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Auf nach Rapa Nui!

Übersicht

Dank des Unistreiks ging unsere erste Reise auf die Osterinsel. Fünf Tage werden wir an einem der abgeschiedensten Orte der Welt verbringen, denn im Umkreis von 1900 km findet man keine weiteren bewohnten Inseln und zum chilenischen Festland sind es auch immerhin 3800 km.

Ich selbst bin erst einen Tag vor unserem Flug in meine neue Wohnung gezogen und hatte noch gar keine Zeit mich richtig einzurichten, da musste ich auch schon wieder los. Ausgepackt habe ich immer noch nicht, ohne einen Schrank ist das aber auch schwierig, der wird nämlich erst "geliefert", da meine Mitbewohnerin zum ersten Mal an eine zweite Person vermietet und es noch keine Möbel im Zimmer gibt außer ein Bett, eine kleine Kommode und zwei Wandregale. Einen Fernseher hat sie übrigens auch gleich mitbestellt, da dies für die Chilenen zur Grundausstattung eines Zimmers gehört. Ich verbrachte meinen ersten Abend bis ein Uhr nachts mit meiner Mitbewohnerin und musste drei Stunden später schon wieder aufstehen, da wir uns um 4 Uhr morgens trafen, um zum Flughafen zu fahren.

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Ankunft

Auf der Osterinsel erwarteten uns angenehme 20 Grad und Sonnenschein. Wir wurden von den Besitzern unseres Hostels mit Blumenketten begrüßt und trafen auch gleich den obligatorischen Deutschen in der Unterkunft. Mit ihm gingen wir ein bisschen in die Stadt um einen Überblick zu bekommen. Das ging relativ schnell, denn Hanga Roa ist nicht groß.

Wir saßen dann noch eine Weile an der Küste und konnten uns einfach nicht satt sehen an dem tiefen Blau des Ozeans, der Weite des Horizonts und dem klaren Wasser. Abends schauten wir uns noch eine Tanzgruppe an, die die typischen Inseltänze der Rapa Nui (so werden die Bewohner der Insel genannt) aufführte. Am Ende wurden Julika und ich sogar auf die Bühne geholt!

Küstenlandschaft, Vulkane und Moais

An unserem ersten Tag mieteten wir uns Fahrräder. Wir begannen unsere Tour entlang der Südküste und besuchten viele Moai-Stätten, darunter auch die beeindruckendste am Vulkan Rano Raraku. Dort befindet sich der Steinbruch, in dem die Figuren aus dem Fels gehauen wurden, die Geburtsstätte sozusagen. Schnell stellten wir fest, dass wir uns mit der gesamten Inseltour zu viel vorgenommen hatten, da sie uns mit den Fahrrädern aufgrund der vielen Hügel doch mehr Zeit kostete als gedacht. Eigentlich wollten wir noch an den Anakena Strand und erst danach zurück nach Hanga Roa fahren. Doch als wir an der Abzweigung zum Strand ankamen, war es schon halb sechs und es wurde dunkel. Also entschieden wir uns zurück zu trampen. Die Voraussetzungen waren eher semi-optimal: es waren wenige Autos unterwegs und wir hatten drei Fahrräder im Schlepptau. Doch nach ein paar Minuten hielt schon eine Familie mit einem Pick-up am Straßenrand.

Eigentlich waren nur zwei Plätze frei... aber es gab ja noch die Ladefläche. Leo ging daher mit dem Sohn und den drei Fahrrädern auf die Ladefläche und Julika und ich machten es uns mit der Tochter auf der Rückbank bequem. Mit offenen Fenstern, der typischen Insel-Gute-Laune-Musik ging es dann zurück nach Hanga Roa. Unterwegs hatte der Vater jedoch noch ein "regalo" (Geschenk) für uns. Wir fuhren mit der ganzen Familie zu zwei Moai Stätten!

