Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Peñalolén

Übersicht

Ihr wollt wissen, was Jos sonst so in seiner Freizeit treibt? Dann klickt euch durch seinen  Steckbrief .

Ich habe gemerkt, dass ich mich hier schon eine Weile nicht mehr gemeldet habe. Es passiert so viel, dass ich gar nicht so viel Zeit habe, hier alles aktuell zu halten, sorry. Also dann fange ich mal von vorne an:

Wir sind am 1. Oktober endlich in unser eigenes Haus im Viertel Peñalolén eingezogen. Die Betten, die noch gefehlt haben, konnte uns Jorge zum Glück von Bekannten besorgen, so dass wir erst mal alle einen Schlafplatz hatten. Mein Bett haben wir aber erst ein paar Tage nach dem Umzug geholt, so dass ich erstmal mit meiner ungemütlichen Matratze auf dem Boden schlafen musste. Ein Problem war natürlich auch noch die Zimmerverteilung. Ich wollte unbedingt ein Zimmer im ersten Stock, da ich zuhause in Deutschland schon im Dachgeschoss gewohnt habe und weiß, wie heiß es dort bei 40 Grad Celsius im Sommer wird. Zum Glück wollte niemand anderes mein Lieblingszimmer, also habe ich es bekommen. Nur Renke und Jessi wollten das gleiche Zimmer, haben daher gelost und Renke hat gewonnen. Damit war die Zimmerverteilung geklärt.

Wohneinrichtung

Sara ist erstmal auch mit uns eingezogen, da das Haus aber nur fünf Zimmer hat und sie und Nina verständlicherweise nicht das ganze Jahr zusammen wohnen wollen, hat sie gesagt, dass sie sich noch ein Zimmer in einer anderen WG suchen wird. Sie war damit zum Glück ganz zufrieden, so dass niemand ausgelost werden musste, der ausziehen muss. Sie ist dann auch nach zwei Wochen schon in ihre neue WG in San Joaquin gezogen, das ist ein Viertel hier in der Nähe.

Wir anderen haben uns derweil schon hier unsere Zimmer eingerichtet, das Haus sauber gemacht (der Sohn der Vermieterin, der vorher hier wohnte, hatte es anscheinend nicht so mit Sauberkeit) und ich habe mein Bett bekommen. Ich habe mir noch einen flauschigen Teppich und zwei Regale gekauft, was zum Glück keine große Sache war, da der Lider (riesiger Supermarkt, gleiche Firma wie Walmart in den USA) und das Homecenter (ein Baumarkt), die bei uns fünf Minuten zu Fuß weg sind, alles haben, was man braucht, um ein Haus einzurichten. Dann haben wir uns noch einen großen Gartentisch für die Terrasse und Stühle dazu gekauft und eine ziemlich gute Musikanlage für das Wohnzimmer (damit wir hier auch angemessen feiern können).

Attraktive Wohnsiedlung

Unser Viertel ist echt super, wir wohnen in einer kleinen gesicherten Siedlung, die mit einem großen Zaun und Tor von der Straße getrennt ist (das ist hier relativ üblich). Das Viertel ist relativ wohlhabend, da wir weiter "oben" wohnen, wie der Chilene sagt (das heißt näher an den Bergen). In der Nähe ist der "Parque Peñalolén", der große Park unseres Viertels, daher ist es hier ziemlich grün. Wenn man auf die Straße und zehn Meter nach rechts geht, gibt es einen kleinen Kiosk, der frisches Brot, Getränke und ein wenig Gemüse verkauft. Unsere Metrostation heißt "Plaza Egaña" und ist mit dem Bus, der ungefähr 50 Meter von unserem Haus entfernt abfährt, in etwa zehn Minuten zu erreichen. Außerdem wohnen wir direkt neben einem Erinnerungspark an die Pinochet-Diktatur, da dort die bekannte "Villa Grimaldi" war, ein Haus, in dem Pinochet viele seiner Gegner foltern und töten ließ.Wer sich näher darüber informieren möchte, klickt hier.

Mit Marvin bin ich ungefähr eine Woche nach dem Einzug an einem Samstag zum Costanera Center gefahren, das ist eins der Wahrzeichen Santiagos, das mit 300 Metern höchste Gebäude Südamerikas, verbunden mit einem riesigen Einkaufszentrum. Mit der Metro dauert es von unserem Haus aus nur 20 Minuten dorthin. Man kann seit zwei Monaten sogar zum "Sky Costanera" hochfahren, das ist eine Aussichtsplattform ganz oben auf dem Turm. Von dort hatten wir eine fantastische Sicht über die gesamte Stadt.

