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Sommerlaune in Pilsen

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Auch wenn ich im Mai frierend und in dicker Jacke nie geglaubt hätte, dass ich jemals über den tollen Sommer hier in Pilsen schreiben werde, so tue ich es jetzt doch. Denn weil ich schon seit April darauf hinfiebere, endlich nicht mehr in langen Hosen rumlaufen zu müssen, freue ich mich besonders über den Sonne, die momentan täglich in mein Wohnheimzimmer scheint. Dieser Winter war gefühlt und auch gerechnet der längste meines Lebens

Das erste richtige Sommergefühl kam bei mir Mitte Juni auf, als ich zusammen mit anderen Freiwilligen auf einem Festival geholfen habe. Da es viel zu viele Helfer gab, verbrachten wir die meiste Zeit damit, Beachvolleyball zu spielen und auf einer Wiese herumzuliegen. Als wir abends in Ostrava weggingen und keine Jacken mitnehmen mussten, war für mich eine neue Ära angebrochen.

Ab diesem Zeitpunkt stieg meine Laune konstant und so konnte mir der Vor-Sommerferien-Stress auch nicht viel anhaben. Natürlich machen viele Schulklassen Ausflüge am Ende des Jahres, aber dass so viele eine Stadtführung haben möchten, hätte ich nicht gedacht. Trotzdem war es ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden und als Freiwillige wirklich nützlich zu sein. 
 

Tschechisch-Verrückte in der Uni

Als endlich alle Kinder Ferien hatten, ging es allerdings erst richtig los: Mein großes deutsch-tschechisch-polnisches Seminar, dass ich mit Bekannten schon seit November plane, stand bevor. In einem alten Pfarrhaus im Böhmerwald organsierten wir fünf Workshops zum Thema "Kulturnomaden" und versorgten 50 die Teilnehmer Tag und Nacht mit Informationen, Anweisungen, viel Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Gegessen und auch geschlafen wurde draußen in freier Natur und wieder wurde mir bewusst, was für ein großes Geschenk schönes Wetter sein kann.
Jetzt ist meine Arbeit nahtlos in einen Intensiv-Tschechisch Kurs übergegangen, den ich an der Universität besuche.

Drei Wochen lerne ich im Rahmen einer Sommerschule alles Wichtige über den Konditional bis hin zu tschechischer moderner Kunst. Es macht wahnsinnig viel Spaß jeden Tag in die Uni zu gehen, um Leute zu treffen, die genauso tschechisch-verrückt sind wie ich. Außerdem kommt jeder der sechs Kursteilnehmer aus einem anderen Land, was eine total spannende Mischung ergibt. Es kommt nicht selten vor, dass der Schweizer der Französin auf Russisch erklärt, wie die Lautverschiebung funktioniert und die Slowenin ihn auf Tschechisch verbessert.
 

Jahresvorrat an Eis

Toll ist auch, dass die Organisatoren der Sommerschule ein interessantes Rahmenprogramm anbieten. Noch toller ist, dass meine Gruppe davon total begeistert ist und so der Sprachkurs auch nach der Uni weitergeht, wenn wir zum Beispiel tschechische Filme aus den Sechzigern schauen oder auf ein Bier in den Pilsner Studentenkneipen gehen, die ich nach einem Jahr mittlerweile alle gut kenne.

Ich genieße meinen letzten Sommermonat in Tschechien jedenfalls in vollen Zügen und werde noch eine ganze Menge "russisches" und "Miša"- Eis essen müssen, um den Geschmack davon nicht zu vergessen.  Russisches Eis ist zwar in Silberfolie eingepackt wie Butter, schmeckt aber nach süßer Sahne - sehr, sehr süßer Sahne. Miša Eis schmeckt wie Früchtequark mit Schokoladenhaube, also einfach... wunderbar. Wie schade, dass man Eis so wahnsinnig schlecht transportieren kann, sonst würde ich mir sicher einen ganzen Jahresvorrat anlegen, um die Erinnerungen an diesen Sommer wenigstens in Form von Eis am Stil zu konservieren.
         

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