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Kinderfüttern inklusive

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Mitte Dezember ging es für mich auf die kleine Insel Wasini, die nahe an der Grenze zu Tansania liegt. Auf der Insel gibt es nur Solarstrom und keine Wasserleitungen. Die Küste Kenias ist sehr muslimisch und arabisch geprägt, was man besonders an der Küche bemerkt.

Touristische Attraktion

Da kurz hinter der Insel Kenias bekanntester Meeres-Nationalpark liegt, sind die Menschen auf der Insel Touristen gewohnt. Täglich führen Touren erst zum Schnorcheln in den Nationalpark und dann gibt es eine Führung durch das Fischerdorf Wasini, inklusive "Kinderfüttern", wie wir Freiwilligen es ironischerweise nennen.

Das Ganze erinnert von außen betrachtet sehr an einen Zoo. Die Touristen kommen an und alle Kinder versammeln sich, um den Touristen Lieder zu singen (Lieder, die man sonst nicht in Kenia hört). Anschließend verteilen viele der Touristen Süßigkeiten, machen Fotos von den Kindern und bemitleiden die Armen, dass es ihnen so schlecht geht. Interessanterweise sieht man in dieser Zeit die Handys, guten Klamotten etc., die man sonst den ganzen Tag nicht sieht.

Auf Armut beschränkt

Mir ist bewusst, dass Kenia kein Land mit viel Geld ist und es viel Platz nach oben gibt, besonders was die schulische Bildung angeht. Aber es ist traurig zu sehen, wie sich besonders in den touristischen Regionen, der Armutstourismus ausbreitet und nicht die tollen Seiten Kenias gezeigt werden.  Die Mensche machen sich ärmer als sie sind und betteln um Essen, obwohl sie genügend Essen haben.

Schließlich verkauft sich das Bild des armen, bemitleidenswerten Kenias besser und viele Touristen sind praktisch enttäuscht, wenn sich ihre Vorurteile und Stereotypen nicht bestätigen. Die meisten Menschen an der Küste haben genügend Geld sich zu ernähren und die Kinder in die Schule zu schicken, da es viele Jobs im Tourismus gibt.

Zudem finde ich es bewundernswert, dass es hier in Kenia außerhalb der drei größeren Städte kaum Obdachlose gibt, da es selbstverständlich ist, Menschen in Not aufzunehmen. Afrikanische Länder werden oft in Deutschland auf ihre Armut beschränkt und es wird vergessen, was die Länder sonst noch zu bieten haben.

 

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