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Gemeinsamer Städtetrip

Übersicht

Es geht in den Ruhrpott. Zu zweit machen wir uns auf den Weg zum Vorsprechen an die Folkwang Universität der Künste. Wie es der Zufall will, haben meine Freundin Rebekka und ich beide am selben Tag, dem 19. Januar 2019, Prüfungstermin. Es fühlt sich mehr an wie ein gemeinsamer Städtetrip, als eine Prüfungssituation. Alles eine Frage des Blickwinkels, wie man so einer Aufnahmeprüfung begegnet. Hoch die Hände, wir fahren in Herbert Grönemeyers Stadt!

Rosige Aussichten

Der Bau des Theaterzentrums Bochum ist modern, hier findet das Vorsprechen statt. Ein paar Straßen weiter reihen sich Backsteingebäude aneinander, die Agentur für Arbeit ist auch nicht weit. Rosige Aussichten! Wer wohl zuerst da war, die Agentur für Arbeit oder die Schauspielschule?

In der Aula sammeln sich die rund 100 Bewerber des heutigen Vormittags zu einer ausführlichen Sicherheitseinweisung. Mit unserer Unterschrift bestätigen wir, dass wir wissen, wo die Notausgänge sind, wo geraucht werden darf, und so weiter. Es erinnert mich an Feueralarmübungen während der Schulzeit. Mit einer zweiten Unterschrift müssen wir bestätigen, dass ab der zweiten Runde Studierende zuschauen dürfen, es grüßt die Datenschutzverordnung.

Wir betreten einen hellen, freundlichen Raum, der mit weißem Tanzboden ausgestattet ist, eine Lichtzeile am Boden strahlt grell. Das ist der Raum, in dem ich später vorsprechen werde. Hier findet auch das Warm-Up statt, "erkundet schon einmal den Raum“, raten die Studierenden.

Sympathische Kommission

Bevor man einzeln vor die Kommission gerufen wird, besteht die Möglichkeit, in einem separaten Vorbereitungsraum noch einmal kurz in sich zu gehen, das tut gut. Sympathisch finde ich den ersten Kontakt mit der Prüfungskommission, "setzen Sie sich erst mal, ganz ruhig, Ihre Kostüme können Sie hinter der Stellwand einrichten.“ Die Prüfer zeigen Interesse an den Personen, die sich bewerben; ein kurzes Vorstellungsgespräch, dann geht es ans Spielen.

Nach meiner ersten Rolle werde ich noch einmal hereingebeten, sie wollen eine zweite Rolle sehen. An dieser arbeiten sie mit mir, verändern die Ausgangssituation, wollen den Puck eine Spur ernsthafter sehen, als ich ihn angelegt habe. Ein weiteres Mal werde ich auf die Probe gestellt, noch einmal hinaus- und hineingebeten, um zu überprüfen, ob und wie ich die Arbeitsaufträge umsetzen kann. Erfolgreich: Es geht weiter für mich, in der Nachmittagsrunde, vor der großen Kommission. Auch Rebekka bekommt ihr Ergebnis: Wir sind beide weiter! Wir fallen uns in die Arme, gehen eine Kleinigkeit essen, bis es um 17 Uhr weitergeht.

In der Blackbox

Jetzt spielen wir in der sogenannten "Blackbox“. Wie der Name sagt, ein komplett schwarzer Raum, mit Zuschauertribünen und Bühnenboden. Ziemlich cool! Geblendet von den Scheinwerfern sieht man kaum die Gesichter der Prüfer, kann ihre Reaktionen nur erahnen. Es macht Laune, hier zu spielen. Der Ablauf ist der gleiche wie in der ersten Runde, nur sind es mehr Augenpaare, die zusehen ...

Die Verkündung findet im Aufenthaltsraum statt, auf der Treppe, die zu einer Galerie führt, versammeln sich die Studenten der ersten beiden Studienjahre. Sie fiebern mit, sind emotional mindestens genauso mit dabei, wie wir Bewerber. Die Namen werden verlesen, mit jeweils einem "weiter“ oder "nicht weiter“. Wieder sind wir beide weiter. Alle, die es in die nächste Runde geschafft haben, brechen in Jubel aus. Im Nebenraum erfahren wir, wie es jetzt weitergehen wird.

Fortsetzung folgt

Die dritte Runde findet für mich am kommenden Montag, in zwei Tagen also, statt. Davor werde ich nicht mehr dazu kommen, die Kostüme zu waschen, aber es wird schon gehen (ich bin nicht die Einzige ...). Wir bekommen die Aufgabe, für die dritte Runde ein Lied vorzustellen, das wir mit Klavierbegleitung singen werden. Außerdem werden Texte ausgeteilt, Dialoge, die wir zu lernen haben, um damit eine Szene zu improvisieren. Viel zu tun also, bis Montag, immerhin habe ich den Sonntag als einen Tag Pause dazwischen. Den werde ich zum Text lernen, Klaviernoten organisieren und Ausruhen nutzen. Fortsetzung folgt!

 

 

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