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Urlaub auf den Bahamas

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Kennt ihr das? Ihr seid die nettesten Kinder der Welt und holt für eure Eltern einmal die Post ins Haus. Und dabei fällt er euch ins Auge: der Urlaubskatalog. Besonders dramatisch ist eine solche Entdeckung in stressigen Prüfungszeiten für alle Schüler und Studenten  kurz vor den Sommer- / Semesterferien. Seufzend schnappt ihr euch also den Katalog und schlagt die erste Seite auf. Und da ist es: das Urlaubsparadies am Meer, hellblaues Wasser und herrlich weicher Sandstrand. Ach wie schön wäre es doch, jetzt dort zu sein und nicht lernen zu müssen?

Wisst ihr was? Genau das dachte ich mir auch. Gelernt habe ich fleißig die letzten Wochen. Nämlich für meinen Toefl-Test, dank dem ich nun auch weltweit vor Universitäten mit meinem Englisch angeben darf - zumindest in den zwei Jahren, in denen der Test gültig ist. 180 Dollar hat mich der Spaß gekostet, um euch das vor Augen zu führen: ich habe quasi eine ganze Woche dafür gearbeitet, um mir diesen Test leisten zu können. Ob es sich gelohnt hat? Weiß ich nicht. Das sehe ich dann schätzungsweise daran, ob mich die deutschen Universitäten für das Wintersemester annehmen. Aber ich schweife ab. Vier Stunden habe ich mir also Texte durchgelesen und Fragen beantwortet (Reading), Konversationen über die sinnlosesten Themen genauestens verfolgt um daraufhin Fragen zu beantworten (Listening), auf Fragen innerhalb von ein paar Sekunden möglichst lange und sinnvoll geantwortet (Speaking) und zwei Text über vorgegebene Themen geschrieben (Writing). Ihr mögt jetzt vielleicht denken: und dafür lernt sie so viel? Ja! Denn der Toefl Test hat es in sich! Für mich ging's gut aus, mit 105 Punkten (die Höchstpunktzahl ist 120 Punkte) könnte ich jetzt sogar an der Elituniversität in YALE studieren. Wenn da jetzt nicht nur die 75 000 Dollar (ca 57 656 Euro) pro Semester (!) wären, würde ich das doch glatt machen. (Da fällt mir wieder der motivierende Satz des Studenten ein, der mich durch Yale geführt hat: "Aber Geld ist hier kein Thema." Klar, 75 000 Dollar im Jahr find ich auch eher wenig.).
 

Kurztrip auf die Bahamas

Nun ja, wo war ich? Ach ja: Urlaub! Das magische Wort mit nur sechs Buchstaben. Kurz-fristig eröffnete meine Gastfamilie mir nämlich, dass ich doch noch etwas mehr Urlaub bekommen sollte, als geplant. Der Grund? Sie sind selbst im Urlaub und können mich nicht mitnehmen. Ärgerlich!
Nun aber die Frage: was anstellen mit fünf Tagen? Ganz klar: Ab ins Paradies!
Das dachte ich mir jeden falls so und schnell war ein Flug und dazu ein Hotel gebucht. Und wollt ihr wissen, welches Paradies ich mir ausgesucht habe? Ich war mal ganz bescheiden und dachte mir: Ein Kurztrip auf die Bahamas wäre sicher nett.
 
Gesagt, getan. Ende Juni flog ich pünktlich zu meinem Elf-Monate-Amerika-Jubiläum nach Nassau, der Hauptinsel der Bahamas. Nassau empfing mich auch direkt genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: traumhaft schönes Wetter, unglaublich heiß und wunderbare Strände. Mein Hotel war recht nah am Zentrum von Nassau, sodass ich zu allem wichtigen eigentlich laufen konnte.


Entspannen im Paradies

Und was hab ich da auf den Bahamas gemacht? Ich hab's mir so richtig gut gehen lassen! Kennt ihr dass, wenn ihr den ganzen Tag auf der faulen Haut rumliegt, eigentlich keine Ahnung habt welchen Wochentag wir haben oder wie viel Uhr? Jap. So ging's mir die ganzen fünf Tage. Und zwischendurch? Da hab ich mir mal zur Abwechslung 'ne Kokosnuss mit einer Runde Bahamamama geschnappt - ich mein Hey! Inzwischen darf ich sogar in den Staaten legal Alkohol konsumieren und auf den Bahamas erst recht (da dort die Alkoholgrenze nämlich bei 18 Jahren liegt, ist dies auch ein nettes Urlaubsziel für alle jungen Amis unter 21!). Außerdem war ich an einem Tag Schnorcheln! Das war was, meine Freunde. Ich war zuvor noch nie Schnorcheln und bis ich meine Aufregung mal soweit unter Kontrolle hatte, dass ich meine Atmung in den Griff gekriegt hab, dass dauerte! Währenddessen hab ich geschätzte 20l Salzwasser geschluckt (natürlich habe ich da gerade ein wenig übertrieben, aber es war schon eine ganze Menge!) und mein extra gekauftes Fischfutter fallen gelassen. Na immerhin die Unterwasserkamera hab ich festgehalten!
 
