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Eleven people dead in earthquake in Chile

Erdbeben!

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Letzten Mittwoch saß ich in meinem Bett und habe auf Marvin und Renke gewartet, dass wir Abendessen können. Auf einmal rannte im Flur jemand vorbei. Dann dachte ich, dass über mir jemand trampelt, bis mir aufgefallen ist, dass es über mir kein Stockwerk mehr gibt. Als dann mein Bett angefangen hat zu wackeln, wurde mir klar, dass die Erde bebt. Zuerst war ich begeistert, so etwas zu erleben. Ich bin dann aufgestanden, habe gemütlich meine Hausschuhe angezogen und bin zur Treppe gelaufen um zu schauen, ob unten jemand ist. Dann habe ich dort Claudia gesehen, die mir hektisch zugewunken hat, ich solle kommen. Also bin ich die Treppe runtergerannt und mit ihr in den Garten raus. Sie hat dann meinen Arm gepackt und die ganze Zeit nur gesagt: "Scheiße, warum hört das nicht auf, dass soll aufhören. Es ist viel zu lang!" Als ich gesehen habe, dass sie wirklich Angst hat, habe ich auch ein bisschen Angst bekommen. Alles hat gewackelt, die Scheiben haben geklirrt und das Haus hat gepoltert als würden 20 Leute auf einem Holzboden stampfen. Auch die Bäume haben natürlich gewackelt, Autoalarmanlagen sind angesprungen, Hunde haben wie verrückt zu bellen angefangen und die Vögel sind aufgestiegen. Nach drei Minuten war der Spuk dann vorbei. Wir haben uns erst mal hingesetzt und beruhigt.

Besorgte Anrufe

Dann fingen die Anrufe auf ihrem Handy an. Verwandte und Freunde erkundigten sich, ob bei ihr alles in Ordnung sei und nichts passiert. Dann kam auch schon direkt das erste Nachbeben ( die hier "repeticiones" genannt werden), was aber viel schwächer war und nur ein paar Sekunden ging. Dann kamen Renke und Marvin Zuhause an, die gerade auf dem Heimweg gelaufen sind als das Beben war und nichts gespürt haben. Sie haben sich hingesetzt und nach ein paar Minuten kam das zweite Nachbeben, was deutlich stärker war als das erste. Dann hat Claudia erzählt warum sie so Angst hatte. 2010 war das letzte große Erdbeben, was eine Stärke von 8,8 hatte. Damals ist sehr viel kaputt gegangen und mehrere Hundert Menschen sind gestorben. Deshalb hatte sie Angst, als das Beben so lang war, dass es stärker werden würde.

Wir haben dann direkt den Computer und das Radio angemacht und nach Informationen gesucht. Nach einer Weile wurde eine Tsunamiwarnung für die gesamte Küste Chiles und sogar für die ganze Pazifikregion bis Hawaii und Japan ausgesprochen. Das Beben hatte sein Epizentrum vor der Küste von Illapel, was ungefähr 230 km nördlich von Santiago liegt. Die Stärke wurde am Anfang noch mit 7,9 angegeben, dann aber auf 8,3 korrigiert. Es war das sechststärkste in der Geschichte Chiles, durch ein ausgebautes Frühwarnsystem sind aber zum Glück nur 13 Menschen gestorben. Da es jedoch ein Stück von Santiago entfernt war, war es hier nicht so stark wie weiter nördlich.

Als ich dann in der Nacht nach dem Beben in meinem Handy auf Tagesschau nachschauen wollte, ob es schon in den deutschen Nachrichten ist, war ich überrascht wie dramatisch es dort dargestellt wurde. Ich denke, da die Chilenen so daran gewöhnt sind Erdbeben zu haben, auch wenn sie nicht immer so stark sind, wird das hier eher sachlich und nüchtern betrachtet, dagegen klangen die Berichte in Deutschland eher wie Katastrophenmeldungen.

Alltag

Die Chilenen sind aber erstaunlich schnell wieder zum Alltag zurückgekehrt, am Abend waren wir noch auf eine Feier eingeladen, wo wir auch hin sind und alles wirkte schon wieder normal. Auch am Abend gab es noch ein paar kleinere Nachbeben. Ich habe gelesen, dass es seit dem Beben 300 Nachbeben gab. Am Montag war aber das erste, dass ich seit dem großen Beben wieder gespürt habe, lustigerweise genau als ich mit meiner Familie telefoniert und darüber geredet habe. Auch in der Nacht bin ich nochmal aufgewacht, da gab es ein längeres und ein wenig stärkeres Nachbeben als normal. Unser Gastvater Marcelo hat mir gesagt, dass es wahrscheinlich das komplette Jahr noch ab und zu kleinere Beben geben wird, als Folge des Großen.

 

 

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