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Ostern in Argentinien

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Nach den ewigen Sommerferien und zum Glück viel (aber leider nicht genug!) Zeit zum Reisen begann Mitte Februar wieder die Arbeit in der "Escuela Dandelion". Die Maestros beziehungsweise Maestras (Lehrer/innen, Erzieherinnen) und ich hatten jedoch einen anderen Start als ursprünglich geplant. Anfang Februar gab es in der Provinz Córdoba starke Überschwemmungen, da es an einem Vormittag so viel regnete wie normalerweise in einem halben Jahr. Wir traffen uns also in der Schule, um Brot zu backen oder zum Suppe kochen, zum Kleidung, Bettdecken, Spielzeuge und alles andere zu sammeln, da viele Familien in der Umgebung ihre Häuser verloren hatten. Auf dem letzten Stück der Heimfahrt aus dem fernen Patagonien traf uns beinahe der Schlag: eingestürzte Brücken, Flüsse mit so viel Wasser wie noch nie, ausgerissene und umgestürzte Bäume und so weiter.
 

Und noch mehr zu tun!


Nachdem sich die Lage etwas beruhigt hatte, konnten wir dann, zwar etwas verspätet, zur Arbeit in der Schule und im Kindergarten übergehen und was anstand war nicht gerade wenig. In den zwei Wochen die uns blieben, bevor alle Kindern zurück kamen, musste gestrichen, ausgemistet, aufgeräumt, geputzt, umgeräumt, Unkraut gejätet und der Pausenhof hergerichtet werden.

Seit Anfang März sind wir wieder voll im normalen Alltag drin. Die neuen Kinder haben sich schon mehr oder weniger an die Regeln, das Essen und den Ablauf im Kindergarten gewöhnt und auch die "alten Kinder" sind nach den langen Ferien wieder in den geregelten Morgenablauf übergegangen. Wirklich schön war der Übergang aller Kinder vom Kindergarten in die erste Klasse. Die gesamte Schule fand sich, mit Eltern, zusammen und es wurde gemeinsam der Morgenkreis gesungen. Anschließend bildeten die Schüler aus der 6. Klasse mit bunten Tüchern einen Tunnel durch den die neuen Erstklässler gemeinsam mit ihren Eltern durchgingen, nachdem sie auf der einen Seite von allen Erzieherinnen verabschiedet wurden. Auf der anderen Seite des Tüchertunnels wartete ihre neue Leherin, die sie von nun an die nächsten sechs Jahre bis zum Ende der Primaria (Grundschule) begleiten wird. Nachdem alle Kinder gemeinsam mit ihren Eltern den Tunnel und den Garten des Kindergartens hinter sich gelassen hatten, bekam jeder neue Erstklässler einen Paten bzw. eine Patin zugeteilt. Die Paten sind Schüler aus der 6. Klasse, welche die Schule schon in und auswendig kennen und von nun an eine neue Aufgabe haben: den neuen Erstklässlern zu helfen und sich um sie ein bisschen zu kümmern.
 

¡Felices Pascuas!


Nachdem wir also schon einen Monat wieder mit all den Kindern zusammen im Kindergarten sind hat am 20. März nicht wie in Deutschland der Frühling, sondern der Herbst angefangen! Typisch für Deutschland jedoch eher untypisch für Argentinien regnet es seitdem mehr als uns allen lieb ist, den Kindern macht das Spielen mit viel Matsch und nassem Sand jedoch gar nichts aus! Im Kindergarten geht es langsam auch an die Ostervorbereitungen. Das Märchen handelt vom Osterhasen und das Ausblasen, Anmalen und Färber der Ostereier darf natürlich auch nicht fehlen! In diesem Sinne: Fröhliche Ostern oder felices Pascuas!
 

Lecker und typisch - Empanadas


Nur wenige Dinge sind für Argentinien so typisch wie das Asado oder die Empanadas. Die Empanadas wurden von den Spaniern auf den amerikanischen Kontinent gebracht und nun in allen Ländern Lateinamerikas in verschiedenen Variationen (trocken, saftig, scharf, gebacken, fritiert, mit Paprika, Rosinen, Knoblauch, etc.) bekannt und beliebt. Jede argentinische Provinz fügte den Empanadas etwas typisches ihrer Provinz bei, wodurch mittlerweile Empanadas für jeden Geschmack existieren! Empanadas unterscheiden sich von Provinz zu Provinz was Rezept, Füllung, Form, Größe und Gewicht angeht.

Und das Rezept?

Für 12 Empanadas benötigt man:
750 Gramm Mehl
1 Tasse Butter
1 TL Salz
Lauwarmes Wasser (nach und nach etwas dazugeben)

Mit den Händen die Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten und dann 20 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Den Teig ausrollen und (meistens) Kreise herausschneiden. Dann werden die Empanadas gefüllt und verschlossen. Im Ofen brauchen sie zehn bis 15 Minuten, sobald sie goldgelb sind, werden sie heraus genommen.

Auch in Argentinien wird in der Woche um Karfreitag kaum bzw. kein Fleisch gegessen. Ähnlich wie die Maultaschen zur fleischfreien Woche erfunden wurden, gibt es hier dann die "Empanadas de Vigilia". Die Empanadas werden in der "Semana Santa" mit Fisch oder Mangold gefüllt.

 

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