Käsespätzle

Kurz danach habe ich das erste Mal in Chile Käsespätzle gemacht. Meine Mutter hat mir aus Deutschland einen Spätzleshaker mitgegeben mit dem man es relativ einfach hinbekommt. Mit Käse und Zwiebeln im Ofen überbacken, haben sie echt gut geschmeckt!

Wiedersehen und Abschied

Am 24. Oktober haben wir dann die erste Party in unserem Haus gemacht, bei der wir gleichzeitig unseren Einzug und Ninas Geburtstag gefeiert haben. Wir haben den Großteil unserer chilenischen Freunde und auch die anderen Deutschen eingeladen. Es war echt super und hat richtig Spaß gemacht und die Anlage durfte sich mal richtig austoben. Die Nachbarn haben sich zwar beschwert aber das gehört ja auch mal dazu.

Zwei Tage danach bin ich dann mit Marvin, Renke und Nina für drei Wochen in den Urlaub gefahren, aber darüber schreibe ich in einem anderen Eintrag, sonst würde es hier zu lang werden. Am 18. November sind wir dann um 3:00 Uhr morgens zurück nach Hause gekommen. Die erste Schicht im Hogar war echt cool, es hat sich super angefühlt, wieder zurück zu sein. Das einzig Blöde war, dass Ashley, eins meiner Lieblingskinder, mich zuerst nicht mehr wiedererkannt hat und es ein bisschen Zeit brauchte, bis sie mich wieder so mochte wie vorher. Es gibt übrigens ein neues Kind im Hogar, er heißt Matias wird aber nur Mati genannt und ist etwa zwei Jahre alt. Dafür sind leider direkt nachdem wir zurückgekommen sind, Dylan und Jordano (die zwei Süßesten aus der Gruppe der Preescolares, der Vorschulkinder) gegangen. Jordano konnte zurück zu seiner Mutter und Dylan wurde adoptiert.

Anstrengender Abend

Am 19. November war dann abends das große Benefiz-Bingo des Hogar, das jedes Jahr veranstaltet wird, um Spenden zu sammeln. Es fand in der Nähe unseres Hauses in einer schön oben am Berg gelegenen Veranstaltungshalle statt. Es waren 400 Leute eingeladen, entsprechend gab es viel zu tun und wir Freiwilligen mussten alle mithelfen. Ich hatte Frühschicht, war also schon seit 5:30 Uhr wach, hatte auch entsprechend große Lust als ich nach der Arbeit heimkam und direkt mit dem Bus hinfahren musste.

Wir mussten alle Tische decken, Stühle aufstellen und das Essen vorbereiten. Als dann die Gäste kamen, mussten die anderen kellnern, jedem wurde ein Tisch zugewiesen (es waren von einer Schule noch 40 Leute zum helfen da). Einer von uns sollte fotografieren und keiner der anderen hatte Lust, deshalb habe ich es übernommen und den ganzen Abend mit Saras Kamera Bilder gemacht. Am Anfang war es gut, da die anderen ständig nicht wussten, was sie zu tun hatten und alles ziemlich chaotisch war. Irgendwann war das Essen jedoch zu Ende und sie konnten sich irgendwo hinsetzen, ich musste aber noch bis zum Ende um 01:00 Uhr Bilder machen, was ziemlich anstrengend war. Danach haben wir noch mitgeholfen alles aufzuräumen. Es war ein ziemlich anstrengender aber auch spaßiger Abend.

Spaßige Arbeit

Seither läuft die Arbeit im Hogar wie gewohnt, im Moment bin ich zwar krank, aber bald kann ich hoffentlich wieder arbeiten. Es macht echt Spaß, da man inzwischen alle Kinder ziemlich genau kennt, weiß was ihnen Spaß macht, wie man sie am Besten behandelt und warum sie manchmal weinen. Zum Beispiel macht es Ruben und Mati Spaß, wenn man mit ihnen ein bisschen rauft oder sie umgedreht auf die Schulter legt. Ashley dagegen will meistens lieber rumlaufen und Estefano ist ein riesiger Autofan, der es liebt, Bobbycar zu fahren und einen manchmal sogar mit "Auto" begrüßt, wenn man ihn vom Kindergarten abholt. Bei den Babys finde ich Monse (eigentlich heißt sie Monserrat, wie eine Supermarktkette) am süßesten, sie war als wir angekommen sind, schwer krank und wäre fast gestorben, aber zum Glück geht es ihr jetzt super. Es gibt natürlich Kinder, die anstrengender sind und andere, die einfacher sind aber wenn man sich ein bisschen mit ihnen beschäftigt sind alle eigentlich ziemlich süß.

Bald kommt noch der lange Beitrag über unseren Urlaub. Bis dann!

 

Galerien

Regionale Events