohner Rio’s) stolz darauf, dass bei ihnen die Fiesta nie endet und man jeden Tag feiern gehen kann. Und auch hier stimmt der Ruf von Rio. Wir hatten nämlich kein Problem auch an einem Mittwochabend einen Club zu finden, in dem die Party am Toben war.

Zum Feiern in Rio gehört dann natürlich auch das Nationalgetränk Caipirinha dazu, welches es bereits tagsüber an jeder Straßenecke zu kaufen gibt. Diese facettenreiche und vielfältige Stadt sollte man auf einem Brasilientrip auf keinen Fall auslassen, auch wenn sie einen schlechten Ruf hat. In meinen Augen überwiegen die positiven Seiten eindeutig.

Schlussendlich ging es für uns dann noch nach Belo Horizonte - das Dorf unter den Metropolen Brasiliens - wo wir eine gute Freundin besuchten, die wir aus unserer Zeit in Buenos Aires kannten: Thais. Als wir wussten, dass wir sie besuchen, wurden wir direkt mit offenen Armen willkommen geheißen und in ihrer Wohnung aufgenommen. Während unserer begrenzten Zeit in Belo Horizonte schaffte Thais es, uns sowohl ihre Heimatstadt als auch das Dorf Ouro Preto, aus Kolonialzeiten, näher zu bringen. In Ouro Preto stiegen wir sogar in eine Miene runter, aus der früher die Sklaven das Gold rausschlugen. Begleitet wurden wir dabei von ihren Freunden und Arbeitskollegen.

Freundlichkeit

So wie es sich für richtige Brasilianer gehört, gingen wir auch jeden Abend weg - das eine Mal mit ihrem Chef und Arbeitskollegen essen, und das andere mal auf eine Sertanejo-Feier. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass das hier in Brasilien so üblich ist. Dabei war jeder total freundlich zu uns und hat großes Interesse an unseren Geschichten gezeigt. Ich glaube nicht, dass das in Deutschland so einfach möglich wäre.

Am schönsten war es aber, als wir von ihrer Familie zum Sonntags-Churrasco (Grillen) eingeladen wurden. Dort haben wir ihre Eltern, ihre Schwester und deren Freund getroffen, wobei wir auch hier von allen sofort in die Arme geschlossen wurden. Trotz Sprachbarriere haben wir uns dabei super verstanden. An diesem Tag konnten wir dann auch mal das typische brasilianische Leben erleben wie es wirklich ist und nicht nur die Touristenseite Brasiliens.

Leckerer Abschluss

Und ja, man muss sagen: An diese Art von Leben kann man sich durchaus gewöhnen. (Kurze Hintergrundinformation: Die Klassenunterschiede in Brasilien sind sehr groß. So sieht nur das Leben der reichen Schicht aus. Das Leben der Ärmeren in den Favelas ist ein ganz anderes.) Es gab dabei verschiedene Sorten von Fleisch und brasilianischen Beilagen dazu, die im hauseigenen Grill zubereitet wurden. Ein in die Wand gebauter Grill ist dabei Standard in brasilianischen Häuser. Das Beste des Essens kam dann zum Schluss: gegrillte Bananen mit Eis! Wie cool ist das denn?

Ich bin absolut dankbar, dass ich durch so viele Zufälle diese Zeit in Brasilien noch so genießen durfte, und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich hier hergereist bin. Dafür konnte mich dieses Land einfach viel zu sehr für sich einnehmen

Tchau,
Alina

 

Galerien

Regionale Events

Würth Open Air

Vom 28. bis 30. Juni findet in Künzelsau das Würth Open Air statt.