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Típico de Argentina

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Sogar 40 Grad Mittagshitze hindert die Argentinier nicht daran, Mate zu trinken oder ein Asado zu veranstalten. Ihr fragt euch schon jetzt, was unter diesen Begriffen zu verstehen ist? Kein Problem, das erkläre ich euch doch gerne: Mate ist eine Art Tee und sehr heiß. Beim ersten Probieren ist man jedoch von dem etwas gewöhnungsbedürftigen Geschmack irritiert. Mit der Zeit fällt es aber leichter, den Becher vollständig auszutrinken. Man könnte sogar sagen: Man beginnt den Mate zu lieben. Ob in den Kindergärten, bei Geburtstagen, Besuchen von Freunden oder einer Autofahrt - das Teegetränk und eine Thermosflasche mit heißen Wasser sind immer an Bord.

 

Die Kunst des Grillens


Was genauso typisch für Argentinien ist und mir fast noch besser gefällt, ist das Asado.

Das Wort "Asado" kommt aus dem Spanischen und bedeutet "Gegrilltes". Beim Veranstalten eines Asados handelt es sich also um eine Grillparty. Ein Mittag- oder Abendessen ist darunter nicht zu verstehen. Das Asado ist in ganz Südamerika vertreten, was den enormen Fleischkonsum der Menschen erklären könnte. Am häufigsten wird es in den Ländern Argentinien und Uruguay veranstaltet. 

Bei der Party werden verschiedene Teile, die aus unterschiedlichen Fleischsorten bestehen, auf einem Holzkohlegrill zubereitet. Dieser ist in der Regel nicht frei platzierbar wie in Deutschland, sondern in Stein eingebaut. Das Fleisch wird meistens auf einem senkrechten Rost gegart. In Deutschland geht das ziemlich schnell. In Argentinien aber dauert es eine halbe Ewigkeit. Grund dafür sind die niedrigen Temperaturen, mit denen das Grillgut gegart wird. Gegrillt wird mit einem Holzkohlehaufen, dessen Glut ohne Grillanzünder oder ähnliches erzeugt wird.

Feuer zu machen und das Asado zuzubereiten ist in der Regel die Sache der Männer. Meine Gastbrüder lernen schon in jungen Jahren von ihrem Papa, wie man das Holz optimal positioniert und welche Utensilien zum Anzünden verwendet werden - nämlich Papier oder Heu. Damit soll garantiert werden, dass das Feuer gut brennt und ausreichend Glut erzeugt wird.

Wenn man also mehrere Stunden lang gewartet hat, bis das Feuer endlich gebrannt hatte, die Glut richtig unter dem Rost positioniert wurde, und das Fleisch lang genug auf dem Grill lag, ist es endlich so weit: Es wird gegessen.

 

Köstlich 


Je nach Familie und Anlass kann zwischen Schwein, Huhn, Ziege, Lama, Schaf oder Rind und unter anderem zwischen Hüfte, Rippchen und Bauch wählen. Das ist der absolute Wahnsinn, denn das Essen ist wirklich sehr lecker. Obwohl meine Gastfamilie, was für Argentinien untypisch ist, nicht so viel Fleisch isst, kam ich zu meinem Glück schon des Öfteren in den Genuss des argentinischen Asados. Dazu gibt es gegrilltes Gemüse, Salat oder Brot, was auch immer das Herz begehrt. Da in einer Woche die Ferien beginnen, werden schon fleißig die Reisepläne geschmiedet. Auch meine Familie aus Deutschland wird mich besuchen kommen und an einer Grillfete teilnehmen - que suerte!

Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist der Nachtisch. Sobald man auf einem Fest eingeladen ist, bringt man diesen mit. Einladungen von Freunden kommen, vor allem am Ende des Jahres, in Argentinien nicht selten vor. Das Asado ist also nicht zwingend eine Beschäftigung, die nur an Wochenenden stattfindet. Mit riesigen Torten, Eis oder "Flan", einem Karamellpudding, wird auch unter der Woche gefeiert - und das bis mitten in die Nacht. Zum Trinken gibt es Wein oder Bier. Ich finde, das ist wieder ein typisches Merkmal der Südamerikaner, mit Gelassenheit und Herzlichkeit in den Tag starten und den Abend ausklingen lassen. 


 

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