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Puppenspiel Vorsprechen

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Hallo Hauptstadt! Es hat geklappt. Stolz kann ich verkünden, dass ich zum Wintersemester dieses Jahres mein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin antreten werde. Los geht’s im Oktober, im Studiengang Zeitgenössische Puppenspielkunst.

Wie, jetzt doch Berlin? 

Berlin ist die Stadt, in der ich dieses Jahr mit Abstand die meisten Male zu Vorsprechen war. Erst zum Schauspiel-Vorsprechen im Januar, zur zweiten Runde im XXX. Dann an derselben Schule, bloß im anderen Studiengang für die erste Runde Puppenspiel, selbes Spiel zur Endrunde
Die erste Runde bestand aus zwei Monologen: einer Szene aus der Literatur und einer zweiten mit Puppe, Objekt oder Material. Die Stimmung war von Anfang an sehr familiär, schon am Eingang wurde jeder persönlich empfangen, direkt namentlich angesprochen. Ein, zwei Gesichter kannte ich bereits. Schon verblüffend, wie "klein" diese Theater-Vorsprech-Welt ist. Kennengelernt hatten Mitvorsprecher Thomas und ich uns lustigerweise im selben Rahmen – nur auf einem anderen Stockwerk, denn an der Berliner Schauspielschule hat der Bereich "Schauspiel" und "Puppenspiel" jeweils eigene Räumlichkeiten. Zu unserer Dreierclique ist dann in Bochum Hannah dazugestoßen – und in dieser Konstellation haben wir uns beim Vorsprechen für "die Puppe" wiedergetroffen. 

Wir durften einander zusehen, besonders spannend waren diesmal die Szenen mit Puppe. Die verschiedenen Herangehensweisen der Bewerber zu sehen, daraus nehme ich immer viel mit. Einige hatten selbstgebastelte Puppen dabei, teilweise sehr imposant, wieder andere haben ihre Szene mit Pfauenfeder und Ventilator als Objekt entwickelt. 

Wer weiter ist, das haben wir direkt im Anschluss erfahren. Und auch den Termin zur nächsten Runde: drei Monate später. Lange Zeit zur ausgiebigen Vorbereitung also. Die Anforderungen im Grunde die selben, bloß diesmal vor einer größeren Kommission. Zusätzlich zu den Szenen der ersten Runde sollten wir auch einen "Fremdtext" lernen, in diesem Fall einer des Autoren Daniil Charms. Welches Werk, das durften wir selbst entscheiden, ich habe mich für "Das blaue Heft Nr. 10" entschieden – ein ziemlich grotesker Text, auf den ersten Blick. Am Ende der Text, der mir einen Platz in der Klasse verschaffte…

Denn im Vorsprechen selbst ging es vor allem ums Improvisieren. Es hat sich ausgezahlt, möglichst entspannt zu bleiben. Am Abend zuvor rief ich mir ins Gedächtnis, was mir eine Dozentin in Bochum mit auf den Weg gegeben hat: "In erster Linie wollen wir Spielfreude sehen. Und möglichst viel Durchlässigkeit." 

Durchlässigkeit… auch so ein spezifisches Wort aus dem Theaterjargon…Aber wegweisend. Es bedeutet, sich vor allem auf Aufgabenstellungen der Prüfer einzulassen, und, sich auch von den im Vorfeld einstudierten Formen lösen zu können. Durchatmen

Hier kommt der Bogen zu "Das blaue Heft Nr. 10": Denn als es ums Vortragen der vorgegebenen Texte ging, erwartete mich eine Aufgabenstellung, die genau das prüfen wollte. Durchlässigkeit. Ich begann also, den Text so zu sprechen wie vorbereitet. Schnell wurde ich unterbrochen, "Danke." Das war im Rückblick der Moment, in dem ich die Möglichkeit bekam, noch einmal zu zeigen was ich kann: "Und jetzt singen Sie das mal so, wie auf einer Opernbühne, machen Sie eine Arie draus." 
Gesagt, getan. Es hat geklappt. Ganz einfach eigentlich. Eigentlich.

 

 

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