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Last Minute Weihnachtsgeschenke – eine Satire

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Wenn die Innenstadt so voll ist, dass man Angst haben muss aus Versehen zertrampelt zu werden. Wenn die Menschen, die man trifft, ein zur Unkenntlichkeit verzerrtes Gesicht haben, weil sie sich krampfhaft an den Wunschzettel aller ihrer Angehörigen und Freunde erinnern müssen. Wenn die Einzelhandelsangestellten kurz vor dem Burnout stehen, dann bedeutet das: der finale Countdown für die Weihnachtsfeiertage ist angebrochen. 

Natürlich ist die Innenstadt schon sechs Wochen vorher samstags gerammelt voll. Weihnachtsmarkt und Geschenkeshopping. Doch die wirklich "magische" Zeit fängt am 23. Dezember an und hört Heiligabend zu Ladenschluss auf. Die gesamte Adventszeit freut man sich auf Weihnachten, doch wenn es ans eigentliche Geschenke aussuchen geht, scheinen viele Menschen, nicht nur ich, das Ganze auf die lange Bank zu schieben. 

Der Grund dafür denke ich, ist simpel: WAS SOLL ICH BESORGEN? Und die Zusatzfrage die darauf folgt: WEM MUSS ICH ETWAS BESORGEN? Klar, den Geschwistern, den Großeltern, Mama und Papa – alles noch im Rahmen. Aber was ist mit den Tanten, Onkeln, Cousinen ersten Grades, zweiten, dritten Grades? Wie sieht’s mit den Freunden aus, Bekannten, Kollegen, Freunden von Freunden, Haustieren von Freunden, Angehörigen von Freunden? 

Also erst mal überlegen: Wie gut, auf einer Skala von eins bis zehn, kenne ich diese Menschen, habe mit ihnen zu tun? Verdienen sie eine läppische Karte oder eine Ferrari? (Ja, das sind meine Maßstäbe. Nein, ich habe noch niemandem einen Ferrari gekauft – lacht nicht.) Ob ich sie mag oder nicht, spielt dabei erst mal eine zweitrangige Rolle. Denn bei Geschenken geht es auch darum zu besänftigen oder, nicht viel besser, höflich zu sein, somit alle mit einzubeziehen. Und ja, dieses Prozedere fängt jedes Jahr von vorne an, schließlich muss man die Ereignisse des neuen Jahres mit einkalkulieren. Falls man also aus dem Teufelskreis der "Angehörigen-und-Freunde-Bewertung" langsam herauskriecht ist meistens schon der 23. Dezember, wenn man Glück hat. 

Schnell in die Stadt und etwas kaufen. Hier beginnt die nächste Stufe. Die die essentielle Frage: ABER WAS? stellt. Ein Tipp, den ich einmal bekommen habe bezüglich Geschenken war, zu besorgen, was ich gerne haben würde. Nur leider hilft das wenig, wenn alles, was du dir wünschst Bücher und ein neues Paar Stiefel sind. Das fällt weg. Einer der größten Stressfaktoren ist der, der jetzt ins Spiel kommt. Nämlich mein Wunsch meine Aufmerksamkeit – also meine Fähigkeit zuzuhören wenn ein anderer etwas sagt – in Form einer perfekten Gabe unter Beweis zu stellen. 

Du magst Zimt und Tee? Wie wäre es mit Zimttee? Du findest Rick and Mory gut? Wie wäre es mit einer Portal-Gun als Schlüsselanhänger. Beeindruckt? Das vergeht gleich wieder. Denn meistens kollidiert das Vorhaben mit meiner Unfähigkeit für andere shoppen zu gehen. Fast jedes Mal stehe ich dann nämlich vor dem Regal und denke: Weißt du wem das gefallen würde? MIR!! Ironisch, wenn man bedenkt, dass ich eigentlich nur Bücher und Stiefel wollte. 

Viel schlimmer aber ist, dass ich mich in den allertollsten Geschenkideen verstricke, sie zwar habe, aber zu spät. Dann gibt es meine perfekten Weihnachtsfreuden nur noch Online – es ist aber nicht mehr genug Zeit, um sie kommen zu lassen. Und so bleibt nur noch ein letzter Ausweg: Gutscheine. Das Gedankenspiel ist für die Katz‘ und ich bin unoriginell. Aber immer noch besser als kein Geschenk. Merry Christmas sage ich da nur! 

 

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