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Anfangseuphorie? Bei mir nicht!

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Nach einer schier endlosen Reise kamen wir im wohlig warmen Santa Cruz an. Entgegen aller Prognosen stellte sich bei mir wenig Anfangseuphorie ein. Eine abweisende Gast"familie", bestehend nur aus einer circa 60-jährigen Dame und ihrem elfjährigen Enkel, und eine mehr als todlangweilige Arbeit in einer Kindertagesstätte fachten das Heimweh, nicht das Fernweh, an. 
 

Ich versteh' nur Spanisch

Trotz meines halbwegs guten Spanisch, das ich 5 Jahre lang in der Schule gelernt hatte, verstand ich das schlechtartikulierte Santa Cruzer Spanisch überhaupt nicht, da hier das "s" am Ende jeden Wortes und innerhalb der Worte einfach weggelassen wird, was oft zu Verwirrung führt. Auch was das Essen anging, wurde ich sehr ernüchtert. Reis, Reis und nochmal Reis mit Fleisch gab es – und das morgens, mittags und abends! Da lobte ich mir die anfangs geringgeschätzte eigene Küche sehr und deutsche Gerichte wurden am Wochenende auf den Speiseplan gesetzt. 
 

Ein bisschen zu eintönig

Trotz allem ödete mich die Arbeit in der Kindertagesstätte, Los Pinos del Sur, die Kinder von 0 bis 6 Jahren beherbergt, nach ein paar Tagen schon an. Zwar wurde innerhalb der 3 Gruppen jede Woche getauscht, sodass ich mal bei den Babies, mal bei den 2-4 Jährigen und mal bei den 4-6 Jährigen war, doch gaben Windeln wechseln und die nachmittägliche 4 stündige Schlafenszeit der circa 50 Kinder mir keine Motivation.
Endlich Abwechslung – aber für wie lange…

Nach dem meine Mitbewohnerin und ich nach den ersten Wochen ein wenig Selbstbewusstsein gesammelt hatten, gingen wir auf die Chefin der Guardería zu, um ein wenig mehr Beschäftigung zu erhalten. Sie brachte uns in ein mit der Guardería-zusammenhängendes Colegio, in dem wir im Nachmittagsturnus jeweils die Vorschulklasse und die erste Klasse betreuen durften. 
 

Erste Anzeichen von Motivation

Nur minimal besser, da es sich auch um die Kleinsten der Kleinen handelte, bekamen die Lehrer des Colegios glücklicherweise bald heraus, dass wir beide flüssig Englisch sprechen, und baten uns, in ihren Englischkursen zu helfen. So wendete sich das Blatt der Langeweile und Motivationslosigkeit und wir lernten fast Gleichaltrige kennen, die sich sehr für uns interessierten. So wurden wir nach kurzer Zeit sogar die Richter einer Englischmesse und benoteten die Leistung der einzelnen Schüler. 
 

Jetzt geht das Abenteuer los

Die Arbeit in diesem Colegio hielt bis zu den großen Sommerferien, Mitte Dezember an. Es folgten ein trostloses Weihnachtsfest und dann der glückliche Empfang meines ersten Besuches aus Deutschland – meinem Freund. Wir verbrachten einen schönen Urlaub zusammen, und als dieser wieder heimreiste, verlängerte ich meine Reise zusammen mit meiner Mitbewohnerin noch um 3 Wochen. Am 17. Februar ging nun die Arbeit in der Guardería wieder los. 

Wie meine Reisen waren, die mir die schönen Seiten Boliviens zeigten, und wie der Einstieg in das Nest voller kreischender Kinder wird, erfahrt ihr bald!

Wie sich Annabelle auf die Reise vorbereitet hat und welche Zweifel sie plagten, erfahrt ihr [hier].

                                

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