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Jos feiert in Chile

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Vorletzten Sonntag, der 26. Juni, war das Finale der Copa América. Das ist die Südamerikanische Fußballmeisterschaft, die EM Südamerikas also. Dieses Jahr war es eine Sonderausgabe, Copa América Centenario, da dieses Jahr das 100. Jubiläum des südamerikanischen Fußballverbands war. Letztes Jahr war Chile Meister geworden, daher hatten alle Chilenen große Erwartungen an ihre Mannschaft. Die Wochen davor verfolgten wir natürlich auch immer, wenn wir konnten, die Spiele von Chile im Fernsehen. Im Finale standen Chile und Argentinien, genau wie letztes Jahr. Ich musste am dem Sonntag blöderweise arbeiten, aber wir wollten uns danach in der Stadt treffen und das Spiel in einer Bar schauen. Ich habe mich extra beeilt, um rechtzeitig dort zu sein, wurde sogar noch von einer Besucherin mitgenommen, die anderen waren aber als ich sie auf halber Strecke anrief, immer noch zu Hause. Dann wollten sie auf einmal nicht mehr in die Stadt und die Diskussionen gingen los. Schließlich einigten wir uns darauf, das Spiel bei Nico zu sehen, einem chilenischen Kumpel, der im Zentrum wohnt.

Ich traf die anderen und als wir ankamen, lief das Spiel leider schon seit 10 Minuten. Das war jedoch schnell vergessen, da es unglaublich spannend war. Der Schiedsrichter, der ständig Karten verteilte, (unter anderem eine rote für Chile und 10 Minuten später für Argentinien) und das Bier heizten die Stimmung ziemlich auf. Zur Verlängerung stand es 0:0 und als Messi dann zum Glück einen Freistoß 5 Minuten vor Schluss nicht traf, ging es ins Elfmeterschießen. Als Francisco Silva den entscheidenden Elfmeter verwandelte und Chile damit erneut zum Meister schoss, gab es kein Halten mehr. Wir schrien und sprangen vor Freude herum, schnappten dann aber schnell unsere Sachen und rannte raus auf die Straße.

Wir hatten nämlich davor schon geplant, im Falle eines chilenischen Sieges zur Plaza Italia, einem der wichtigsten Plätze Santiagos zu gehen. Dort werden traditionell die Fußballsiege Chiles gefeiert. Sogar in auf der Straße vor Nicos Hochhaus war schon ziemlich viel los, obwohl sie eigentlich sehr klein ist, uns überholten ständig hupende Autos. Als wir dann auf die Alameda (größte Straße Santiagos) abbogen, wurden es Hunderte bis Tausende Menschen und ein riesiger Autokorso, die hupend, singend und grölend mit uns Richtung Plaza Italia fuhren. Es war ein unglaubliches Gefühl mit so vielen Menschen zu feiern und Fangesänge zu singen. Als wir dann ankamen, war es eine riesige Party, die Leute schmissen Konfetti, sangen, hüpften und zündeten Feuerwerke. Ich denke es waren 15 bis 20 000 Menschen da, der Platz war komplett voll, bis in die Seitenstraßen reichte die Menschenmenge. Darüber kreisten mehrere Hubschrauber von Fernsehkanälen, die das ganze filmten. Die Reportagen liefen die nächsten zwei Tage auf allen Kanälen.

Auch wir feierten mit allen möglichen fremden Menschen. Zwischendurch dachten wir kurz, dass die Polizei den Platz schon räumen will, da mitten in der Menge auf einmal eine Tränengasgranate gezündet wurde, was ziemlich unangenehm war. Danach ging es aber weiter wie vorher. Um 2:30 Uhr waren wir dann ziemlich erschöpft und sind wieder zurück zum Haus von Nico gelaufen. Dort haben wir noch was gegessen und sind dann schlafen gegangen. Ich hatte dann die nächsten zwei Tage keine Stimme und wurde auch ein bisschen krank, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war einfach eine der besten Nächte meines Lebens.

 

 
 

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