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Ein Rückblick auf die Anfänge

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Ich habe es geschafft. Zwölf Monate Amerika habe ich nun fast hinter mir. Und ich kann es ganz ehrlich einfach nicht glauben! Nach all dieser Zeit blicke ich zurück auf meinen Anfang hier in den Staaten und denke mir: Wie naiv ich doch war!

Ich kam hier her mit dem Gedanken, dass Au Pair sein ein wirklich einfacher Job ist. Wieso sollte es auch hart sein den ganzen Tag auf zwei kleine Kinder aufzupassen? Falsch gedacht: Die Arbeit ist anstrengend und wenn man mal 45 Stunden in der Woche die Verantwortung für die Kinder hat, dann weiß man auch, was wirklich Arbeit ist! Für mich, gerade frisch aus der Schule nach dem Abitur, war Arbeit bisher so ein Ding das ich neben der Schule her gemacht hab. Doch diese Arbeit hat mit der Arbeit als Au Pair NICHTS zu tun. Wer denkt, Au Pair sein ist wie Urlaub – falsch gedacht! 

Nach all dieser Zeit kann ich also von mir behaupten, an meiner Aufgabe gewachsen zu sein. Ich kann einen Haushalt nun komplett alleine schmeißen während ich nebenher die hungrigen Mäuler meiner Kids stopfe. Ich fühle mich also gut vorbereitet für mein zukünftiges Leben! Ich bin Experte im Krisenmanagement (wisst ihr wie schlimm es ist wenn eine 6 Jährige ihr Lieblingsstofftier nicht mehr findet?) und im Verhandlungen führen ("Du isst deine Äpfel mit Schale und bekommst dafür dann Schokostreusel auf deinen Joghurt!"). Ich bin also wirklich fit fürs Leben!
 

Den Ängsten den Kampf angesagt

Was hatte ich mir vorgenommen für das Jahr? So einiges! Hab ich irgendetwas davon wirklich gemacht? JA! Überraschenderweise habe ich die meisten Dinge wirklich gemacht. Ich blicke zurück auf meinen ersten Blogeintrag hier bei Stimmt!. Ich hatte mir vorgenommen "den Grand Canyon [zu] besichtigen oder auch einmal auf dem Walk of Fame entlang [zu] spazieren. […] Ich möchte reifer werden und mir selbst Schwedisch beibringen.". Hier kommt mein erstes Geständnis: Schwedisch kann ich nach wie vor nicht außer "Hi", was man aber international eh immer als "Hallo" benutzen kann. Vielleicht komm ich dazu ja dann doch eher wieder in Deutschland.

Auf eine Sache bin ich aber wirklich stolz! Ich hatte mir vorgenommen "meinen Ängsten den Kampf anzusagen" und das habe ich wirklich gemacht. Noch vor einem Jahr war es mir unmöglich eine Leiter zu betreten oder nur auf einen Stuhl zu steigen. Der Grund? Meine Höhenangst! Schon bei kleineren Höhen hatte ich riesen Panik. Ins Flugzeug zu steigen oder auf Achterbahnen zu fahren war jedoch kein großes Thema: Die Achterbahnen in Deutschland sind ja meistens recht human und da ist man ja auch gesichert! 
 

Im freien Fall in eine Wasserrutsche

Hier in den USA hab ich mich dann getraut: In Chicago saß ich im 112. Stockwerk in einem Glaskasten! Unter mir: NICHTS. Ihr wisst nicht wie sehr mir dieses Erlebnis im Bezug auf meine Höhenangst geholfen hat. Kleinere Höhen sind für mich nun überhaupt kein Problem mehr, nur bei größeren Höhen habe ich nach wie vor Panik. Doch auch über diese Angst will ich zumindest ein Stücken weit noch hinweg kommen und deshalb werde ich in meinem Reisemonat Skydiven gehen und mir Las Vegas von oben ansehen. Dafür springt man doch mal gerne aus dem Flugzeug

Doch auch so bin ich hier in den USA zu einem richtigen Adrenalinjunkie geworden! Achterbahnen in Deutschland? Langweilig. Hier in den USA gibt es Achterbahnen, die würden in Deutschland nie und nimmer irgendeinen TÜV Kontrolle bestehen. Im Six Flags New England (zu dem ich übrigens einen Seasons Pass hatte!) gab es die höchsten und schnellsten Achterbahnen die man sich vorstellen konnte! Und ich bin sie alle gefahren. Eine Sache, die ich allerdings nie wieder tun werde, war jedoch auch für mich ein bisschen zu krass: Die Bonzai Pipelines. (Wenn ihr auf Youtube "Bonzai Pipelines Sixflags New England" eingebt werdet ihr sie sehen). Ihr müsst euch das so vorstellen: Man steht im 6. Stock in einer Röhre und unter einem ist eine Klappe, mit einem Fenster unter dem man schon sieht wie steil es dann nach unten geht. Irgendwann geht diese Klappe dann auf und man fällt im freien Fall nach unten in die Wasserrutsche hinein! Dieses ganze Ding dauert nur 8 Sekunden aber ich kann euch sagen: Diese 8 Sekunden waren mit die schlimmsten in meinem Leben! Ich hatte Panik keine Luft mehr zu bekommen und hab noch fast eine Stunde später gezittert – einfach zu krass diese Wasserachterbahn! (Das dachte nicht nur ich. Denn überraschenderweise hat man niemanden gesehen, der sich nach dem ersten Mal noch einmal angestellt hat…).
 

Auf den Heimflug warten

Nun ja, nun ist es also soweit: Time to say goodbye. Ich muss mich von meinen Kindern und meinen Gasteltern verabschieden und ich sage euch: Der Abschied fällt schwer.

Meine Koffer sind soweit schon fertig gepackt und eigentlich bin ich abfahrbereit. Aber bin ich das wirklich? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen bald wieder in Deutschland zu sein. 

Am Montag geht es nun also in meinen Reisemonat und darauf freue ich mich schon wirklich sehr lange! Gemeinsam mit drei anderen Freunden haben wir ein Auto gemietet und fahren quer die Westküste entlang

Und nach 28 Tagen auf Reisen geht es dann zurück nach New York City für ein paar Nächte und dann hoffentlich in ein Flugzeug ab nach Hause. Wann genau ich in Deutschland ankommen werde weiß ich leider immer noch nicht. Denn auch wenn meine Au Pair Agentur mir immer wieder verspricht, dass ich meinen Heimflug bald bekomme (die buchen den nämlich für mich!), habe ich nach wie vor nichts. Vielleicht musst ich also einfach hier bleiben…
                   

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