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Parque Nacional Talampaya

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Der "Parque Nacional Talampaya" befindet sich in der Provinz "La Rioja", die im Nordwesten Argentiniens liegt. Der riesige, über 200 000 Hektar große Nationalpark ist vor allem für seine vielfarbigen Gesteinsformationen bekannt. Außerdem schützt er die typische Flora und Fauna der Gegend, wie zum Beispiel viele verschiedene Arten von Kakteen oder den berühmten Algarrobo (dt. Johannisbrotbaum). Seine Früchte ("la Algarobba") werden oft zu kakaoähnlichem Pulver gemahlen und als Schokoladenersatz in Kuchen verwendet. Der "Parque Nacional Talampaya" wurde im Jahr 2000 von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt. 

 

Erster Urlaubstrip


Verlängertes Wochenende, juhu! Da am Montag in Argentinien ein Feiertag war, nahm meine Gastfamilie das lange Wochenende zum Anlass, mir einen Teil meines neuen, riesigen Heimatlandes zu zeigen. Zusammen mit meinen vier jüngeren Gastbrüdern, meinen Gasteltern, einer guten Freundin der Familie und ihren zwei Töchtern machte ich mich also auf die Reise in den Norden Argentiniens, da es im Sommer für den Norden zu heiß wird. Es gibt bis zu 49 Grad und im gesamten Nationalpark, einer reinen Wüstenlandschaft, gibt es natürlich kein wirkliches Schattenplätzchen.

Die Autofahrt war ein wahres Abenteuer: Hitze, 550 Kilometer, sechs Kinder, deren Begeisterung für lange Autofahrten sich durchaus in Grenzen hält, haufenweise Gepäck und natürlich jede Menge Essen. Nachdem wir die Sierras von Córdoba also überquert und hinter uns gelassen hatten, verringerte sich zum Glück auch das Unwohlsein der Kleinen, denen durch die vielen Kurven in den Bergen schnell schlecht wird. Die Autofahrt war jedoch nicht nur abenteuerlich, sondern auch wirklich schön. Argentinien ist zwar acht Mal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur knapp die Hälfte der Einwohner. Entlang der "Routa 38" konnte ich also wahnsinnig viel Landschaft sehen, die ich aus Deutschland so natürlich nicht kannte.

Teilweise dauerte es bis zu 140 Kilometer bis wir mit dem Auto das nächste Dorf erreichten. Beim Durchfahren sahen wir jedoch auch hier etwas ganz typisches für Argentinien: Leute saßen auf Sesseln vor ihren Häusern und schlürften, auch bei 35 Grad, "Mate". Mate, ein teeähnliches Getränk, wird aus einem in Südamerika häufig vorkommenden Strauch gewonnen. Das "Yerba" wird dann mit heißen Wasser aufgegossen aus aus dem speziellen Gefäß, dem "Mate", getrunken. 

 

Parque Nacional Talampaya


Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir endlich den Eingang des Nationalparks. Zu den Cabañas, kleine Ferienhäuser in denen wir übernachteten, mussten wir den gesamten Park durchqueren, was nochmal ungefähr 100 Kilometer, mit atemberaubender, einzigartiger Landschaft und Aussicht, bedeutete. 

Im Parkgelände fanden wir Fossilfunde von Zeitgenossen und Verwandten der ersten Dinosaurier, zum Beispiel von "Lagosuchus talampayensis", vor, weshalb unser erster Gang durch eine kleine "Ausstellung" verschiedener Dinosauriermodelle ging. Anschließend machten wir eine dreistündige Tour zur Besichtigung des "Cañón de Talampaya". Der Park schützt unter anderem verschiedene Tierarten - Guanacos, Sträuße, Beuteltiere, Kondor, Papageien und den Wüstenfuchs. Zu unserem Glück konnten wir bei unserer Tour alle live sehen. Bei 37 Grad schauten wir uns, neben dem Grand Canyon ähnlichen "Canón de Talampaya", auch noch "Arco Iris" und "El Chiflón" an. Am Fels "Arco Iris" kann man unterschiedliche Gesteinsfarben erkennen, was daran liegt, dass die Gesteinsschichten unterschiedlich alt sind. Es ist schwer, alles was wir gesehen haben in Worte zu fassen. Wer also mal nach Argentinien reist, sollte sich den Nationalpark auf jeden Fall ansehen. Lange Rede, kurzer Sinn: Que hermoso! Que lindo

Der erste Urlaubstrip war zwar kurz, aber dennoch wirklich schön und sehenswert. Die Atmosphäre mit meiner Familie hätte besser nicht sein können, deshalb freue ich mich auf die nächsten Möglichkeiten, mehr von Argentinien sehen zu können. 


 

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