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Zähneputzen leicht gemacht

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Ratz fatz ging die Zeit vor Weihnachten bis jetzt vorbei. Habe ich gerade noch mit den Kindern in der Guardería Plätzchen gebacken, was sehr gut ankam, und Weihnachtsbaumschmuck gebastelt, so habe ich diese Woche Karnevalsmasken aus Moosgummi ausgeschnitten.

Die letzten 3 Monate waren wunderschön. Zwar war die Vorweihnachtszeit hier nicht zu vergleichen mit der in Deutschland – keine Kälte, nur kitschiger Schmuck und überhaupt das Fehlen von Adventskranz und Adventskalender – doch hatte auch sie ihren Reiz, den wir ihr gegeben haben.

Wie schon erwähnt backte ich mit den Ältesten in der Guardería einfache Plätzchen, was allen total gut gefiel und dann allen Tías gut schmeckte. Mit einer bolivianischen Familie habe ich Vanillekipferl und Zimtsterne gebacken, während wir deutsche Weihnachtslieder hörten und auch bei mir selbst zuhause blieb der Backofen nicht kalt.
 

Reise durchs Land

Die Vorfreude auf den 26. Dezember, wenn mein Freund zu Besuch kommen sollte, wurde auch nicht durch das letztendlich trostlose Weihnachtsfest ohne richtige Familie, Weihnachtsbaum und Geschenke getrübt. Wir verbrachten zwei wunderschöne Wochen in wunderschönen Teilen Boliviens. Zuerst nach La Paz, nach Coroico in die Yungas, dann nach Copacabana an den Titicacasee und als Abschluss nach Cochabamba in den Nationalpark Toro Toro, wo wir beeindruckende Wasserfälle zu sehen bekamen. Der Abschiedsschmerz fiel dementsprechend schwer, doch hielt er nicht lang an, da der nächste Besuch schon in Planung war.

Von einem Urlaub in den nächsten fuhr ich mit meiner Mitfreiwilligen dann nach Potosí, um die Minen zu besichtigen. Nach beeindruckenden Tagen in der höchsten Stadt der Welt ging es auch schon weiter nach Sucre zum Zwischenseminar. Das gefiel mir ausgesprochen gut, es wurde viel Wichtiges besprochen und auch der Austausch unter den Freiwilligen kam nicht zu kurz. Wie im Flug verging auch diese Woche auf der wunderschönen Hacienda beim tollsten Wetter und Sissi und ich fuhren weiter nach Uyuni, um den Salar und Umgebung zu besichtigen. Die 3 Tages-Tour übertraf alle meine Erwartungen, von Schnee bis Wüste und zahlreichen Lagunen war landschaftlich alles drin.
 

Zähneputzen durch Sachspenden

Wieder zurück im angenehm warmen Santa Cruz fing bald auch die Arbeit wieder an. Am 17.2. kamen wir in eine überfüllte Guardería, in jeder Gruppe fast 20 Kinder! Mit ihnen wird jetzt morgens wieder gespielt und nachmittags beim Schlafen betreut. Doch was viel wichtiger ist: Nach vielem Durchdenken, haben wir uns jetzt das Ziel gesetzt, für alle Kinder Zahnbürsten und Zahnpasta anzuschaffen, damit wir regelmäßig mit den Kindern Zähneputzen können.

Das Problem mit dem Karies ist uns schon von Anfang an aufgefallen, doch haben wir nun auch die Idee dazu, wie wir alles finanzieren. Zuerst einmal haben wir viele Zahnärzte in Deutschland und in der Schweiz angeschrieben, die uns jetzt durch den nächsten Besuch von meinem Freund einige Sachspenden zukommen lassen werden. Zum anderen schreibe ich seit kurzem diesen Blog, für den ich monatlich 15 Euro erhalte. In Bolivianos umgerechnet kann man damit schon viele Zahnbürsten kaufen – und das auch noch regelmäßig! Auch die Eltern sollen über Zahnhygiene in Kenntnis gesetzt werden, weshalb wir Flyer erstellt haben, die unser Vorhaben erklären. Nun müssen wir nur noch auf die Sachspenden Anfang April warten und die Zähne können sauber werden!
 
Jetzt ist gerade Karneval vorbei, von dem ich im Blog schreiben will und morgen fahr ich in das überflutete Katastrophengebiet im Beni. Nur so zur Vorschau.
                     

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