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Tio Jos in Santiago

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Tio Jos - das ist mein neuer Name. Da die Kinder im Hogar alle ihre Betreuerinnen Tía (also Tante) nennen, heißen wir Männer jetzt eben Tío. Doch erstmal zum Anfang: Am Donnerstag (13.) haben wir drei Freiwilligen (also Renke, Nina und ich) uns in Frankfurt am Flughafen getroffen. Nach einem zum Glück kurzen aber trotzdem traurigen Abschied von meinen Eltern und meiner Freundin sind wir voller Vorfreude ins Flugzeug gestiegen. Nach dem zwölfstündigen Flug nach Sao Paulo war die Vorfreude größtenteils ziemlicher Müdigkeit gewichen. Der Flug ging von 21.45 Uhr abends deutscher Zeit bis 5 Uhr morgens brasilianischer Zeit. Wir haben viel Filme geschaut, ein bisschen geschlafen und geredet. Als wir nach dem anschließenden vierstündigen und wunderschönen Flug über die Anden in der Morgensonne in Santiago ankamen und den ewig langen Einreiseprozess endlich geschafft hatten, erwartete uns Jorge (der Chef des Hogars) schon.

Auf der Fahrt zum Hogar, die wegen eines umgestürzten Betonmischers und des daraus resultierenden Staus statt 20 Minuten über eine Stunde dauerte, erzählte uns Jorge auf Spanisch direkt viele interessante Sachen. Da er zum Glück, wie nur sehr wenige Chilenen, sehr verständlich Spanisch spricht, konnte ich das trotz meiner mittelguten Kentnisse verstehen. Die Verhältnisse in der Stadt, also Sauberkeit und Ordnung, kann man sich ungefähr wie in Süditalien vorstellen. Die allgemeinen Vorstellungen vom "armen" Südamerika werden zumindest in Santiago nicht bestätigt, da wir jetzt im ärmsten Viertel wohnen und es nicht so schlimm wie vorgestellt ist. Wir wurden also direkt ins Hogar gebracht und allen vorgestellt und bekamen nach 15 Minuten schon kleine Babys in die Hand gedrückt. Dann gab es erst einmal Lasagne zu essen. Dann hat uns Ignacio (der Freiwillige vor uns) alles mögliche wichtige erzählt und ist mit uns Kinder abholen gefahren. Dann haben wir endlich erfahren, wo wir schlafen können.

Dach überm Kopf gesucht

Ja genau, wir wussten bis zur Ankunft noch nicht, wo wir letztendlich die nächste Zeit schlafen würden. Wir sechs Freiwilligen wollten immer eine Wohnung mieten und zusammen eine WG machen. Das Problem war, dass sich das organisieren der Wohnung so lange hingezogen hat, dass wir bis jetzt noch keine haben, sondern in den nächsten Tagen was suchen werden.

Renke und ich schlafen also erstmal bei der Tía Marisol, die auch noch andere deutsche Freiwillige beherbergt. Unser Zimmer ist relativ klein, neben zwei Betten und unseren sechs Koffern ist kein Platz mehr zum gehen, aber für eine Weile geht es. Nachts war es aber noch nirgends so kalt wie hier. Die Häuser sind komplett ungedämmt, ohne Heizung und ziemlich zugig. Das ist perfekt für den Sommer aber im Winter ist es einem manchmal selbst im Schlafsack unter fünf Wolldecken kalt. Es ist jedoch nachvollziehbar, da der Winter hier nur einen Monat dauert lohnt es sich nicht anders.

Am Samstag haben wir lange geschlafen und sind dann in eine riesige Mall gegangen, um einen Handychip zu kaufen. Abends sind wir dann mit chilenischen Freunden von Renke zu ihnen nach Hause nach Buin gefahren, das liegt so eine Stunde außerhalb von Santiago. Dort haben wir sehr gut in Renkes Geburtstag reingefeiert, der am Sonntag war. Ich habe noch nie so viel Spanisch geredet und gelernt wie an diesem Abend. Auch habe ich zum ersten Mal Pisco, das chilenische Nationalgetränk, probiert. (Sehr lecker! ) Am Sonntagmittag sind wir mit ihnen dann wieder nach Santiago gefahren und haben in der Casa der großen Kinder mit einem Grillfest den Geburtstag von Renke und Jorge (der am Tag davor hatte) gefeiert.

Erster Arbeitstag

Montag war dann unser erster Arbeitstag. Jorge hat uns Jungs immer mitgenommen wenn er Kinder zum Kindergarten oder zur Schule gebracht hat, dass wir uns die Wege merken. Dann durfte ich auch schon alleine mit zwei Tías und einem Baby zum Hospital fahren. Nachmittags sind dann Nina, Renke und ich mit einer Tía und zwei ultrasüßen Babys zum Consultorio (sowas wie ein Ärztezentrum) gefahren und haben dort ewig gewartet und uns mit den Kleinen beschäftigt.

 

 


 

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