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Die neue Adaption von Emma müsst ihr gesehen haben

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Obwohl in Zeiten von Corona-Pandemie gerade Essig ist mit einem Besuch im Kinosessel solltet ihr euch diese wunderbare Verfilmung nicht entgehen lassen und sie euch für bessere Zeiten im Kopf behalten. Ich habe den Film letzte Woche Mittwoch bereits gesehen.

Jane Austens klassische Komödie bekommt nach 1998 mit Gwyneth Paltrow in der Hauptrolle eine Generalüberholung. Und die steht ihr sehr gut zu Gesichte. Autumn De Wildes erste Regiearbeit ist ein buntes Zuckerwattemärchen aus der Regency-Ära. Die Werbefotografin weiß welche Einstellungen ihre Schauspieler am Besten in Szene setzen. Man fühlt sich durch ihren pastelligen Stil an ein Pinterest-Mood-Board erinnert. Allerdings auf eine gute Weise.

 

Schöne Landschaft, beeindruckende Herrenhäuser und viele Menschen, denen es an grundlegenden Kommunikationsfähigkeiten mangelt. Das ist die gewinnbringende Mischung eines jeden Jane Austen Romans – oder der zugehörigen Verfilmung. Hollywood hält es anscheinend keine zwei Jahre aus, ohne eine neue Adaption ins Kino zu bringen.

Und Emma ist eine der am besten in unsere Zeit übertragbaren Austen Heldinnen. Wie auch schon die 1995 Version „Clueless“ mit einem jungen Paul Rudd und Alicia Silverstone bravourös beweist. Die Britin ist jung, reich und schön. Außerdem – ziemlich gelangweilt. Um dem entgegenzuwirken stiftet Emma am liebsten Ehen. So wie die ihrer Gouvernante.

 

Sie selbst will aber nicht unter die Haube. Wenn es nach ihr geht, niemals. Als Emma ihre Freundin Harriet mit dem ortsansässigen Pfarrer Mr. Elton verkuppeln will und zudem noch ihr eigener Schwarm in die Stadt kommt gerät nicht nur Emmas Gefühlswelt ins Wanken.

Anya Taylor-Joy gibt eine hervorragende Darbietung – sie findet in ihrer Performance die perfekte Balance von Emmas Stolz, Uneinsichtigkeit und Snobismus und einer Herzensgüte, wegen derer man sich doch wünscht sie am Ende glücklich zu sehen.

Doch vor allem Johnny Flynn als Mr. Knightley, ein Freund der Familie Woodhouse und Emmas engster Vertrauter, markiert das Highlight des Films. So ist er eigentlich der Einzige der es vermag der reichen Erbin Einhalt zu gebieten und schreckt auch nicht vor harten Worten zurück, wenn sie angebracht sind.

Gleichzeitig ist Knightley die Liebenswürdigkeit in Person und kümmert sich besonders um die, die ihm am Herzen liegen. Wirklich „ritterlich“. Flynn stellt den Junggesellen mit einer Leichtigkeit und einem Charme dar, dass einem ganz warm ums Herz wird.

Auch der schmierige Mr. Elton oder die schusseligen Tratschtanten sind hervorragend gecastet und transportieren die Essenz des zeitlosen Klassikers gekonnt auf die Leinwand.

Emma verspricht also nicht nur schöne Szenerien und aufwendige Kostüme. Witz, Talent und Drama? Alles wiederzufinden in diesem kurzweiligen Stück aus Regency-England. Sobald die Kinos wieder öffnen auf jeden Fall einen Blick wert.

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