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Drei Wochen Abenteuer

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19 Tage war nun zum zweiten Mal mein Freund aus Deutschland da. 19 Tage, die wir zum Teil mit Reisen, zum Teil mit Kranksein und zum Teil mit Chillen verbracht haben. 19 wunderschöne Tage, von denen ich lange zehren werde und muss, denn bis zum 9. September, meinem Rückreisedatum, sind es noch über 4 Monate.
 

Doch was haben wir erlebt in diesen 19 Tagen? Am 30. März angekommen, war der Plan, ihm als Zahnbürsten- und Zahnpastalieferanten erst einmal die Guardería zu zeigen, um die große Menge an gesammelten Spenden an ihren Bestimmungsort zu bringen. Nachdem die aus Halbe-Liter-Plastikflaschen gebastelten Zahnputzbecher jeweils mit Namen versehen fertig gestellt waren, stand dem Zähneputzen nichts mehr im Weg. Hier ein Dankeschön an alle, die gespendet haben!
 

Jaguar und Puma

Unser erstes Ziel war Samaipata, ein kleines verschlafenes Dörfchen circa drei Stunden Autofahrt von Santa Cruz entfernt. Umgeben vom Parque Nacional Amboró  stand auch schon fest, was als erstes unternommen werden sollte - nämlich eine Wanderung querfeldein durch den Farnwald. In den vier Stunden Aufstieg zum Aussichtspunkt sahen wir riesige Farnpflanzen, die über Millionen von Jahren im sich ständig weiterentwickelnden Regenwald überlebt haben. Nach einem gemütlichen Mittagessen mitten im Wald freuten wir uns dann, den Jaguaren und Pumas entkommen zu sein und den Ausblick von ganzen oben auf den umliegenden Regenwald. Trotz allem lohnte sich jede Anstrengung beim Blick in die Umgebung, den wir von ganz oben genießen konnten. Neben der außergewöhnlichen Landschaft bietet Samaipata auch noch einige Wasserfälle, die wir uns am darauffolgenden Tag gönnten.
 

20 Stunden Busfahrt

Nach einer kurzen Verschnaufpause zuhause ging es dann mal wieder zum Knotenpunkt La Paz. Nach unendlich langen 20 Stunden Busfahrt buchten wir uns für den nächsten Tag einen Flug nach Rurrenabaque, was im Amazonasgebiet Boliviens liegt und die dazugehörige dreitägige Bootstour durch die Feuchtsavanne, genannt Las Pampas.

Der Flug von La Paz nach Rurrenabaque dauerte unglaubliche 45 Minuten, wohingegen die Fahrt im Jeep dreizehn Stunden dauert, die Busfahrt 25 Stunden, und eine Bootsreise drei Tage. Wie im Bilderbuch empfing uns dann tropisches Klima, ein nichtvorhandener Flughafen und eine Landefläche mitten im Nirgendwo. Rurrenabaque, das im Departamento Bení liegt, im Tiefland Boliviens, wird "die Perle Benís" genannt, und das zurecht. Mediterrane Urlaubsstimmung wurde bei mir durch den direkt an der Stadt gelegenen Fluss Bení und die von Palmen gesäumten Promenade ausgelöst. Auch unser Fisch zum Mittagessen direkt am Fluss und unser Hotel mit grünem Innenhof und Hängematten unterstützten dieses Gefühl.
 

Bootstour mit Mückenattacke

Mittwochs begann dann endlich unsere Bootstour auf dem kleinen Flüsschen Yacuma. Drei Tage lang verbrachten wir den Großteil unserer Zeit auf einem winzig kleinen Holzbötchen mit unvorstellbar unbequemen Sitzen mitten in der Sonne, ungeschützt von fehlendem Blätterdach der Bäume, die, wenn überhaupt groß genug, weit weg vom Flussufer standen.

Geschlafen wird bei diesen Pampastouren, die offenbar zutiefst bei Urlaubern beliebt sind – wir sahen beinahe ununterbrochen andere Boote mit sich sonnenden Nackten auf dem Fluss rumschippern – in zweckmäßigen Barracken, die auf Stelzen überall am Fluss verteilt stehen. Dank der schwülen Hitze war die Moskitoinvasion jeden Abend ab sechs, wenn die Sonne unterging, enorm. Ich hatte noch nie so viele Stiche in meinem Leben!
 

Vorsicht Piranhas

Keine Hose, kein Schuh, kein Antimückenspray half. Doch dafür wurden wir tagsüber mit einer wenig erfolgreichen Anacondasuche, lustlosen und/oder genervten rosa Flussdelfinen, ganzen drei Kaimanen, ein paar Affen, einem Faultier, einer grünen Mamba, einer Eule, einer großen toten Spinne, nahezu 1000 schwarzen Geier-, Adler- und Truthahnarten, und einigen gefischten Piranhas belohnt, die aber auf Drängen eines ökologisch sehr bedachten Mitreisenden wieder ins Wasser geworfen wurden. So kehrten wir also Freitagabend komplett verbrannt, denn Sonnencreme hilft bei dieser Sonneneinstrahlung auch kaum, nach Rurrenabaque zurück. Zu dieser erfüllenden Bootstour kam dann noch eine nette Infektion bei meinem Freund dazu, sodass unser geplanter Besuch am Meer Chiles auf unbekannte Zeit verschoben werden musste.
 
Nachdem wir uns also viel von diesem Urlaub erhofft hatten, wurden wir leider teilweise etwas enttäuscht. Trotz allem durften wir eine unglaubliche Zeit miteinander verbringen und atemberaubende Landschaften genießen.
                     

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