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25 de Mayo – Tag des Locros?

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Der 25. Mai ist für die Argentinier mit der wichtigste Tag im ganzen Jahr. Als Ende der Mairevolution steht er für die Unabhänigkeit Argentiniens, weshalb dieser Tag groß gefeiert wird. Schon früh morgens machten wir uns auf zur Plaza, wo eine große Bühne aufgebaut wurde.

Die fünften und sechsten Klassen meiner Einsatzstelle hatten die Nationalhmyne mit Flöten, Geige, Kontrabass, Gitarre, Klavier und natürlich Gesang einstudiert und so fanden sich um 10 Uhr alle Einwohner der Stadt zusammen, um gemeinsam die Hymne zu singen. Jede Schule und jeder Kindergarten der Stadt hatte drei Repräsentanten ausgewählt, die nun alle nach und nach von der Bürgermeisterin aufgerufen und dann mit traditionellen Trachten und argentinischer Fahne auf die Bühne gebeten wurden. Natürlich war auch unsere Schule vertreten. Das anschließende Bühnenprogramm bestand aus argentinischen Volkstänzen (Chacarera, Gato, etc.).

 
Locro!

 
Vom argentinischen Norden bis ins Zentrum Argentiniens ist an diesem Tag auch ein typisches Nationalgericht sehr wichtig: der Locro.

In Saldan, die Stadt, in der ich wohne und in dem sich auch die Schule befindet, findet immer am 25. Mai ein riesiger Locrowettbewerb statt. Vom Rathaus werden die Nummern für die Verkaufsstände und einige Zutaten verteilt, zum Beispiel Fleisch oder Kürbis.

Schon Wochen vorher beginnt die Organisation, denn es gibt eine Menge zu tun: Wer kann Empanadas backen? Wer kann Kürbis schneiden? Wer kann alles bei sich daheim eingefrieren? Wer kann Kuchen/Empanadas von der Schule zur Plaza bringen? Wer kann zu welcher Uhrzeit verkaufen oder wer kann Kuchen für den "Süße-Sachen-Stand" backen?
 

Es geht drunter und drüber


Nachdem das alles geregelt ist, geht es zwei Tage vorher in der Schule drunter und drüber. Das Öl zum Frittieren der Empanadas reicht nicht aus, zum Pastelitos backen fehlt die Süßkartoffelmarmelade, am Tag des Wettbewerbs tauchen sechs Kilogramm Empanadafleischfüllung auf leider jedoch ohne Teig. Alle helfen zusammen, um noch schnell 100 Empanadas zu backen, während auf der Plaza der Verkauf schon auf Hochtouren läuft. Gegen 15 Uhr stellt sich jedoch heraus, dass es trotz der 100 nachgelieferten an Empanadas mangelt, die Notiz fürs nächste Jahr also: mehr Empanadas und auch mehr Locro!
 
Morgens um 6 Uhr beginnen knapp 100 Stände auf der Plaza mit dem Kochen des Locros. Kürbis, Bohnen, Speck, Fleisch und Mais sind die typischen und immer vorhanden Zutaten des Eintopfs. Dazu gibt es eine rote, scharfe Soße aus Cayenne-Pfeffer. Der Locro ist ein typisches Winteressen und stammt ursprünglich aus den Provinzen Salta und Jujuy. Mittlerweile ist er bis "Zentralargentinien" (Córdoba, Buenos Aires, Santa Fe) verbreitet. Im Süden wird normalerweise kein Locro serviert.
 
Die Jury läuft ab 12 Uhr über die Plaza, um jeden vorhandenen Locro zu probieren und dann gegen 16 Uhr den Gewinner bekannt zu geben. Leider haben wir 2015 nicht wie 2014 den Preis für den leckersten Locro gewonnen, wurden dafür aber für die beste Organisation ausgezeichnet!
 
In der "Escuela Dandelion" halfen an diesem chaotischen, langen, kalten Tag alle wie in einer großen Familie zusammen und auch wenn der Locro nicht unbedingt zu meinen Top 20 Lieblingsessen gehört, war es wirklich schön, diesen Tag mit allen zu organisieren und zu feiern. Viva la Argentina!



 

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