Apropos Kamera! Da muss ich euch auch noch was erzählen: Nachdem meine mir treu ergebene Digi-Cam an Silvester (ein dümmeres Datum ging auch nicht mehr!) nach ca. Sieben Monaten treuen Dienstes den Geist aufgegeben hat und ich sie nicht mehr reparieren lassen konnte, musste ich mir wohl oder übel eine neue Kamera zulegen. Und jetzt ratet mal was mir ca eine Woche vor meinem Taumurlaub auf den Bahamas kaputt gegangen ist: richtig, meine Kamera! Und das nach nur fünf Monaten mit keinerlei Gebrauchsspuren darauf! Wenn ihr also denkt ich hätte die durch die Gegend geschmissen, sodass sie nur kaputt gehen konnte - falsch gedacht! Also Kamera an Canon eingeschickt - nach fünf Monaten ist da ja sicher noch Werkgarantie drauf! Kaum ein paar Tage später kommt der Anruf von Canon: Die Kamera lässt sich reparieren. Für 160 Dollar, die mir Canon aber nicht zahlt weil der Schaden nicht unter die Garantie fällt. Ernsthaft jetzt? Für mich war danach jedenfalls klar: Nie wieder eine Canon Kamera!

 
Abenteuer unter Wasser

Schweren Herzens hab ich also eine Instant Unterwasserkamera gekauft, wie die Bilder geworden sind werd ich dann sehen sobald sie entwickelt sind.
Das Schnorcheln war trotzdem richtig klasse! Die Fische waren unglaublich schön! Ich habe sogar eine kleine Dori (Findet Nemo) in ihrer echten Lebensumgebung gesehen. Und ein Flugzeug-Wrack aus einem bekannten Film der mir zwar nicht bekannt war, aber sämtliche männlichen Amis zu einem 'Ohhhh really?? That is awesome!!' verleitet hat. Männer! Aber das Wrack war wirklich richtig cool wie es da so im Meeresboden steckte. Ich hab geknipst was das Zeug hält und am Ende gerade rechtzeitig bemerkt, dass ich nur noch ein Foto übrig hatte. Hups. Das wollte ich dann doch für die Haie aufheben. 'Haie?', denkt ihr jetzt? Ja, Haie! Marina war mit Haien schwimmen, das kann ich jetzt stolz von mir behaupten. Und mal Hand aufs Herz, so einen 3,5 Meter langen Hai keine 3 Meter unter meinen Füßen schwimmen zu sehen war schon ein etwas mulmiges Gefühl. Aber trotzdem atemberaubend!
 
Atemberaubend war es auch auf Blue lagoon Island! Das ist ebenso eine der 700 Inseln der Bahamas und diese Insel beherbergt etwas ganz besonderes: Delfine und Seelöwen! 'Ohhhh wie süß' kann man auf der Insel vom so ziemlich jedem weiblichen Wesen hören und auch mir entlockte es das ein oder andere 'awwwww!' (Quasi das amerikanische 'ohhhh'). Die Delfine tangierten mich eher peripher (das hab ich doch jetzt mal schön YALE-like formuliert), denn mit denen werde ich in meinem Reisemonat schwimmen gehen.


Date mit einer Seelöwen-Dame

Also machte ich mich auf den Weg und traf Maggie. Maggie ist eine acht Jahre alte Seelöwen-Dame. Innerhalb von einer 30min Einführung lernte ich alles über die Seelöwen (z.B. auch alles über die Seelöwenbabies, die gerade erst geboren wurden! Auf die Frage 'hilft der Vater denn auch bei der Aufzucht?' Antwortete die Trainerin übrigens: 'Nein, das ist genau wie im normalen Leben.' Das hat ihr eine Runde Lacher bei den acht Frauen und ein empörtes Schnauben bei den beiden Männern eingebracht.). Und dann ging es auch schon ins Wasser: auf einer Plattform stehend lernten wir alle Maggie kennen! Und wie das so ist, gibt man sich zur Begrüßung eben die Hand äh Flosse. Wer nicht brav seinen Namen zur Begrüßung nannte, wurde von Maggie beschämt angebellt und bekam eine Ladung Wasser ins Gesicht! Tja, Manieren muss man auch gegenüber einem Seelöwen haben. Später gabs dann noch eine Runde Seelöwenküsschen, auf die Backe und auf den Mund. Auch hier galt: es schäme sich derjenige, der den Kuss abwischt. Denn auch dafür gabs von Maggie eine Ladung Wasser ins Gesicht.
Maggie jedenfalls war ein richtiger Schatz und ich wünschte ich hätte sie einfach mitnehmen können - denn auch zum kuscheln war sie klasse!
 
Tja, so ging dann leider mein Urlaub auf den Bahamas zu Ende. Und nun? Nun habe ich noch drei Wochen. DREI! Es ist unfassbar. Ich bin nervös, voller Vorfreude und habe gleichzeitig das Bedürfnis zu weinen, wenn ich daran denke, dass ich nun jede Woche einer meiner Freundinnen hier in den Staaten auf Wiedersehen sagen muss. Und das Schlimmste kommt zum Schluss: Bevor ich in die vier aufregendsten Wochen meines Lebens starten kann und meinen Reisemonat antrete, muss ich mich von meinen Kindern verabschieden. Wie ich meinen Morgen ohne die Umarmungen und Küsse dieser Zwei überstehen soll, weiß ich nicht.
 
Und das ist das schlimmste am Ende meines Au Pair Jahres: ich freu mich auf zu Hause, aber ich will auch nicht gehen. Und das bricht mir momentan täglich das Herz.
                                        

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