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Ein aufregendes Jahr ging zu Ende

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Die letzten zwei Wochen in Santa Cruz vergingen wie im Fluge. Zum einen, weil ich mal wieder krank war und zum anderen, weil jede Sekunde verplant war mit Arbeiten, Freunde treffen, Einkaufen und Organisieren.
 

Motorradtour


Schon eine Woche vor der Abreise ging ich jeden Tag schweren Herzens in die Bibliothek. Alles machte ich nun die letzten Male: einen Besuch in der Zentralbibliothek, um mein Arbeitszertifikat abzuholen, Gespräche mit meinen so liebgewonnenen Arbeitskollegen führen, der Austausch mit den Jugendlichen. Nicht zuletzt ermöglichte mir ein Freund meines Arbeitskollegen eine spontane Motorradfahrt durch die Stadt und Umgebung, womit die Zeit noch schneller verging. Die Motorradfahrt war eines der Dinge, die ich unbedingt noch machen wollte. Immer wieder hatte ich es mir befreiend und aufregend vorgestellt, in der Abenddämmerung mit dem vertraut warmen Wind um die Ohren durch die Straßen zu fahren und das geschäftige Treiben zu verfolgen. Genau so gestaltete sich diese so lang ersehnte Fahrt letztendlich auch.

Mit der Abendsonne im Gesicht zeigte mir Leo, so hieß der Freund, Ecken in und um die Stadt, welche ich das ganze Jahr nicht gesehen hatte. Nostalgisch wurde mir klar, dass ich viel mehr hätte kennenlernen können und wollen, als ich es tatsächlich getan habe. Dennoch beruhigt sagte ich mir, dass ich eines Tages sowieso an den Schauplatz meines unvergleichlichen Jahres zurückkehren und dann genau wissen würde, welche Orte ich besuchen wollte.


Auf dem Polizeirevier


Meine freie Zeit an den Wochenenden verbrachte ich hauptsächlich mit meinen Freunden, mit denen ich jede noch mögliche Minute auskosten wollte. So musste ich leider auch noch eine unwillkommene Erfahrung machen, die mit einer Gruppe von den besagten "Freunden" zusammenhängt. Sissi und ich gingen mit diesen Leuten oft tanzen und hatten immer Spaß gemeinsam, weshalb wir mit ihnen unseren letzten Samstagabend in Bolivien verbringen wollten. Anfangs amüsierten wir uns wie gewöhnlich, doch als ich später am Abend, als die Stimmung plötzlich umschlug, herausfand, dass ein Smartphone, auf das ich aufpassen sollte, einige Stunden zuvor von einem aus der Gruppe geklaut und ich unwissentlich als, ich zitiere die Polizei "Komplizin" missbraucht wurde, konnte nichts mehr diesen Abend retten.

Von der Polizei auf die Wache gefahren, durchlebten Sissi und ich einige Schreckminuten, bis uns klar wurde, dass die Beamten uns unsere Geschichte der Vorfälle, nämlich dass wir ohne unser Zutun in diese Sache hineingezogen wurden, glaubten. Diese hatten sich mit uns einen kleinen Scherz erlaubt, indem sie uns erzählten, wir müssten acht Stunden in Arrest. Zirka 30 Minuten nach der Aufdeckung der Straftat, saßen Sissi und ich somit erleichtert, aber zutiefst von unseren vermeintlichen Freunden enttäuscht, im Taxi nach Hause.
 

Abschied naht


Für meinen letzten Tag hatte ich mir vorgenommen, mich in der Guardería zu verabschieden. Ich wollte den Nachmittag in der Bibliothek verbringen und mich abends noch einmal mit meinem Karatekurs treffen.
Nachdem mir meine Arbeitskollegen monatelang versprochen hatten, für mich ein "Churrasco" zu machen, also gemeinsam zu grillen, wurde dieses Versprechen an diesem letzten Nachmittag noch erfüllt. Traurig verabschiedete ich mich dann, ohne zu wissen, ob und wann ich meine Freunde wiedersehen würde.

Natürlich ging es mir nach dem Abschied von den Leuten aus meinem Karatekurs nicht besser, und der letzte und schlimmste Abschied stand mir noch bevor. Mein bester Freund Carlos verbrachte die letzten Stunden bis zu unserem Abflug bei uns Zuhause.
 

Heimreise


Selbst im Flugzeug sitzend, realisierte ich noch nicht, dass dieser seit langem ersehnte und gleichzeitig gefürchtete Tag meiner Heimkehr eingetreten war und ein Jahr, wie es von sich abwechselnden Gefühlen und neuen Erfahrungen nicht voller sein könnte, zu Ende gegangen war.
 
 
 

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