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Der zweite Umzug

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Seit dem letzten Mal, als ich geschrieben habe ist sooo viel passiert, aber ich versuche, mich kurz zu fassen.

Letzte Woche Freitag war es ganz schön chaotisch, ich wollte mich ja mit Leon treffen und dann später mit den Anderen auf die Bellavista gehen. Der erste Teil hat auch gut geklappt, ich habe mich mit ihm und seinem Kumpel in der Nähe seines Hostels getroffen und ein bisschen geredet. Dann bin ich zurück zur Metrostation Baquedano gegangen, wo ich Ruth und Charli treffen wollte. Die sind aber nicht gekommen, weil die Metro hier nur bis 23 Uhr fährt und ihnen Leute erzählt haben, die Bellavista sei gefährlich. Renke und Marvin haben trotz Erinnerung ebenso den letzten Zug verpasst und sind dann zweieinhalb Stunden mit dem Bus zu Baquedano gefahren. Nach zwei Stunden rumsitzen in der Kälte hatte ich keine Lust mehr und bin schonmal nach Conchali zu den anderen gefahren und die zwei sind dann nachgekommen. Schlussendlich waren wir also um halb vier alle in Conchali und sind direkt ins Bett. Der Abend war also relativ sinnlos...

Samstag war dann der chaotischste Tag bisher. Mittags habe ich mich mit meinem Bruder im Zentrum beim Plaza de Armas getroffen und ihm ein bisschen die Sehenswürdigkeiten gezeigt.

Abends haben wir uns dann mit ein paar anderen Freiwilligen bei meiner und Marvins Gastfamilie getroffen und sind anschließend mit unserer Gastschwester (Conni) auf eine Feier von Daniel, ihrem Kumpel, gegangen. Die Feier war echt gut, und als uns Conni dann erzählt hat, dass eine der Freiwilligen, die mit Renke zusammen wohnt, aus Versehen das Klo bei unserer Gastfamilie zuhause umgeschmissen hat (das dabei kaputt gegangen ist) haben wir es Anfangs noch für eine lustige Geschichte gehalten. Der Vater (der nur alle zwei Wochen da ist und unglücklicherweise genau da Zuhause war) war davon jedoch so dermaßen verärgert und hat uns, trotz aller Beteuerungen, dass wir doch gar nichts dafür könnten, kurzerhand rausgeschmissen und gesagt, dass er uns ab Montagabend nicht mehr sehen will. Marvin und ich waren also erst einmal obdachlos.

Glück bei der Zimmersuche

Am Sonntag ist dann die letzte Freiwillige, Jessi, angekommen und wir waren nachmittags im Haus der Großen um Saras und Carolinas (ein Mädchen aus dem Hogar) Geburtstage zu feiern. Die Conchali-WG war auch dabei und wir alle sind anschließend zu Sara und Nina nach Hause gefahren, um dort in Saras Geburtstag reinzufeiern.

Im Verlauf des Abends haben wir dann mit Jorge zusammen unsere Mentorin Claudia angerufen, die zum Glück zwei Zimmer bei sich Zuhause frei hatte, also sind wir Montag dann zu ihr umgezogen. Sie hat ein richtig schönes Haus in einer ruhigen Gegend in der Nähe vom Hogar und auch ihre Familie ist richtig nett, so dass wir uns hier echt wohl fühlen. Ehrlich gesagt ist das sogar bisher die allerbeste Gastfamilie von allen, also war es gar nicht so schlimm, dass wir rausgeschmissen wurden.

Die Woche war dann relativ enspannt, im Hogar läuft es gut, inzwischen hat sich alles eingespielt. Abends haben wir Jungs dann öfter bei mir und Marvin Zuhause gechillt und Serien geschaut.

Freitag bin ich dann mit Nina und Sara zu dem Konzert meines Bruders gegangen, was richtig gut war. Es fand im "Centro Cultural de Carabineros" de Chile statt, was ein ziemlich moderner Konzertsaal auf dem Gelände der Polizeizentrale Chiles ist.

 

Als wir ankamen, konnten wir eine Übung der Carabineros für die Militärparade am Nationalfeiertag beobachten, was ziemlich beeindruckend aussah.

Bellavista

Danach haben wir uns in der Stadt mit ein paar anderen getroffen und sind auf die Bellavista gegangen, was ein ziemliches Erlebnis war. Es war dort extrem voll und laut und die ganze Straße besteht nur aus Bars, Clubs und Restaurants. Da Nina leider noch nicht 18 ist und ein anderes Mädchen ihren Ausweis vergessen hatte, sind wir nicht in einen Club, sondern in eine Bar gegangen. Der Abend hat richtig Spaß gemacht und wir sind dann um 4 Uhr morgens zur Bushaltestelle gelaufen und haben den berüchtigten Nachtbus 210 nach Hause genommen. Darin war es gerammelt voll, aber es war gute Stimmung. Da die Bushaltestelle ein ziemliches Stück von unserem Haus weg lag, haben Marvin und ich dann beschlossen, ein Taxi nach Hause zu nehmen. Das war dann auch noch ein Erlebnis, da der Taxifahrer den lautesten Auspuff aller Zeiten hatte und mit bis zum Anschlag aufgedrehter Musik die meisten roten Ampeln einfach ignoriert hat, da nichts mehr los war. Wir sind dann trotzdem gut Zuhause angekommen.

Barbecue zum Frühstück

Am Samstag habe ich dann bis 15 Uhr geschlafen und als ich aufgestanden bin, waren ein paar Verwandte von Claudia da und ihr Mann (Marcelo) hat lecker gegrillt. Man kann sich nichts Besseres vorstellen, als direkt nach dem Aufwachen super Grillfleisch mit selbst gemachten chilenischen Grillsoßen, Nudelsalat und Tomatensalat zu bekommen. Ich saß nach dem Essen noch stundenlang da und hab mich mit der Familie unterhalten. Das war ziemlich interessant, da Claudia als Kind mit ihrer Familie vor der Pinochet-Diktatur in die DDR geflüchtet ist und sie mir viel davon erzählt haben. Außerdem hat ihr Neffe gerade das Staatsexamen in Jura bestanden und Marcelo ist genau so ein Serienjunkie wie ich, daher ist uns der Gesprächsstoff nicht ausgegangen.

Planänderungen

Es gibt übrigens Neuigkeiten von unserem Haus: Die Frau, die dort wohnt, hatte uns doch eigentlich gesagt, dass wir ungefähr dieses Wochenende einziehen können. Sie hat aber jetzt anscheinend gemerkt, dass sie den 18. September (Nationalfeiertag) noch in ihrem Haus feiern will. Und da sie sich nicht unter Druck gesetzt fühlen will, hat sie uns jetzt den 1. Oktober als Umzugsdatum genannt. Das hat uns alle natürlich mäßig gefreut, aber wir hatten alle nicht wirklich dran geglaubt, dass wir schon dieses Wochenende einziehen können, von daher hielt sich die Überraschung in Grenzen. Außerdem haben Marvin und ich heute mit Claudia geredet, und wir können gegen ein bisschen Geld für das Essen noch bis dahin hier wohnen bleiben (was mega nett von Claudia ist, da sie bis heute angenommen hat, dass es nur für eine Woche wäre und wir stattdessen jetzt über einen Monat hier sein werden).

 

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