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Ab nach Bolivien

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Unser nächstes Ziel war der Salzsee von Uyuni in Bolivien und da es von San Pedro aus keine Busse dorthin gab mussten wir einen privaten Transfer buchen. Wir wurden am nächsten morgen dann wieder mal von einem Kleinbus am Hotel abgeholt. Dann fuhren wir noch zu einem anderen Hotel und sammelten eine Japanerin auf, die den ganzen Tag mit uns fahren sollte. Der Bus brachte uns dann aus San Pedro raus und soweit wie die asphaltierte Straße ins Gebirge ging. Nach einer Weile Schotterpiste kamen wir dann an die Grenze zu Bolivien. Das waren eigentlich einfach nur ein paar Hütten mit einem großen Platz daneben auf dem viele große Geländewagen standen. Dort mussten wir mit unseren Papieren, die wir schon ausgefüllt hatten, einwandern.

Daraufhin sagte uns unser Busfahrer, dass wir ab dort mit einem anderen Fahrer in einem der Geländewagen weiterfahren würden. Unser Gepäck wurde auf das Dach des Wagens geladen, mehr oder weniger gut verschnürt und los ging es. Der Wagen war unerwartet komfortabel und auch mit dem Fahrer freundeten wir uns schnell an. Die Straße war eine einspurige Schotterpiste mitten durch die Wüste. Die Landschaft wirkte manchmal fast surreal, mit Vulkanen, Salzseen, Felsen und Kakteen. Irgendwann wurde uns die eine CD mit bolivianischen Klassikern, die der Fahrer immer wieder anmachte, langweilig und wir fragten ihn, ob wir unsere Musik anschließen dürfen. Er freute sich, mal was anderes zu hören und ihm haben unsere Beats glaube ich ziemlich gut gefallen. Dann irgendwann kamen wir an die Grenze zu dem Nationalpark, durch den die Straße ging, wo wir die Tickets kaufen mussten. Dort lebte eine süße kleine Bolivianerin mit ihrem noch süßeren Babykätzchen.

Als wir dann nach 8 Stunden endlich in Uyuni ankamen, waren wir ziemlich geschockt, wie arm und hässlich diese Stadt ist. Uyuni liegt am Rand des "Salar de Uyuni“, des größten Salzsees der Welt. Da die Stadt vom Tourismus und der Salzgewinnung lebt, ist sie für Bolivien gar nicht so arm, aber der direkte Vergleich zum reichen Touristenort San Pedro war schon ziemlich krass. Wir haben uns dann erstmal ein Hotel gesucht, eins was uns empfohlen wurde als wir eine andere Touristin gefragt haben war leider schon voll, also haben wir einfach das daneben genommen. Es war zwar billig, aber leider auch ziemlich heruntergekommen, ins Bad konnte man eigentlich nur mit Flipflops und auch die Betten waren nicht wirklich sauber. Wir gingen dann noch Essen, da das Hotel in der einzigen touristischen Gasse Uyunis lag, wo alle Reisebüros, Hotels und Restaurants waren, war es relativ leicht ein Restaurant zu finden. Danach gingen wir direkt die Tour für den Salzsee buchen und danach am Busbahnhof auch gleich unseren Bus. Ursprünglich wollten wir direkt von Uyuni an den Titicacasee fahren, da es aber keine direkten Verbindungen gab buchten wir den Nachtbus in die Hauptstadt, La Paz.

