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Ist der Känguru-Chroniken-Film sehenswert?

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Um eines vorneweg zu sagen: Nein, ich habe den Streifen über das kommunistische Känguru und seinen Kleinkünstler-Freund noch nicht gesehen. Das hier ist eine rein subjektive Besprechung meines Bauchgefühls. Keine richtige Kritik. Also regt euch ab.

Ich kenne jedes einzelne Buch von Marc-Uwe Kling beinahe auswendig (auch „Qualityland“, das mit dem Känguru aber nichts zu tun hat). Alle drei Hauptbände und auch den 2018 erschienenen Zusatz „Die Känguru-Apokryphen“ habe ich als gelesen und gehört. Vor allem letzteres ist sehr zu empfehlen. Kling ließ bei seinen Lesungen mitschneiden und so kommt man in den Genuss den Autor sein Werk selbst vortragen zu hören.

Die Insiderwitze der ungleichen Wohngemeinschaft sind auch meine Insiderwitze. Es ist viel Schönes dabei. Zum Einschlafen lausche ich den Abenteuern der beiden nicht ganz gemäßigten sozialdemokratischen Koalabären und komme dabei teilweise vor lauter Gelächter nicht mal dazu tatsächlich wegzudämmern.

Doch jetzt ist ein Kinofilm herausgekommen. Kann das funktionieren? Kling sagte selbst in einem Interview, die Bücher seien eher episodisch. Aber die Leinwandversion bräuchte eine Handlung. Allerdings machen gerade diese Episoden einen Großteil des Charmes der Chroniken aus.

Außerdem kann ich mich nicht recht mit der CGI-generierten Känguru-Gestalt anfreunden. Zum einen hat sie menschliche Zähne, was mich verstört. Wieso um Himmels Willen hat das Känguru ein perfektes vom Kieferorthopäden in jahrelanger Kleinstarbeit optimiertes 08/15-Gebiss? Proportionen und der Übergang sind einfach nicht normal für ein übliches Beuteltier. Natürlich ist die Figur als eine Art Zwischending im Buch angelegt.

Einen Touch Mensch muss man ihm also verleihen. Allerdings ist die Umsetzung im Realfilm doch etwas sehr unnatürlich. Dass Kling das Känguru spricht sein Charakter aber von einem Schauspieler verkörpert wird, setzt meiner Verwirrung dabei noch den Hut auf. Die Sache ist die: Ich kann mich einfach nicht vom dem Gedanken befreien, dass die Umsetzung auf Papier besser gelungen war, und man es dabei vielleicht einfach hätte belassen sollen.

Allerdings kann ich erst wirklich sicher sein, wenn ich den Film angeschaut habe. Es ist ein Teufelskreis.

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