Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Hinter den Kulissen

Übersicht

Es zieht mich auf die Bühne. Das geht schon eine Weile so, mit der Freude am gesprochenen Wort und mir. Schon in der Schule war das so. Während die meisten meiner Mitschüler Theaterbesuche mit der Klasse verabscheuten, faszinierte mich Sprechtheater. Ich bekam die Möglichkeit auf Bühnen in und um Stuttgart, Heilbronn und Ludwigsburg zu spielen, mit den ersten Rollen Geld zu verdienen. So liegt es nahe, dass ich nach dem Abitur begann, mich mit Bühnenberufen und dem Weg dorthin zu beschäftigen. Ich hörte von Schauspiel als Studiengang, Schauspielschulen. Und bin plötzlich bei Vorsprechen gelandet.

Akt I - Schauspiel studieren?

Die Landschaft der Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum besteht aus privaten und staatlichen Schulen. Auf den ersten Blick ist der Hauptunterschied die Frage nach dem Geld: Ein privates Studium kostet. Und unterscheidet sich in der Qualität der Ausbildung erheblich von der an einer staatlichen Schule.

Sicherlich gibt es innerhalb der privaten Schauspielschulen Unterschiede. Wenn man es ernst meint mit dem Spielen als Beruf, ist es ratsam, die Ausbildung an einer staatlichen Schauspielschule zu absolvieren.

Pro Jahr pro Schule gibt es ca acht Studienplätze, pro Jahr auch meist um die 800 Bewerber. Klar, da muss man irgendwie auswählen. Oder aussieben? Das Auswahlverfahren erinnert ein bisschen an ein Casting bei DSDS. Hört sich spektakulärer an, als es ist. Nix mit Buzzern oder so, und Dieter Bohlen sitzt auch nicht drin.

Das Auswahlverfahren

Es gibt drei Runden, durch die man sich hangeln muss. Wer es durch die erste Runde schafft, hat in der zweiten Runde die Möglichkeit, mit Dozenten zu arbeiten und zu improvisieren. Wer es durch die zweite Runde schafft, landet in der Endrunde. Hier geht es dann wirklich um die Zulassung zum Studium, und von den mehreren Hunderten Bewerbern landen nur um die 30 in der Endrunde.

Die Vorbereitung auf so ein Vorsprechen besteht aus der Erarbeitung von Monologen, das heißt Ausschnitten aus Theaterstücken, in denen sich eine Figur Gedanken zu einem Thema, einem Konflikt macht. Meistens ist die Anforderung eine Auswahl an klassischen sowie modernen Monologen. Je weiter man in den Runden kommt, desto mehr darf man zeigen: Selbstgeschriebene Texte, Gedichte und Lieder sind gefordert.

Akt II - Meine Vorsprechen

Soweit der förmliche Teil. Jetzt zu meinen Vorsprechen.  Mein erstes Vorsprechen war 2017 an der Akademie für Darstellende Kunst Ludwigsburg. Das ist schon eine Weile her und war im Rückblick betrachtet mehr ein "Mal ausprobieren", was das ist.“ Ich erinnere mich an einen sehr aufregenden Nachmittag, gutes Feedback zu den gespielten Rollen, aber keine Runde weiter.

Es ist schon was dran, an dem Satz über die Bühnenluft, "wenn du es einmal in der Nase hast, wirst du es nicht mehr los.“

Also habe ich 2018 "die große Runde“ gemacht, das bedeutet, insgesamt 10 Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz abgeklappert. In Salzburg und Stuttgart kam ich dann jeweils eine Runde weiter, kurz vor dem Zieleinlauf aber ein "Nein“.

Als ich mich neulich mit einer Freundin unterhalten habe, hat sie bei der Zahl "zehn" Schulen schlucken müssen. Aber so ist das mit den Vorsprechen, mehrmals "Trial and Error“ gehört dazu. Hört man sich unter Bewerbern um, sind viele dabei, die ihr 17., 18., 19. Vorsprechen haben. Und viele, die es erst beim 22. Mal schaffen. So ist das, mit der Bühnenluft!

Epilog

2019, dieses Frühjahr, mache ich mich wieder auf Vorsprechreise. Derzeit bin ich dabei, mich durch Stücke zu lesen, von A bis Z, viel ins Theater zu gehen und "meine Monologe zu finden“, um mich auf die anstehenden Termine vorzubereiten. Ab Januar geht es rund: Berlin, München, Bochum – mir steht eine Reise quer durch die Republik bevor. Ich freue mich darauf, euch mitzunehmen, zu berichten. Folgt mir hinter die Kulissen!

 

Galerien

Regionale Events

Mallorca-Party

Am 17. August steigt die Mallorca-Party beim TTC Zaisenhausen.