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Feuerland

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Der Legende nach gab der Forscher Hernando de Magallanes vor etwa 400 Jahren der Insel ihren Namen "Tierra del Fuego" wegen der unzähligen Feuer und Rauchfahnen die sich aus der Ferne erkennen ließen. Es ist wahrscheinlich, dass es sich nicht um natürliches Feuer handelte, sondern um Feuer, das als Hinweise oder Warnzeichen von den Einheimischen entzündet wurde, als die ersten Schiffe gesichtet wurden.

 

Das Ende der Welt?


Nach dem eisigen, wunderschönen Erlebnis am Gletscher Pertino Moreno geht die Reise auch direkt weiter, der nächste Zielflughafen, der sogar komplett aus Holz auf einer winzigen Insel einige Kilometer vom Zentrum entfernt gebaut ist: Ushuaia - Tierra del Fuego. Die Provinz "Tierra del Fuego" liegt am Südzipfel Argentiniens und ist seit Jahren ein Touristenmagnet. Magellan fand nach langer Suche dort die Wasserstraße, die den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, Charles Darwin fuhr mit seinem Forschungsschiff "Beagle" durch den Kanal und der afrikanische Abenteurer Mike Horn startete 2008 von Ushuaia eine Expedition, die ihn in 4 Jahren um den gesamten Erdball führen sollte.

Der 1902 begonnene Bau des Presidio war ein bedautsamer Teil der Stadtentwicklung Ushuaias. Das 1920 fertiggestellte Gefängnis sollte das Presidio auf der Isla de los Estados ersetzen. Ziel der Verlegung war es, den bisher entlegenen Süden mit Hilfe der Sträflinge zu bevölkern. Die Sträflinge, überwiegend rückfällig gewordene Schwer- und/oder Gewaltverbrecher, jedoch teilweise auch politische Gefangene, bauten die "Ferrocarril Austral Fueguino", auf welcher die Touristen heute durch den Nationalpark fahren. Außerdem halfen sie beim allgemeinen Aufbau der Stadt Ushuaia. 1947 wurde das Gefängnis aufgelöst, im Gebäude sind heute mehrere Museen untergebracht.

Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, gilt als die teuerste Stadt Argentiniens, da alles per Schiff angeliefert muss, den Einwohnern kommt dies jedoch zu Gute: sie erhalten Steuervergünstigungen. Im Jahr 1970 hatte die Stadt rund 6000 Einwohner, erzählt uns der Touristenführer, heute sind es mehr als zehn mal so viele die am "Ende der Welt" leben. 

Als wir an einem grauen Tag nach der Schifffahrt im Beagle-Kanal zum Hotel zurück fahren, unterhalte ich mich mit dem Taxifahrer. Er erzählte mir, dass es im Sommer ab und zu bis zu 18 Grad warm werden kann und Tage wie dieser mit 8 Grad schon zu den wärmeren Tagen des Jahres zählen. Im Winter hat Ushuaia ein großes Skigebiet. Nach der dreistündigen Schifffahrt durch den Beagle-Kanal mit Seelöwen, Leuchtturm, schneebedeckten Anden links und rechts und dem endlosen Meer, sind wir froh, eine Pause mit heißer Schokolade oder Tee machen zu können, um uns vom Fotos schießen auf dem eisigen Deck etwas erhohlen zu können, bevor uns der nächste Programmpunkt bevorsteht: Der Nationalpark Feuerland!

 

Parque Nacional Tierra del Fuego


Der Nationalpark Feuerland (spanisch: Parque Nacional Tierra del Fuego) ist der südlichste Nationalpark Argentiniens. Der Park wurde 1960 gegründet um die subantarktischen Wälder zu schützen. Er ist einer der Nationalparks der über eine Meeresküste verfügt, da er im Süden an den Beagle-Kanal grenzt. Im Park gibt es verschiedene Wanderwege die über Gletscher, Schluchten, Täler, Flüsse und Seen führen. Einer der bekannnten Wege ist der Weg zu "Bahía Lapataia". Bahía Lapataia ist eine Bucht am Beagle-Kanal, wo viele verschiedene Wasservögel leben.

 

Einheimisches Brot oder Parasit?


Leicht zu finden im Parque Nacional Tierra del Fuego ist der essbare Pilz "Pan de Indio" der an typische Bäumen (ñire und Coihue) Patagoniens wächst. Der Pilz heftet sich an die Stelle des Baumes, an dem die Rind gebrochen ist und das Harz austritt. Der Pilz war früher Ernährungsbestandteil der Indios, daher kommt sein Name "Pan de Indio" (Brot der Einheimischen).



 

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