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Heiße Weihnachten

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Ich wurde oft gefragt, wie man denn in Kambodscha Weihnachten feiere. Nun, eigentlich gar nicht, wir haben es trotzdem getan ...

Die Vorweihnachtszeit

Tatsächlich hatte ich mich auf eine wirklich besinnende Vorweihnachtszeit, fern von Geschenkestress, Einkaufszentren und Schoko-Weihnachtsmännern (die schon seit September in den Regalen stehen), gefreut. Tatsächlich war von Weihnachtsstress nicht viel zu spüren, auch weil Weihnachten an sich hier eigentlich kein Thema ist. Kambodscha ist ein buddhistisches Land und Weihnachtsbäume sieht man höchstens in Phnom Penh vor großen internationalen Firmen oder in touristischen Gegenden.

Meine Mutter hat ihr Bestes gegeben, um mit einem Paket voller Plätzchen Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Die Plätzchen waren sehr lecker, aber Plätzchen isst man am besten eingekuschelt in einer Decke mit einer Tasse Tee oder Kakao in der Hand. Hier in Kambodscha würde das den Hitzetod bedeuten.
Die konstanten, hohen Temperaturen haben sich den ganzen Dezember als Gegenspieler zur Weihnachtsstimmung erwiesen.

Im Weihnachtspaket meiner Mutter waren auch Adventskerzen enthalten.  Auf unserem Esstisch stehend hatten sie aber dann, aufgrund der hohen Temperaturen, mit dem Deckenventilator zu kämpfen. Ein Interessenkonflikt, den die Kerzen verloren, weshalb sie meistens kalt blieben.

All diese Rahmenbedingungen machten es mir schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen.  

Vorbereitung am 24.

Zwar wird Weihnachten in Kambodscha nicht gefeiert, aber wegen der vielen internationalen Freiwilligen, die schon im Learning Center waren, ist Weihnachten hier etabliert. Die Kinder kannten teilweise den Text zu "Jingle Bells" besser als ich. Da Weihnachten in den meisten Ländern erst am 25. Dezember so richtig gefeiert wird, war es hier unter diesem bekannt.

Für den 25. Dezember haben wir daher, zusammen mit einem ca. 20-köpfigen Workcamp aus Hong Kong, einen Weihnachtsnachmittag geplant.

Adrian und ich wollten, dass jedes der Kinder ein kleines Geschenk bekommt. Diese Aufgabe haben wir etwas unterschätzt und waren deswegen bis spät abends am 24. noch mit dem Einpacken von Geschenken für ca. 150  Kinder beschäftigt. Geschenkstress gab es also doch noch in Kambodscha.

Der Weihnachtsnachmittag

Auch der 25. war etwas chaotisch, was bei so vielen Kindern kein Wunder ist. Wir begannen den Tag mit Weihnachtsliedern und hatten anschließend viele Stationen zum Spielen, Basteln und sogar Backen aufgebaut. Ich wollte mit einer Gruppe von Schülern Kokosmakronen backen. Der Versuch ging zwar schief, doch das Endprodukt schmeckte den Kindern trotzdem. Am Ende gab es dann Geschenke für die Kinder und auch die Kinder hatten viele Geschenke für uns. Mein Favorit: Sieben Dosen Milch (Milch ist sehr selten in Kambodscha).

Im zweiten Teil des Tages, sangen wir gemeinsam "We wish you a Merry Christmas". Das war für mich ein besonderer Moment und einer der wenigen, an denen sich der Tag anfühlte, wie das Weihnachten, das ich kenne. Danach gab es Schokofondue mit Früchten und Weihnachtslieder-Karaoke.

Nachdem die Schüler nach Hause gegangen sind, ließen wir den Abend mit den letzten Plätzchen und noch einer kleinen Bescherung ausklingen.

Alles in allem hat sich der 25. vielleicht nicht wie Weihnachten zu Hause angefühlt, aber ich war von einer großen Familie umgeben, mit Kindern die viel Spaß hatten und die ich in den fünf  Monaten meines Freiwilligendienstes sehr ins Herz geschlossen habe. Dem Weihnachtsstress kann man wohl nirgends entfliehen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Neujahr in Siemp Reap

Auch Silvester feiert man in Kambodscha traditionell nicht. In Kambodscha beginnt das neue Jahr im April ("Khmer New Year"). In den großen (internationalen) Städten gab es an der Silvesternacht aber trotzdem Feuerwerk.

Mit dem Workcamp bin ich deswegen nach Siem Reap gefahren. Die Stadt ist, wegen der berühmten Angkor Tempel, die Touristenhochburg Kambodschas. Schon beim letzten Besuch war Siem Reap voll mit Touristen, aber es war kein Vergleich zu Neujahr. In der beliebten Pub Street konnte man sich gegen 22 Uhr nicht mehr bewegen. Adrian und ich flüchteten in weniger besuchte Straßen und feierten das neue Jahr mit Freunden, die wir durch unsere Organisation kennengelernt haben.  

Frohes Neues Jahr aus Kambodscha!

Dateiname : Frohes neues Jahr!
Dateigröße : 27.81 MBytes.
Datum : 04.02.2019 16:10
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