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Aus dem letzten Winkel der Erde

Übersicht

"Ein Jahr, drei Kontinente" - So lautete mein Motto für das Jahr 2015. Nach Part 1 (Afrika: fünf Wochen Praktikum) und Part 2 (Europa: Urlaub mit Kommilitonen in Prag und Krakau) ging es am 30. Juli auf zu Part 3. Zwei Semester studieren in Chile…ich konnte es gar nicht richtig fassen, als ich die Zusage meiner Universität im November 2014 in Freiburg in den Händen hielt. Das Fernweh hatte mich mal wieder gepackt, nachdem ich bereits 2012 bis 2013 für ein Jahr einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst in Neuseeland absolvierte. Jetzt heißt es erneut: Auf in den (anderen?) letzen Winkel der Erde!

Zuallererst ein paar Dinge über mich: Ich heiße Maren, bin 22 Jahre alt und studiere seit vier Semestern Jura in Freiburg, komme aber aus Heilbronn. Im Rahmen einer Fakultätspartnerschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit der Universidad de Chile werde ich für zwei Semester in Santiago Chile studieren und hierüber in meinen Nachrichten aus dem "último rincón del mundo", wie die Chilenen ihr Land nennen, berichten.

Bewerbung

Im November 2014 fand die Bewerbung für die Fakultätspartnerschaften nach China, Argentinien, Brasilien und Chile statt. Für mich war bereits klar, dass ich mich auf jeden Fall bewerben wollte und ein Erasmus-Land nur die Notlösung darstellte. Irgendwie zog es mich schon immer immer weiter weg und Südamerika hatte mich schon länger gereizt. Aufgrund meines Sprachniveaus und meinem Interesse an dem Land an sich wurde es schließlich Chile.

Als die Bewerbung mitsamt Motivationsschreiben, Lebenslauf, Gutachten eines Professors und Sprachzertifikat abgegeben war, folgte ein angespanntes, zweiwöchiges Warten. Es gab nur zwei Plätze und ich wusste schon von fünf Bewerbungen. Würde es reichen? Es reichte…und es gab sogar noch eine Überraschung, denn dieses Jahr wurde ein Platz mehr vergeben. Die anderen zwei Plätze gingen an meine Freunde und Kommilitonen Julika und Leo, worüber ich sehr froh bin!

Die Vorbereitungen laufen an

Während sich also im Februar alle anderen auf die Erasmus-Plätze beworben, hatten wir unseren Auslandsstudienplatz schon sicher. Aber entspannt zurücklehnen konnten wir uns noch lange nicht. Da wir keinerlei finanzielle Unterstützung wie das Erasmus-Geld bekommen würden, suchten wir nach Stipendien, um unseren Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Schon jede einzelne Bewerbung auf das Baden-Württemberg und das DAAD Stipendium erforderte mehr Aufwand als die ganze Bewerbung auf die Fakultätspartnerschaft. Ich schaffte es zum Glück rechtzeitig für mein Praktikum in Afrika im März alle Dokumente beisammen zu haben und abzuschicken. 

Im April folgten die Flugbuchung und der Visumsantrag. Dass wir am Anfang der Sommerferien buchen mussten (das Semester in Chile sollte bereits am 3. August beginnen), wirkte sich auf den Preis aus. Am Ende entschieden wir uns für einen One-Way-Flug, da nach und nach die Absagen für die Stipendien eintrafen und das die billigste Option darstellte. Wir buchten unseren Flug auf den 30. Juli. Drei Tage waren zwar etwas knapp, aber da das Semester in Freiburg erst am 25. Juli endete und wir noch ein paar freie Tage zuhause haben wollten, nahmen wir das in Kauf. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn Anfang Juli erreichte uns die Nachricht, dass in Chile an den Universitäten mal wieder gestreikt wurde und das Semester um drei Wochen nach hinten verlegt wird. Bei der Frage, was wir nun mit unserer gewonnenen Zeit anfangen, kamen wir sehr schnell auf die Osterinsel. Zwei Wochen eingewöhnen, Wohnungen suchen, alles Organisatorische klären und eine Woche Urlaub, das hörte sich recht gut an. Also buchten wir für fünf Nächte einen Flug auf die Osterinsel.

Nachdem wir auch das Visum Anfang Juli in München abgeholt hatten, stand mir noch die Suche nach einer Zwischenmieterin für meine WG in Freiburg bevor, war. Ich war sehr glücklich in meiner WG und wollte deswegen nicht komplett kündigen. Zwei Wochen vor meinem Auszug fand ich zum Glück über Skype eine französische Erasmus Studentin, die für ein Jahr bleiben wollte. Jetzt hieß es nur noch, Zimmer in Freiburg räumen, Umzugskartons in Heilbronn wieder auspacken und parallel natürlich noch den Koffer für Chile packen!

Bei dem ganzen Packstress und diversen letzten Treffen mit Freunden vergingen die Tage bis zum 30. Juli wie im Flug…

 

 

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