Am zweiten Tag ließen wir uns morgens ein bisschen mehr Zeit und machten uns gegen Mittag an den Aufstieg auf den Vulkan Rano Kau. Der Anblick, der sich uns oben bot, war beeindruckend, denn in dem Krater befindet sich zwischen steil abfallenden Kraterwänden ein Süßwassersee. Wir verbrachten noch ein wenig Zeit damit am Kraterrand entlang zu wandern und besuchten auch die Ruinen des Zeremoniedorfes Orongo.

Eigentlich gehören alle Stätten der Osterinsel zu einem Nationalpark, für den man Eintritt zahlen muss. Aber wie es das Schicksal so will, streikt im Moment alles in Chile, und so auch die zuständigen Beamten für den Verkauf der Tickets. Wie wir herausfanden, geht es bei dem Streik darum, dass das Geld aus dem Erlös der Tickets nicht der Insel zugutekommen, sondern nur dem Staat Chile.

Tag drei und vier

An unserem dritten Tag mieteten wir uns ein Auto. Unser erster Stopp galt der Halbinsel Poike im Osten der Insel mit dem gleichnamigen Vulkan. Wir wanderten dort ein wenig, in der Hoffnung die Jungfrauenhöhle zu finden, die sich an der Küste befinden soll, gaben aber nach einiger Zeit auf und bestaunten nur die fast senkrecht abfallenden Klippen. Danach fuhren wir zur gegenüberliegenden Küste und versuchten dort unser Glück mit den nördlich von Hanga Roa liegenden Höhlen. Diese waren leichter zu finden und wir verbrachten eine Weile damit, dem Höhlensystem zu folgen, das einfach nicht enden wollte. In der einbrechenden Dunkelheit fuhren wir wieder zurück, denn am nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, zum Sonnenaufgang am Ahu Tongariki, die mit 15 Moai am besten erhaltene Anlage, zu verbringen. Das frühe Aufstehen hat sich auch definitiv gelohnt!

Obwohl wir ein bisschen zu spät waren, da die Schranke des Nationalparks erst kurz vorher öffnete und wir in einer Schlange von 10 Autos davor warteten, konnten wir bei aufgehender Sonne mit Blick auf die uns zugewandten Moai gemütlich frühstücken. Nachdem wir das Auto zurück gebracht hatten, wollten wir auch einmal die Unterwasserlandschaft der Osterinsel kennen lernen und so fuhren wir dick eingepackt in Neoprenanzüge mit dem Boot hinaus zum Schnorcheln. Da die Insel so isoliert liegt, gibt es dort eine enorme Sichttiefe. Leider aber nicht so viele bunte Fische, was mich ein bisschen enttäuscht hat. Nach unserem Schnorchelgang hatten wir trotz der eisigen Kälte des Wassers immer noch nicht genug davon und machten uns auf zur Anakena Bucht, um uns am Strand auszuruhen. Danach trampten wir wieder zurück.

So ging unser letzter Tag auf der Insel zu Ende. Ich muss sagen, dass sich der Besuch der Insel wirklich gelohnt hat und sie definitiv mehr zu bieten hat als nur die Moai, auf die sie oft in Reisebroschüren reduziert wird. Die Gelassenheit der Inselbewohner wirkt ansteckend, es gibt dort fast keine Kriminalität oder Armut und das Klima ist dort eindeutig angenehmer als im winterlichen Santiago. Man kann also verstehen, warum die Regierung den Zuzug von Festlandchilenen einschränken musste. Mittlerweile darf man als Ausländer kein Grundstück auf der Insel erwerben. Darüber hinaus darf pro Tag auch nur ein Passagierflugzeug auf der Osterinsel landen, um die winzige Insel nicht mit Touristenströmen zu überfordern. 

Mit dem einzigen Flugzeug am nächsten Tag geht es jetzt aber für uns zurück nach Santiago, um nach zwei Tagen in eines der vielen Flugzeuge nach Lima zu steigen.

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