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Einsatz im Hochwassergebiet

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Keiner bekommt es in Deutschland mit, aber während dort der Frühling anfängt, stehen hier zwei Departamentos Land unter Wasser. Nach langanhaltenden Regenfällen seit Januar wurde Ende Februar Katastrophenalarm ausgerufen.

Mehrere tausend Familien verloren aufgrund von Hochwasser ihre Heimat und leben seit dem in Notunterkünften. Hierbei handelt es sich um die zwei Departamentos Beni und Pando im Tiefland Boliviens. In Trinidad, der Hauptstadt des Benis, ist ebenfalls ein Freiwilliger unserer Organisation, dem BKHW, stationiert.
 

Warnungen

Nachdem dieser durch einen Aufruf in Facebook um Unterstützung von uns anderern Freiwilligen bat, im Katastrophengebiet zu helfen, machten sich meine Freundin und ich kurzerhand nach Karneval auf nach Trinidad. Es sollte mein zweiter Besuch der Tropenstadt werden, die nur  neun Stunden Busfahrt von Santa Cruz entfernt ist, und dadurch leicht zu erreichen. Nach mehreren Warnungen, ja immer lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen, da dort alles überschwemmt und dadurch der perfekte Nistplatz für Moskitos und Krankheiten sei, kamen wir im Morgengrauen am Busbahnhof an – von Überschwemmungen weit und breit erst mal nix zu sehen.

Auch als wir uns ein paar Stunden später auf machten, um unsere Hilfe anzubieten, blieben unsere Füße trocken. Nach langem Rumgefrage wurden wir schließlich, insgesamt waren wir zu viert, in eine zum Nahrungslager umfunktionierte Sporthalle gebracht, wo wir helfen sollten, Essenspakete für die Familie zu packen. Diese beinhalteten drei Kilo Mehl, ein Kilo Nudeln, ein Kilo Zucker, ein Kilo Reis und eine Flasche Öl und wurden den Familien alle zwei bis drei Tage zur Verfügung gestellt.
 

Essenspakete

Bei gefühlten 40°C und geschätzten 90% Luftfeuchtigkeit gestaltete sich die Arbeit weniger spaßig, da einem der Schweiß nur so am Körper herunterlief. Nach 6h waren wir schon ziemlich erledigt und entspannten den restlichen Abend in unserer wunderschönen Unterkunft – einem noch nicht eröffneten Hotel mit großem Pool und Küchenbenutzung.

Am nächsten Tag nahmen wir uns vor, einmal mit den Männern mitzufahren, die die Essenspakete an die Familien ausliefern. Gesagt getan, lieb nachgefragt und schon ging es los. Allerdings kamen wir nach kurzen fünf Minuten Autofahrt in einem leer geräumten Stadion an, wo die Pakete ausgeladen wurden, sodass die Familien kommen konnten und diese abholen. Langweiliger als gedacht, sahen wir uns immerhin noch die überfluteten Randgebiete an. Dort stand das Wasser auf circa fünf Meter Höhe, man sah allerdings auch die Wasserränder an den Häusern auf sieben Meter Höhe, auf welcher Höhe das Wasser also schon stand.
 

Konstant gutes Wetter

Samstags konnten wir helfen, ein paar Decken in 50er Paketen zu verpacken, die an die Familien ausgeteilt wurden. Allerdings haben wir uns alle gefragt, wofür, da es kontinuierlich um die 30°C hatte. Den Sonntag verbrachten wir damit, ein bisschen die Stadt anzuschauen, die außer einer Plaza mit Faultieren in den Palmen auch einen Bauernmarkt und eine Feria mit billiger Kleidung zu bieten hat. Am besten an Trinidad ist allerdings, dass es weder Micros gibt noch viele Taxis, sondern nur Mototaxis, dh Motorräder, die einen hinbringen, wo man will.

Für drei Bolivianos (also circa 30ct) erreicht man (mit Glück) nicht nur sein Ziel, sondern darf auch noch eine herrlich luftige Fahrt durch das tropische Flair der Kleinstadt genießen. Abends ernteten wir Kokosnüsse vor der Haustür und ich lernte mit einer Machete die Schalen zu entfernen und wurde mit Kokosmilch und wunderbarem Kokosfleisch belohnt. Eine Runde im Pool rundete den Tag ab.

Nach einem weiteren Tag in der Sporthalle fuhren wir Montagabend wieder ins nicht ganz so schwüle Santa Cruz zurück.
           

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