Am nächsten Morgen ging es dann relativ früh los auf den Salar, wir hatten wieder einen Fahrer mit Geländewagen, der uns zuerst zu einem Zugfriedhof brachte. Dort standen alte, verrostete Dampfloks herum, es war aber trotzdem relativ unspektakulär, da dort ziemlich viele Touristen waren. Anschließend fuhren wir raus in die Salzwüste, stundenlang ging es nur geradeaus über den flachen weißen Boden. Es war auch ziemlich heiß, so dass sich die Berge und andere Autos am Horizont gespiegelt haben. Der nächste Halt war bei einem kleinen Markt, wo es Kunsthandwerk aus Salz zu kaufen gab. Auf dem Weg zur Mittagspause sahen wir dann mitten in der Wüste auf einmal eine große Statue der Rallye Dakar, die anscheinend 2014 durch Bolivien ging. Essen gab es dann in einem Haus aus Salz mitten im Salar, wo unser Fahrer für uns ein bolivianisches Gericht zubereitete (frittiertes Hühnchen mit Gemüse und Quinoa). Danach ging es dann weiter zur "Isla del Pescado“, eine Insel, die über das Salz hinausragt und komplett mit meterhohen Kakteen bedeckt ist. Dort hatten wir eine Weile Aufenthalt. Um auf den höchsten Punkt der Insel zu kommen hätten wir jedoch Eintritt zahlen müssen, worauf wir keine Lust hatten, also beschlossen wir, lieber ein Stück um sie herum zu laufen. Wir kletterten sie dann sogar ein bisschen hoch und hatten auch eine tolle Aussicht. Nachdem wir dann das Auto und unseren Fahrer wieder gefunden hatten fuhren wir zu einem Vulkan, der am Rand des Salzsees liegt. An dessen Fuß war ein kleiner See, wo wir Flamingos beobachten konnten. Dann ging es wieder zurück Richtung Uyuni. Eine witzige Sache war auch, dass der Fahrer wohl ziemlich müde wurde vom stundenlangen geradeausfahren und ab und zu immer wieder für ein paar Sekunden einschlief. Das machte aber nichts, da es ja keine Straße oder anderen Autos gab, wir fuhren eben nur ständig in Schlangenlinien, da er dann aufwachte und den Kurs wieder korrigierte. Kurz vor dem Ort machten wir dann als Abschluss bei ein paar Salinen Halt, wo wir noch den wunderschönen Sonnenuntergang beobachten konnten. In Uyuni angekommen, holten wir unser Gepäck aus dem Reisebüro und gingen zum Busbahnhof um unseren Bus nach La Paz zu bekommen.

Die Busfahrt nach La Paz war eine der anstrengendsten des ganzen Urlaubs, da es nachts eiskalt wurde und selbst die Wolldecke, die jeder bekam nicht wirklich ausgereicht hat. Außerdem waren die Sitze ziemlich unbequem und die Straßen sehr schlecht. Das hielt den Busfahrer aber nicht davon ab, so schnell wie möglich zu fahren, so dass man ab und zu auf einmal einen halben Meter in der Luft hing, wenn er mit knapp 100 über ein Schlagloch bretterte. Wie man sich denken kann, haben wir also nicht wirklich gut geschlafen. Dazu kam noch, dass mitten in der Nacht bolivianische Omas zustiegen, die nach Kokablättern und Kuhmist rochen. Statt wie planmäßig um 6 Uhr morgens, kamen wir dann um 5 Uhr in La Paz an, es war kalt und regnete.

Da wir überhaupt keine Ahnung hatten, wo es Hostels gab, gingen wir einfach mit zwei anderen deutschen Backpackern mit, die uns aber dann in ein ziemlich heruntergekommenes Hostel führten, wo der Rezeptionist so besoffen war, dass er nicht mal mehr seinen Computer bedienen konnte. Immerhin gab es dort aber Wlan, wir schauten also im Internet und fanden ein gut wirkendes Hostel in der Nähe, zu dem wir dann auch gingen. Wir bekamen direkt ein Zimmer und haben uns erst einmal gut ausgeschlafen. Danach schauten wir uns dann die Stadt an. La Paz ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt, weswegen wir ständig aus der puste waren. Die Stadt hat ein paar schöne Ecken ist aber insgesamt ziemlich hässlich.

Abends stellte sich dann heraus, dass das "Loki Hostel“ ein Partyhostel ist, es hatte im obersten Geschoss ein Restaurant mit Bar, wo wir den Abend verbrachten und viele Leute aus allen möglichen Ländern kennenlernten (Engländer, Australier, Brasilianer, Amerikaner und auch andere Deutsche). Die Nacht war relativ lang, daher schliefen wir uns am nächsten Morgen aus und gingen dann zu Subway essen.

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