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Karneval mal anders

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Schon länger hatte ich mich auf Karneval hier in Santa Cruz gefreut, da mir von vielen Seiten erzählt wurde, wie anders und verrückt dieser sei. Vor allem war ich gespannt, ob die Art, Karneval zu feiern, hier mehr meinem Geschmack treffen würde als in Deutschland, wo ich kaum gefeiert hatte.

Als Startschuss in das Karnevalswochenende ging ich Freitagabend auf eine Maskenparty. Die Einstellung zum Bier gefiel mir auf Anhieb – klar, eine Stunde lang Freiverzehr. Doch leider kam ich auch um eine Maske im venezianischen Stil nicht herum und musste mich so unter die anderen Maskenträger mischen.
 

Große Erwartungen

Am Samstag sollte dann die Entrada (Anfangsparade) stattfinden. Pünktlich um 20 Uhr fand ich mich mit ein paar Freunden vor Ort mit großen Erwartungen ein. Diese wurden leider enttäuscht. Statt buntem Kopfschmuck, wenig Stoff und viel Haut, handelte es sich bei der Entrada nur um einen der gewöhnlichen Tanzumzüge. Viele verschieden Tanzgruppen tanzten paarweise in ihrer traditionellen Kleidung langweilige Schrittkombinationen zu der üblichen kitschigen Volksmusik. Das einzige, was unseren Erwartungen gemäß eintraf, war, völlig mit Schaum aus der Dose vollgesprüht zu werden, sodass die Klamotten komplett durchweicht waren. Zum Glück stört sowas in Santa Cruz nicht, da bis tief in die Nach Temperaturen bis zu 30°C herrschen.
 

Karnevaltage

Den Sonntag ging ich gleich anders ein. Bei einem Freund zum Churrasco (Grillen) verabredet, verbrachte ich den Abend auf einer unterhaltsamen Hausparty, die hier an Karneval die Alternative zum Partymachen im Zentrum darstellen. Für den Montag nahm ich mir allerdings vor, es nochmal zu versuchen. Generell gilt in Santa Cruz, dass der Karneval mittags gegen 14 Uhr beginnt und dann bis circa 23 Uhr gefeiert wird. Danach gehen alle nach Hause, um am nächsten Tag wieder gegen 14 Uhr fit zu sein.
 

Víctimas del día

Was mich am Montag erwartete, übertraf allerdings all meine Erwartungen. Mit den für Karneval extra besorgten billigen Klamotten begab ich mich wieder mit ein paar Freunden ins Zentrum. Genug Bier sorgte an diesem eher kühleren Tag für Wärme, die wir auch benötigten! Nach gefühlten 5 Minuten Spießrutenlaufen durch die Karnevalsstraße waren wir nicht nur komplett durchweicht, sondern auch von oben bis unten mit Farbe besprüht! Damit muss man wohl als hellhaarige, Hotpants-tragende Weiße unter hauptsächlich dunkelhäutigen Angreifern leben, denn waren meine Freundin und ich die mit Abstand am buntesten Mädchen – Víctimas del día (Opfer des Tages)!  
           

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