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Das ewige Kreuz mit Halloween

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Der 31. Oktober. Martin Luther und seine 95 Thesen starten die Reformation. Aber Moment, da war noch etwas, oder? Kürbisse, Skelette, Hexen … Ach ja richtig, Halloween.

Trend aus Amerika

Die Nacht vor Allerheiligen (engl.: "All Hallows‘ Eve“), in der die Seelen der Toten zur ihren Körpern zurückkehren sollen, ist für die Amerikaner Grund genug sich als sexy Katzen zu verkleiden und bei den Nachbarn um Süßigkeiten zu betteln.

Seit den 90er-Jahren ist dieser Trend auch bei uns in Deutschland angekommen. Eigentlich müsste ich Halloween lieben. Schon seit ich denken kann, habe ich eine Schwäche für die Addams Family, roten Punsch und Vampire. Letztere fand ihren glitzernden Höhepunkt als ich dreizehn war. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zeitliche Probleme

Warum also kann ich mich mit der Geisternacht nicht so wirklich anfreunden? Zuerst einmal: Das Verkleiden. Nicht falsch verstehen, ich bin ein Fan von Kostümen – wirklich. Bei anderen Menschen. Mein Problem: Ungefähr im Juni sehe ich in den sozialen Medien ein Outfit, das ich wild entschlossen zu meinem Halloween-Projekt mache. Wohl wissend, dass ich nicht annähernd über die Make-Up-Fähigkeiten verfüge, die es braucht, um nicht in einer Depression epischen Ausmaßes zu versinken.

Da ich aber noch vier Monate Zeit habe und um meinem hervorragenden Ruf als Star-Prokrastiniererin gerecht zu werden, schiebe ich die Aktion auf morgen. Bis es nur noch drei Stunden sind.  Was aus meinem Plan geworden ist? Nun ja, ich streife mir ein schwarzes T-Shirt passend zu meiner schwarzen Jeans über, um den "Grusellook“ perfekt zu machen. An meinem Lidstrich bin ich längst verzweifelt – mit meinen Pandaaugen habe ich mich bereits angefreundet.

Kaum Spaß

Und da jetzt wirklich alles egal ist, male ich mir mit Faschingsschminke ein rotes Herz auf die Nase. Falls mich jemand fragen sollte, was ich denn bin, kann ich: "Krank!“ antworten und denjenigen mit einem Hustenanfall davonjagen.

Der andere Grund warum mich das kollektive Gruseln etwas nervt: die Überkommerzialisierung. Ich will gar nicht bestreiten, dass ich mich auch an Kürbislaternen aus Plastik erfreue, die mir die Zukunft vorhersagen. Gleichzeitig ist doch irgendwie alles was Spaß machen soll – wie Silvester, Fasching oder eben Halloween –  wenig spaßig. Feiern gehen? Klar, nur leider haben die Idee auch Tausende andere gehabt.

Überfüllte Locations

Während du dich also gerade noch darüber ärgerst, dass du Eintritt bezahlen musstest, weil "eine rote Nase kein Kostüm“ ist, wirst du alle zwei Sekunden von einem Einhorn, der Eiskönigin oder Mario Kart angerempelt. Stimmung will bei Keshas "Timber“ nicht aufkommen, denn du hast den verschwitzten Rücken eines Sträflings im Gesicht und eine Pappmaschee-Gurke im Rücken. Deine Hände sind zwar in der Luft, aber nur weil du deinen fünf Euro Wodka-Lemon ja nicht verschütten willst. Und weil du so besser atmen kannst. Klasse Abend, also.

Kurzum: Halloween, gerne. Aber nur mit Laternen schnitzen, der Scream-Quadrologie, Häppchen, die aussehen wie abgetrennte Gliedmaßen und Leuten, die du wirklich sehen willst.

 

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