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Diese Klassiker der Literatur musst du unbedingt lesen

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Manchmal werden einem, auch als Bücherfan, die immer gleichen Manierismen und Klischees seines Lieblingsgenres zu viel. An der Zeit sich neuen Themen und Herausforderungen zu stellen. Wenn dir der Auserwählte in den Fantasy-Schmökern zum Hals heraushängt, versuch es doch mal mit Contemporary (also John Green, Rainbow Rowell oder Jenny Han), einem stinknormalen Roman (im Zweifelsfall die Bestsellerlisten anschauen – andernfalls Colson Whitehead, Margaret Atwood oder George Saunders aufsuchen – metaphorisch natürlich nur) oder einem Klassiker. Wer sich ein bisschen nach altmodischer Galantheit sehnt, sich eine Pause vom modernen Sprachgebrauch wünscht oder einfach einmal wissen will, welche Geschichten die Menschen in der Vergangenheit berührt haben – ihr seid im richtigen Artikel gelandet. Mit welchen Büchern ihr da am besten den Anfang macht? 

Stolz und Vorurteil von Jane Austen 

Austens Liebesgeschichte mit einem etwas holprigen Start (für die Charaktere) ist ein absolutes Muss für jeden Lesefreund. Eine selbstbewusste und zielstrebige Frau behauptet sich in der englischen Männerwelt des 19. Jahrhunderts gegen den sozialen Analphabeten Mister Darcy. Und es kommt wie es kommen muss, die beiden legen ihren Stolz und ihre Vorurteile (ja, der Titel hat durchaus seine Berechtigung) ab, und verlieben sich ineinander. Aber nicht bevor sie sich durch allerlei Missverständnisse durchnavigiert haben. Austens Schreibstil ist erstaunlich modern und lässt sich gut herunterlesen. Ihr gelingt es Figuren zu erschaffen, denen man nur Gutes wünscht und mit denen man mitfiebert. Aber "Stolz und Vorurteil" ist nur der Einstieg ins Regency Paradies der Jane Austen. Falls dir, wie mir, versteckte Spitzen gegen nervige Tanten oder unfreundliche Bekannte besonders zusagen: Probiere auch noch die anderen Austen Romane aus.  
  • Mansfield Park, Verstand und Gefühl, Emma (kommt demnächst auch in die Kinos), Überredung, Northanger Abbey. 

Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas

Wem der Sinn eher nach einer saftigen Vergeltungsstory steht, der wird mit Dumas‘ Graf von Monte Christo voll auf seine Kosten kommen. Der junge Seemann Edmond Dantes wird durch eine Intrige angeblicher Freunde eingesperrt. Auf der Gefängnisinsel freundet sich Edmond mit einem Priester an, der ihn in Sachen Sprachen und Wissenschaft unterweist. Als dieser stirbt, gelingt Edmond eine spektakuläre Flucht. Er schwört an seinen Peinigern Rache zu nehmen. Auch hier wird man von Dumas Schreibstil mitgerissen – will unbedingt, dass Edmond Gerechtigkeit widerfährt. Ein cleveres Buch mit einem Ende, das einen zum Nachdenken bringt. 

Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

Dieses kleine, gerade mal knapp 150 Seiten lange Büchlein, enthält eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. "Der alte Mann und das Meer" war ein ausschlaggebender Faktor für Hemingways Gewinn des Literaturnobelpreises 1954. Hemingway schrieb die Novelle als er eine Weile auf Kuba verbrachte. Obwohl fast die gesamte Handlung nur aus den Gedanken des Fischers Santiago besteht, wird es nie langweilig. Der "alte Mann", wie er im Buch eigentlich auch nur genannt wird, hat schon seit 84 Tagen keinen Fang mehr machen können. Dadurch verliert er seinen Gehilfen. Die Dorfbewohner denken, Santiago sei verflucht. Als er am 85. Tag hinausfährt bekommt er einen sehr großen Fisch an die Leine, der ihn immer weiter hinaus aufs Meer zieht. Doch Santiago gibt nicht auf. Er will das Biest besiegen, koste es, was es wolle. Eine Ode an Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit. Wenn du etwas wirklich willst, gib niemals auf – so die Moral der Geschichte. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und die Story folgt einem klaren Spannungsaufbau, bis zum tragischen Höhepunkt. 

Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald

Das Meisterwerk aus den "Roaring Twenties". Jay Gatsby ist ein Phantom. In seinem herrschaftlichen Haus werden zwar jedes Wochenende ausufernde Partys geschmissen, doch den Gastgeber hat noch nie jemand zu Gesicht bekommen. Gatsbys neuer Nachbar Nick Carraway ist genauso fasziniert wie alle anderen vom Glamour. Doch hinter dem wahren Gatsby verbirgt sich ein zutiefst trauriger, einsamer Mann, der einer verlorenen Liebe hinterhertrauert. Das Buch behandelt die Verschwendungssucht und Rastlosigkeit der Upper Class von New York in den 1920ern – genauso wie Sehnsucht und unerwiderte Zuneigung. Was, zwangsläufig, in einigen Katastrophen endet. Durch die Augen von Nick Carraway nimmt uns Fitzgerald in die Welt und das Drama der Partypeople von vor einem Jahrhundert mit. Interessanterweise immer noch so aktuell wie eh und je. 

Beale Street Blues von James Baldwin 

Einer der wichtigsten afro-amerikanischen Schriftsteller der Welt setzt mit "Beale Street Blues" ein eindringliches Zeichen gegen die weiße Jusitzgewalt in den USA. 2018 wurde der bereits 1974 erschiene Roman noch einmal neu ins Deutsche übersetzt, hat aber leider nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Zwei junge Erwachsene müssen sich einem rassistischen System stellen. Fonny wird zu Unrecht eingesperrt. Seine Freundin Tish, die ein Kind von ihm erwartet, versucht währenddessen alles, um Fonny aus dem Gefängnis herauszuholen. In intensiven Bildern schildert Baldwin die polizeiliche Willkür, zeichnet starke Charaktere und stellt eine Gesellschaft an den Pranger, die nicht aufgrund von Schuld, sondern von Hautfarbe verurteilt.

Bonus für wirklich Fortgeschrittene: Anna Karenina von Lew Tolstoi

Wer sich von den einschüchternden 1.000 Seiten nicht abschrecken lässt, der darf sich auf eine wunderschöne, herzzerreißende und todtraurige Geschichte freuen, die einen Einblick in die elegante und doch dysfunktionale russische Gesellschaft bietet. So schreibt Tolstoi selbst sehr treffend: "Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich." Der Schreibstil ist nicht ganz einfach, doch nach einer kleinen Eingewöhnungsphase liest sich auch der tolstoische Wälzer unterhaltsam herunte.r

 

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